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Rechtskolumne von Marcus Scholz

Marcus Scholz ist ein in Deutschland zugelassener Rechtsanwalt, mit einer mehr als zehnjährigen Berufserfahrung.

Das erste und zweite Staatsexamen hat er 1999 und 2002 vor dem Landgericht Frankfurt am Main abgelegt. 

Rechtsanwalt Scholz lebt und arbeitet in Thailand. Gemeinsam mit seinen thailändischen Kollegen hilft er insbesondere ausländischen Mandanten sich im thailändischen Rechtssystem zurechtzufinden. 

So berät er unter anderem in Fragen des Visa- und Aufenthaltsrechts, Immobilienrechts, bei Firmengründungen, des Vertragsrechts, aber auch in Nachlassfragen, Patientenverfügungen und sonstigen vertragsrechtlichen Angelegenheiten.

Rechtsanwalt Scholz wird über die Anwaltsliste der deutschen Botschaft in Bangkok empfohlen. 

Marcus Scholz steht den Wochenblitz Lesern neben der regelmäßig erscheinenden Rechtskolumne auch gerne für Fragen unter www.thairecht.com zur Verfügung. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Heiraten im Paradies, dies muss kein Traum bleiben

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Für viele Ausländer, die in Thailand leben, ist die Eheschließung mit einer Thailänderin vor der zuständigen Verwaltungsbehörde oftmals ein wenig romantischer Akt, der in den wenig einladenden Räumen der Behörde stattfindet und mehr oder weniger eine Art Verwaltungsakt darstellt.

Auf der anderen Seite haben aber viele Ausländer, die nicht in Thailand leben, den Wunsch, ihre ebenfalls nicht in Thailand lebende Partnerin das Ja-Wort unter Palmen am Strand von Phuket oder Khao Lak mit dem Meer als Hintergrundkulisse zu geben.

Ein solcher Wunsch, dem in Europa oftmals sehr unbeständigen Wetter zu entfliehen und die Flitterwochen unmittelbar nach der Trauung mit einem Hochzeitsdinner am Strand beginnen zu lassen, steht wesentlich weniger im Weg als viele glauben. Eine Heirat in Thailand, obwohl beide Partner Nicht-Thailänder sind, ist wesentlich einfacher und unbürokratischer zu realisieren, als viele glauben. Nachfolgend sollen die Voraussetzungen und Erfordernisse dargestellt werden, die erforderlich sind, damit Nichtthailänder in Thailand heiraten können.

Wer also mit dem Gedanken spielt, muss sich bei seiner Heimatgemeinde ein sogenanntes Ehefähigkeitszeugnis besorgen. Dieses Ehefähigkeitszeugnis anschließend ins Thailändische übersetzt und beglaubigt werden. Weiterhin ist es erforderlich, sich bei der deutschen Botschaft in Bangkok eine sogenannte Konsularbescheinigung zu besorgen, dies ist eine Bescheinigung, aus der hervorgeht, ob einer der Partner bspw. geschieden, verwitwet oder ledig  ist und eventuell Kinder hat.

Wenn diese Unterlagen für beide Ehepartner vorliegen, steht der Hochzeit in Thailand nichts mehr im Wege.  Es ist in Thailand nicht erforderlich, beim Standsamt einen Termin zu vereinbaren, die Bestellung eines Aufgebots ist nicht erforderlich, doch ist dies empfehlenswert, insbesondere wenn man gegen eine geringe Gebühr die Trauung außerhalb der Amtsräume, bspw. am Strand vollziehen möchte.

Weiterhin bieten viele Hotels dann noch spezielle Hochzeitsarrangements an, um einen romantischen Rahmen für die Hochzeitszermonie zu bieten.

Nach erfolgter Eheschließung müssen die Hochzeitsdokumente, die in der Regel auf thailändisch erstellt sind, wieder übersetzt, beglaubigt und legalisiert werden.

Anschließend wird die Ehe in Deutschland beim Einwohnermeldeamt eingetragen. Als Datum der Eheschließung gilt, unabhängig von der Eintragung der Ehe in Deutschland, der Tag der Eheschließung in Thailand.

Sich seinen Traum von der Eheschließung in Thailand zu erfüllen ist nicht sonderlich schwierig und mit weniger Aufwand verbunden als allgemein hin angenommen wird. Ein teurer Hochzeitsplaner etc. ist nicht unbedingt erforderlich.

Dieser Artikel kann nur einen kurzen Überblick über das Heiraten in Thailand darstellen, gerne stehe ich, sowie meine thailändischen Kollegen, Ihnen bei Fragen zu diesem Themenbereich, wie auch zu anderen rechtlichen Fragestellunen das thailändische Recht betreffend, unter www.thairecht.com oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung.

 

Rentnervisum in Thailand

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Das sogenannte Retirement Visa, das offiziell „Non-Immigrant „O“-retirement Visa“ heißt, oder umgangssprachlich „Rentnervisum“, ist für Personen gedacht, die einen längerfristigen Aufenthalt in Thailand planen, also über die Monatsdauer des sogenannten „Visa on arrival“ bzw. die 3-monatige Gültigkeitsdauer eines Touristenvisas in Thailand bleiben wollen.

Das Retirement Visum kann in der Regel bei einer thailändischen Botschaft oder einem Konsulat beantragt werden. Voraussetzung hierfür ist zunächst, dass der Antragssteller das 50 Lebensjahr erreicht hat.

Weiterhin muss dargelegt werden, dass der Antragssteller in der Lage ist, für seine Kosten, die bei einem einjährigen Aufenthalt in Thailand entstehen, selber aufkommen zu können.

Aus diesem Grund wird verlangt, dass der Antragssteller über ein nachweisebares Vermögen bzw. Einkünfte von mindestens jährlich 800,000 THB verfügt. Dieser Nachweis kann wie folgt erfolgen:

- Drei Monate vor Antragsstellung befindet sich auf einem thailändischen Bankkonto ein Guthaben von 800.000 Baht. Diese 800.000 THB müssen drei Monate vor Antragsstellung ständig vorhanden sein, können aber, sobald das Visum ausgestellt wurde, angetastet werden.

Man muss in diesem Fall lediglich darauf achten, dass dieser Betrag 3 Monate vor Ablauf des Rentnervisums wieder aufgefüllt wird.

- Eine weitere Möglichkeit, die finanziellen Voraussetzungen für das Rentnervisum zu erfüllen, ist der Nachweis, dass man über ein monatliches Einkommen von mindestens 65,000 THB, also momentan etwa 1.625 EUR verfügt.

Dieser Nachweis kann in Form von Rentenbescheinigungen, Zinseinkünften, Mieteinnahmen etc. erbracht werden.

- Schließlich ist ein Nachweis, dass man seinen Lebensunterhalt in Thailand eigenständig erwirtschaften kann, auch aus einer Kombination von Guthaben auf dem Bankkonto und laufendem Einkommen möglich, solange diese in der Summe nicht weniger als 800000 Baht ergeben.

Ein Ausländer, der mit einem Rentnervisum in Thailand lebt, muss jedoch beachten, dass er in Thailand nicht arbeiten darf.

Neben dieser finanziellen Hürde sind weitere Voraussetzungen zu erfüllen:

-       1vollständig ausgefüllter Visums-Antrag + 2 Kopien

-       Reisepass im Original (muss mind. 18 Monate gültig sein)

-       3 Kopien der ersten Seite des Reisepasses

-       3 Passbilder

-       Kopie der Flugbestätigung

-       Gesundheitszeugnis vom Hausarzt (Original + 2 Kopien)

-       Polizeiliches Führungszeugnis (Original + 2 Kopien)

-       Lebenslauf (in englischer Sprache) (Original + 2 Kopien)

Die Kosten für die Erteilung eines Rentnervisums belaufen sich momentan auf 130 Euro, die bei der Botschaft oder dem Konsulat entrichtet werden müssen.

Dies sind die gesetzlichen Voraussetzungen, teilweise haben Konsulate und Botschaften ihre eigene Anwendungspraxis bezüglich der vorzulegenden Dokumente. Es kann daher sein, dass ein Konsulat eines der oben genannten Dokumente nicht vorgelegt haben will, aus diesem Grund sollte man sich vorher direkt bei der Botschaft oder dem Konsulat erkundigen.

Es gibt noch eine weitere Besonderheit zu beachten: Es gibt 2 Arten des Rentnervisums, die sogenannten „Single“ und „Multiple“ Varianten. Bei einem Single Visum kann man zwar aus Thailand ausreisen, das Visum verfällt allerdings, eine Wiedereinreise mit diesem Visum ist dann nicht mehr möglich. Bei einer geplanten Ausreis sollte man sich daher vorher an die örtliche Immigration wenden, damit man gegen Zahlung einer Gebühr sein Visum dahingehend ändert, dass die Wiedereinreise auf der selben Visagrundlage möglich ist.

Bei einem Multiple Visum besteht diese Notwendigkeit nicht, man kann Thailand verlassen und problemlos mit diesem Visum wieder einreisen.

Schließlich ist zu beachten, dass man sich auch bei einem vorhandenen Jahresvisum regelmäßig, also alle 90 Tage, beim Immigration Office melden muss um dort den 90-Tage-Stempel zu erhalten.

 

Richtig vererben in Thailand

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Wer in Thailand Werte in Form von Immobilien, Sparbüchern, Autos oder Motorrädern geschaffen hat, der sollte, um im Falle seines Ablebens sicherzustellen, dass auch die richtigen Personen als Erben bedacht werden, ein thailändisches Testament abschließen.

Dies sollte auch dann abgeschlossen werden, wenn bereits ein Testament in Deutschland vorhanden ist.

Weiterhin sollte ein Testament in Thailand nach den hiesigen gesetzlichen Vorschriften errichtet werden. Dies hat den Vorteil, dass man den Erben hierdurch viel Zeit und Geld erspart und diese nicht eventuell langjährige Gerichtsverfahren auf sich nehmen müssen, um in den Besitz des Erbes zu gelangen.

Grunderwerb und Testament

Gerade auch im Bereich des Immobilienbereichs sollte man bspw. im Rahmen einer 30-jährigen Landpacht daran denken, sich die Möglichkeit des „Vererbens“ in den Pachtvertrag mitaufnehmen zu lassen. Ist dies nicht der Fall, so fällt das Grundstück nach dem Tod des Pächters an den Eigentümer zurück, denn der Vertrag ist nur zwischen diesem und dem Grundstückseigentümer zustande gekommen. Man sollte daher darauf achten, dass man eine entsprechende Restlaufzeit eines Pachtvertrags weiter vererben kann.

Deutsches Testament – Thai Testament

Zwischen einem deutschen Testament und einem thailändischen bestehen Unterschiede. Wenn lediglich ein nach deutschem Recht erstelltes Testament vorhanden ist, so werden die Erben eventuell einen Erbschein unter Mitwirkung des zuständigen Nachlassgerichts erstreiten müssen. Hierdurch entstehen nicht unerhebliche Kosten beispielsweise für die Beauftragung eines Anwalts, Übersetzungen und Beglaubigungen. Selbiges Problem wird sich auch dann ergeben, wenn das Testament nicht ordnungsgemäß nach thailändischen Vorschriften zustande gekommen ist

Wenn kein Testament oder lediglich ein unwirksames Testament vorhanden ist, so gilt die gesetzliche Erbfolge nach thailändischem Recht, bzw. das Vermögen wird solange eingefroren, bis Klarheit über die Nachlassregelung besteht.

Es ist daher sehr ratsam, für sich in Thailand befindliches Vermögen ein Testament zu errichten.

Grundsätzlich bestehen 3 Möglichkeiten, in Thailand ein Testament zu errichten. Bei all diesen Varianten muss der Erblasser bestätigen, dass er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist.

Handgeschriebenes Testament

Der Erblasser kann ein handgeschriebenes Dokument erstellen, in welchem er über seine Vermögenswerte verfügt und bestimmt, wer nach seinem Ableben diese erhalten soll. Dies eigenhändig geschriebene Testament ist mit dem allseits bekannten deutschen Testament vergleichbar.

Problematisch an dieser Form des Testaments wird jedoch in der Regel sein, dass es lediglich in deutscher Sprache und nicht in Thai abfasst ist.

Im Erbfall entstehen dann wiederum Kosten für die Übersetzungen, Beglaubigungen etc.

Wenn ein Testament nicht ordnungsgemäß hinterlegt ist, besteht ebenfalls immer die Gefahr, dass dies im Erbfall nicht auffindbar ist.

Ein handgeschriebenes Testament ist mit Sicherheit eine sehr kostengünstige Variante, die allerdings naturgemäß einige Risiken beinhaltet.

Schließlich werden oftmals Vermögenswerte nicht so detailliert beschrieben, bzw. Erben nicht ordnungsgemäß benannt.

Testament vor Zeugen

Eine weitere Alternative ist ein durch 2 Zeugen gegengezeichnetes Dokument.

Dieses  Dokument, das in Gegenwart von 2 Zeugen verfasst wird, kann maschinell geschrieben sein, muss jedoch eigenhändig unterschrieben vom Erblasser und den beiden Zeugen sein.

Hinterlegung beim Amphoe

Weiterhin gibt es die Möglichkeit, bei der entsprechenden kommunalen Verwaltung (Amphoe) des Wohnsitzes ein Testament zu machen und dieses dort zu hinterlegen.

Anwaltliches Testament

Schließlich gibt es die Möglichkeit, ein Testament durch einen Anwalt erstellen zu lassen und dieses dann auch dort zu hinterlegen.

Dies hat den Vorteil, dass man sicher sein kann, dass das Testament ordnungsgemäß zustande kommt, es ordnungsgemäß hinterlegt werden kann und der Anwalt sich im Erbfalle auch um die Verteilung des Erbes kümmern wird. Weiterhin wird der Anwalt den Erblasser auch ausführlich beraten und ihm sämtliche Optionen im Umgang mit dem Nachlass aufzeigen.

Die Praxis zeigt oft genug, dass es ungemein schwierig und kostenintensiv ist, eine deutsche Erbfolgeregelung in Thailand durchzusetzen. So sollte ebenfalls ein Nachlassverwalter bestimmt werden, der dafür Sorge trägt, dass der letzte Wille auch befolgt wird.

Mit einem thailändischen Testament kann man hingegen sich sein, dass die Erben problemlos und zeitnah Eigentümer des Nachlasses werden.

Gerne stehen wir Ihnen für weitere Fragen zu diesem Thema und anderen rechtlichen Fragen des thailändischen Rechts unter www.thairecht.com oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. zur Verfügung.

   

"Landkauf" in Thailand durch die Ehefrau

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Ein Eigentumserwerb an Grundstücken, wie man ihn aus Deutschland kennt, ist in Thailand Ausländern gesetzlich untersagt. Da viele Ausländer jedoch den Wunsch hegen, in Thailand rechtssicher über Grund und Boden verfügen zu wollen, zumindest auf Zeit, wird vielfach auf einen Leasingvertrag, also eine Langzeitpacht zurückgegriffen.

Nach dem thailändischen Gesetz ist die maximale Pachtdauer für ein Grundstück 30 Jahre, es sind darüber hinaus gesetzlich zwei Verlängerungen um jeweils 30 Jahre vorgesehen, wobei die Landämter lediglich die ersten 30 Jahre registrieren, es ist somit nicht möglich, bereits im Jahr 2014 eine weitere Pacht für das Jahr 2044 bzw. 2074 einzutragen.

Eine Pacht von mehr als 3 Jahren muss, so schreibt es ebenfalls das thailändische Gesetz vor, in die Landbesitzurkunde, dem Chanod eingetragen werden, dies geschieht durch Pachtvertrag, der dann dem örtlichen Landoffice zur Registrierung vorgelegt werden muss.

Ein solcher Vertrag, der allgemein als Pachtvertrag bezeichnet wird, gibt dem Pächter in der Regel weitreichendere Möglichkeiten, als nur das Land für eine Zeit zu besitzen, er kann u.a. das Land unterverpachten, Gebäude errichten, aber auch den Verkauf durch den "Eigentümer" während der Pachtdauer untersagen.

Bei solchen Pachtverträgen tritt allerdings regelmäßig immer die Frage auf: „Von wem darf ein Ausländer pachten?“

Vollkommen unproblematisch ist die Pacht von einem Dritten, also von einem Thailänder, zu dem man in keinem engen Familienverhältnis steht.

In der Regel zahlt der Ausländer dann den "Kaufpreis" im Voraus. Dieser sogenannte Kaufpreis ist der Wert, den der Verkäufer für das Grundstück erzielen möchte. Statt eines Kaufvertrags wird dann zwischen den Parteien ein Pachtvertrag abgeschlossen, der Ausländer pachtet das Grundstück für 30 Jahre mit Verlängerungsoptionen und bezahlt die Kaufsumme, die als Pachtzahlung für die gesamte Vertragslaufzeit im Vertrag bezeichnet wird.

So funktioniert es auch, wenn ein Ausländer durch seine thailändische Freundin Land "erwirbt". Hier wird diese, nachdem sie das Geld an den Verkäufer bezahlt hat, als Eigentümerin in das Chanod eingetragen und der ausländische Freund pachtet dann für 30 Jahre mit Verlängerungsoptionen.

Etwas schwieriger wird es, wenn ein Ausländer über seine thailändische Ehefrau ein Grundstück "erwerben" will, teilweise lehnen Landämter die erforderliche Registrierung der anschließenden Pacht mit der Begründung ab, es sei eine Umgehung der thailändischen Gesetze, wonach Ausländer kein Grund erwerben dürfen.

Eine solche Weigerung ist jedoch nicht gerechtfertigt. Ausländern ist es sehr wohl gestattet, ordnungsgemäß und rechtssicher ein Grundstück von der eigenen Ehefrau zu pachten.

Denkbar sind hierbei zwei  Konstellationen, wenn sich das Grundstück vor der Hochzeit im Eigentum der Ehefrau befunden hat, sei es, dass es durch den ausländischen Freund finanziert wurde oder dass es aus Familienbesitz stammt. In diesem Fall kann der jetzige ausländische Ehemann das Grundstück problemlos von seiner Ehefrau pachten, da das Grundstück offensichtlich nicht während der Ehezeit erworben wurde.

Etwas schwieriger stellt sich die Situation dar, wenn ein Grundstück durch die Ehefrau nach der Hochzeit erworben wurde, um dann an den Ehemann, zu "dessen besseren Absicherung" verpachtet werden soll.

In diesem Fall müssen beide Vertragspartner eidesstattlich versichern, dass das Grundstück durch Mittel der Ehefrau erworben wurde, über die sie bereits vor der Eheschließung verfügt hat.

Bei Vorlage einer solchen Versicherung werden die Landämter den Pachtvertrag zwischen den Eheleuten ordnungsgemäß und rechtssicher eintragen.

Lediglich ein ordnungsgemäß registrierter und im Chanod, also der Landbesitzurkunde, eingetragener Pachtvertrag schützt ausländische "Grundstückskäufer" wirksam.

Alle anderen Modelle, wie lediglich die Absicherung durch einen Darlehensvertrag, sind vollkommen unzureichend und führen im Ernstfall zu erheblichen Problemen, seine vermeintlichen Rechte am "eigenen" Grundstück durchzusetzen.

Dies liegt zum einen daran, dass das thailändische Recht in Section 538 des Civil and Commercial Codes vorsieht, dass Pachtverträge über 3 Jahre bei der zuständigen Behörde registriert werden müssen. Wird dies unterlassen, wird lediglich eine Pachtdauer von 3 Jahren angenommen, der Pachtvertrag ist somit nach Ablauf von 3 Jahren vollkommen hinfällig und eine Berufung auf den Vertrag nicht mehr möglich, bzw. rechtlich nicht relevant.

Zum anderen besteht bei einem Darlehensvertrag auch im Falle des Obsiegens, ob der Schuldner überhaupt leistungsfähig, also in der Lage ist, die Verbindlichkeiten zurück zahlen zu können.

Als Fazit bleibt somit festzustellen, dass Ausländer, die in Thailand in Land investieren, dies niemals ohne einen Pachtvertrag tun sollten. Weiterhin bleibt festzustellen, dass es auch im nachhinein verheirateten oder unverheirateten Ausländern jederzeit möglich ist, eine nicht schriftlich vereinbarte und nur auf gutem Willen basierende Nutzung des Grundstücks, welches von ihnen finanziert wurde, jederzeit vertraglich rechtssicher anzupassen und dies beim Landoffice eintragen zu lassen. Viele Berichte von Ausländern zeigen leider oftmals, dass ein solches Unterlassen im nachhinein ein großer Fehler war und sie hierdurch sehr viel Geld verloren haben.

Bei weitergehenden Fragen zu diesem Themenkomplex, sowie anderen rechtlichen Fragen, wenden Sie sich gerne jederzeit entweder unter www.thairecht.com oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. mich und meine Thaikollegen.

 

Verwaltungsstruktur in Thailand

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Das Königreich Thailand, mit einer Fläche von 513.115 qkm und einer Einwohnerzahl von etwa 69,5 Mio. gliedert sich in 76 Provinzen (Changwat).

Bangkok, das teilweise als 77. Provinz bezeichnet wird, hat hingegen einen Sonderstatus, ist aber verwaltungsmäßig mit einer Provinz gleichzusetzen.

Die Größe der einzelnen Provinzen variiert sehr stark. So ist Ang Thong mit lediglich 968 qkm die kleinste, während Chiang Mai und Nakon Ratchasima mit mehr als 20.000 qkm die flächenmäßig größten Provinzen darstellen.

Auch bezüglich der Einwohnerzahlen gibt es erhebliche Unterschiede, während nach der Stadt Bangkok mit mehr als 8 Mio. Einwohnern Nakon Ratchasima mit etwa 2,5 Mio. Einwohnern die bevölkerungsreichste Provinz ist, ist Ranong mit lediglich 160.000 Einwohnern die kleinste Provinz.

Benannt sind die Provinzen in der Regel nach deren bevölkerungsreichster Stadt  „Amphoe Mueang“, hier ist auch der Sitz der Verwaltung.

Geographisch lassen sich die Provinzen wie folgt aufteilen:

Nordthailand: Chiang Mai (เชียงใหม่), Chiang Rai (เชียงราย), Lampang (ลำปาง), Lamphun (ลำพูน), Mae Hong Son (แม่ฮ่องสอน), Nan (น่าน), Phayao (พะเยา), Phrae (แพร่), Uttaradit (อุตรดิตถ์)

Westthailand: Kanchanaburi (กาญจนบุรี), Phetchaburi (เพชรบุรี), Prachuap Khiri Khan (ประจวบคีรีขันธ์)Ratchaburi (ราชบุรี), Tak (ตาก)

Nordosten (Isaa): Amnat Charoen (อำนาจเจริญ), Buri Ram (บุรีรัมย์), Chaiyaphum (ชัยภูมิ), Kalasin (กาฬสินธุ์), Khon Kaen (ขอนแก่น),  Loei (เลย),  Maha Sarakham (มหาสารคาม), Mukdahan (มุกดาหาร), Nakhon Phanom (นครพนม), Nakhon Ratchasima (นครราชสีมา), Nong Bua Lamphu (หนองบัวลำภู), Nong Khai (หนองคาย, Bungkal, Roi Et (ร้อยเอ็ด), Sakon Nakhon (สกลนคร), Si Sa Ket (ศรีสะเกษ),  Surin (สุรินทร์),  Ubon Ratchathani (อุบลราชธานี), Udon Thani (อุดรธานี), Yasothon (ยโสธร)

Zentralthailand: Ang Thong (อ่างทอง), Ayutthaya (พระนครศรีอยุธยา), Bangkok (Krung Thep Maha Nakhon), Special Governed District (กรุงเทพมหานคร), Chai Nat (ชัยนาท), Kamphaeng Phet (กำแพงเพชร), Lop Buri (ลพบุรี), Nakhon Nayok (นครนายก), Nakhon Pathom (นครปฐม), 9. Nakhon Sawan (นครสวรรค์), 10. Nonthaburi (นนทบุรี), Pathum Thani (ปทุมธานี), Phetchabun (เพชรบูรณ์), Phichit (พิจิตร), Phitsanulok (พิษณุโลก,)Sukhothai (สุโขทัย, Samut Prakan (สมุทรปราการ), Samut Sakhon (สมุทรสาคร), Samut Songkhram (สมุทรสงคราม), Saraburi (สระบุรี), Sing Buri (สิงห์บุรี), Suphan Buri (สุพรรณบุรี), Uthai Thani (อุทัยธานี)

Ostthailand: Chachoengsao (ฉะเชิงเทรา), Chanthaburi (จันทบุรี), Chon Buri (ชลบุรี), Prachin Buri (ปราจีนบุรี), Rayong (ระยอง), Sa Kaeo (สระแก้ว),  Trat (ตราด)

Südthailand: Chumphon (ชุมพร), Krabi (กระบี่), Nakhon Si Thammarat (นครศรีธรรมราช), Narathiwat (นราธิวาส), Pattani (ปัตตานี), Phang Nga (พังงา), Phatthalung (พัทลุง), Phuket (ภูเก็ต), Ranong (ระนอง), Satun (สตูล), Songkhla (สงขลา), Surat Thani (สุราษฎร์ธานี), Trang (ตรัง), Yala (ยะลา)

Verwaltet werden die 76 Provinzen von einem Gouverneur (Phu Wa Ratchakan Changwat), hierbei handelt es sich nicht um einen von der Bevölkerung gewählten, sondern vom Innenministerium eingesetzten Verwaltungsbeamten.

Der Gouverneur leitet die Provinz, ist aber an die Vorgaben der Zentralregierung in Bangkok gebunden. Darüber hinaus koordiniert er die Arbeit der in seinem Gebiet tätigen Ministerien, wie bspw. Landwirtschaft, Gesundheit oder Bildung.

Die Provinzen setzen sich wiederum aus einzelnen Amphoe (District), also Bezirken oder Landkreisen zusammen. Insgesamt gibt es 878 Amphoe.

Geleitet werden diese „Distrikte“ durch den Bezirkshauptmann (Nai Amphoe), hierbei handelt es sich, wie beim Gouverneur, wiederum um einen vom Innenministerium eingesetzten Verwaltungsbeamten. Der Bezirkshauptmann untersteht dem Gouverneur.

Das Amphoe, in dem sich die Distriktsverwaltung befindet, wird immer Amphoe Mueang genannt, was übersetzt soviel wie Stadtdistrikt bedeutet.

Kleine Amphoe werden in der thailändischen Sprache als „King Amphoe“ bezeichnet, wobei der Begriff „King“ Zweig bedeutet. King Amphoe werden immer dann eingerichtet, wenn der Weg zum Distriktbüro zu weit ist, es wird somit eine örtliche Zweigstelle eingerichtet.

Unterhalb der Amphoe gibt es Unterbezirke bzw. Gemeinden, sogenannte sub district, auf thai Tambon bezeichnet. Hiervon gibt es in Thailand insgesamt 7.255. In der Regel besteht ein Amphoe aus 8 – 10 Tambon.

Anders als deutsche Gemeinden sind diese jedoch nicht eigenständig im Sinne einer kommunalen Selbstverwaltung, sondern wiederum nur für die Ausführung von Aufgaben der Zentralregierung, insbesondere der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung, öffentlicher Sicherheit, Vorbeugung und Bekämpfung von Katastrophen und Krankheiten, Bevölkerungsregistrierung und Umsetzung von Entwicklungsprojekten der Regierung zuständig.

Abhängig von der Größe und dem Steueraufkommen wird ein Tambon durch eine gewählte Tambon-Versammlung geleitet. Jedes in dem Gebiet ansässige Muban entsendet 2 Vertreter in diese Versammlung. Von ihr wird auch bestimmt, wer den Vorsitz leitet. Der Vorsteher eines Tambons wird Kamnan oder Phan genannt.

Dieser wird traditionell von den Oberhäuptern der in seinem Bereich liegenden Muban (Dorfgemeinschaften) ausgewählt, früher auf Lebenszeit, jetzt nur noch für einen Zeitraum von fünf Jahren.

Die kleinste Verwaltungseinheit stellen somit die Muban, also Dorfgemeinschaften dar. In Thailand gibt es insgesamt 74.963 Muban.

Ein Muban wird umgangssprachlich auch als Ban, also Haus bezeichnet. 74.944 Muban. Nach der Volkszählung des Jahres 1990 bestand das durchschnittliche Muban aus 144 Haushalten oder 746 Personen.

Das Dorf wird gewöhnlich von einem Dorfanführer geleitet, der "Phu Yai Ban" genannt wird. Dieser wird von der Dorfbevölkerung gewählt und muss durch das Innenministerium bestätigt werden.

Ihm stehen bei der Erfüllung seiner Aufgaben zwei Assistenten zur Verfügung, einen für Angelegenheiten der Regierung und einen für Sicherheitsfragen. Es kann zudem noch ein gewähltes Dorfkomitee geben, das als Beratungsorgan fungiert

Die dargestellte Verwaltungsgliederung gilt insbesondere für dörfliche Regionen.

Für Städte bzw. auch die Sonderstatuszone Bangkok gibt es unterschiedliche Bezeichnungen der einzelnen Verwaltungsebenen und deren Organe.

Die „Thesaban“ sind die städtischen Gemeinden in Thailand. Diese werden etwas anders verwaltet als die ländlichen Gebiete bzw. die ländlichen Gemeinden.

Es gibt drei verschiedene Ebenen der Thesaban: die Großstädte, die Städte und die Unterdistrikts-Stadtbezirke. Diese Verwaltungen übernehmen in den städtischen Gebieten sowohl die Aufgaben der Amphoe wie auch der Tambon und Muban in den ländlichen Gebieten.

Großstädte „Thesaban Nakhon“ müssen mehr als 50.000 Einwohner haben. Es gibt momentan 30 Großstädte.

Die Städte "Thesaban Mueang" müssen entweder Provinzhauptstädte sein oder über eine Mindesteinwohnerzahl von 10.000 Personen verfügen und finanziell die verwaltungsmäßigen Aufgaben einer Stadt erfüllen können. Von diesen Stadtkommunen gibt es 172.

Ein Stadtbezirk „Thesaban Tambon“  besteht hingegen aus mindestens 5.000 Einwohnern.

Der Stadt Pattaya kommt hingegen auch eine Sonderrolle zu, wobei deren Verwaltungsstruktur mit denen der sogenannten Thesaban also den Verwaltungsstrukturen grösser Städte zu vergleichen ist.

Bangkok dagegen ist in 50 Distrikte unterteilt, die als Khet bezeichnet werden. Diese Distrikte können mit den Amphoe in ländlichen Bezirken verglichen werden. Die Khet sind noch einmal in 160 "Khwaeng" unterteilt, die Unterbezirke darstellen und im ländlichen Bereich den Tambon entsprechen.

Ein weiterer Unterschied besteht auch bei der Auswahl des Gouverneurs, denn dieser wird in Bangkok wie in den Provinzen ernannt, sondern hier direkt durch die Bevölkerung gewählt.

Der Artikel soll einen groben Überblick über die thailändische Verwaltungsstruktur bieten, eine umfassende und detailierte Behandlung dieses Thema ist im Rahmen einer Kolumne nicht möglich.

Bei Fragen zu diesem Thema, sowie weiteren rechtlichen Fragen, stehe ich Ihnen, sowie meine thailändischen Kollegen sehr gerne unter www.thairecht.com oder Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Verfügung.

   

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