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Appelle von UNO und Bundesregierung gegen Vollzug der Todesstrafe in Indonesien
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Deutschland Nachrichten

Mindestens drei Deutsche unter den Opfern von Nizza

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Berlin - Bei dem Anschlag von Nizza sind auch mindestens drei Deutsche getötet worden. Das Bezirksamt von Berlin-Charlottenburg bestätigte am Freitag auf seiner Internetseite den Tod von drei Teilnehmern einer Schulreise, darunter eine Lehrerin. Insgesamt waren bei der Attacke in der südfranzösischen Stadt am Donnerstag mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen.

"Wir sind zutiefst bestürzt über den Tod zweier Schüler*innen und einer Lehrerin des ersten Abitur-Jahrgangs der Paula-Fürst-Schule und trauern mit den Eltern, der gesamten Schule, Angehörigen und Freunden der Opfer", erklärte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD). Durch die Formulierung war nicht klar, ob es sich wie vom RBB und dem "Tagesspiegel" berichtet um zwei Schülerinnen handelt oder um einen Schüler und eine Schülerin.

Das Auswärtige Amt bestätigte den Tod der drei Berliner zunächst nicht, schloss deutsche Opfer aber nicht aus. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem französischen Botschafter auf dem Pariser Platz: "Wir müssen leider davon ausgehen, dass auch Berliner unter den Opfern sind." Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte: "Wir sind in großer Sorge, dass sich unter den Opfern auch Deutsche befinden."

Ein 31-Jähriger mit tunesischem Familienhintergrund war nach dem Feuerwerk zum französischen Nationalfeiertag am Donnerstagabend in Nizza mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf der Strandpromenade gerast. Mindestens 84 Menschen wurden getötet und dutzende weitere verletzt, bevor Polizisten den Attentäter erschossen. Ob die Tat einen islamistischen Hintergrund hat, war zunächst unklar.

Nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung hielten sich zum Zeitpunkt des Anschlags Gruppen aus zehn Berliner Schulen in Nizza auf. Schüler und Lehrer von neun Schulen seien unversehrt. Nach der Bestätigung durch den Bezirk Berlin-Charlottenburg stehen drei Todesopfer von der Paula-Fürst-Schule fest. Bei einem Opfer handelt es sich nach Informationen des "Tagesspiegel" um eine Deutschlehrerin der 12. Klasse, außerdem seien zwei Schülerinnen ums Leben gekommen.

Laut Auswärtigem Amt wurde ein Konsularteam des Generalkonsulats Marseille nach Nizza entsandt, um vor Ort die Lage weiter aufzuklären und gegebenenfalls betroffenen Deutschen Hilfe und Beistand zu leisten. Das Krisenreaktionszentrum in Berlin, die Botschaft in Paris und das Generalkonsulat in Marseille stünden in engstem Kontakt mit den zuständigen französischen Stellen, hieß es weiter. AFP

 

Deutsche Behörden zogen hundert Pässe und Ausweise von Islamisten ein

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Berlin - Im Anti-Terror-Kampf haben deutsche Behörden einem Zeitungsbericht zufolge rund hundert Reisepässe oder Personalausweise von Islamisten eingezogen. Dies ergab eine Umfrage der "Welt" in den 16 Bundesländern. Pässe und Ausweise seien seit Januar 2015 in jeweils etwa 50 Fällen eingezogen worden, berichtet die Zeitung in ihrer Samstagsausgabe. Eine genaue Angabe ist demnach nicht möglich, weil Hessen und Bayern lediglich Näherungswerte angeben wollten.

Während Pässe bereits seit Längerem eingezogen werden können, ist eine entsprechende Gesetzesänderung mit Bezug auf Personalausweise erst vor einem Jahr im Juli 2015 in Kraft getreten. Islamisten erhalten stattdessen einen Ersatz-Ausweis, der nicht zur Ausreise berechtigt. Dadurch sollen Reisen in Kampfgebiete in Syrien oder Afghanistan sowie eine mögliche Rückkehr in die Bundesrepublik verhindert werden.

Die meisten Ersatzpersonalausweise wurden laut "Welt" in Nordrhein-Westfalen ausgestellt. Insgesamt zehn Mal sei in dem Land davon Gebrauch gemacht worden. In Bayern liege die Zahl "im höheren einstelligen Bereich", wie das Innenministerium in München der "Welt" mitteilte. AFP

 

Bundesregierung stellt sich hinter gewählte Regierung der Türkei

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Berlin - Angesichts des Putschversuchs in der Türkei hat sich die Bundesregierung hinter die gewählte Regierung der Türkei gestellt. Regierungssprecher Steffen Seibert sicherte der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan im Kurznachrichtendienst Twitter die "Unterstützung" der Bundesregierung zu. "Die demokratische Ordnung in der Türkei muss respektiert werden", betonte Seibert in der Nacht zum Samstag. "Alles muss getan werden, um Menschenleben zu schützen".

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehe "in laufendem Kontakt" mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und Kanzleramtschef Peter Altmaier (CDU), erklärte Seibert.

Das Auswärtige Amt riet allen Deutschen in Istanbul und Ankara "zu äußerster Vorsicht", vor allem auf öffentlichen Plätzen und in Menschenansammlungen. Sie sollten Wohnungen und Hotels im Zweifel nicht verlassen und die Medienberichterstattung aufmerksam verfolgen, hieß es in einem aktuellen Reise- und Sicherheitshinweis.

Es sei in Ankara und Istanbul "zu starker Militärpräsenz und dem Einsatz von Schusswaffen" gekommen, erklärte das Auswärtige Amt zur Begründung. Vertreter von Militär und Regierung hätten von einem Putschversuch gesprochen, zur Stunde sei die Lage aber noch unklar. Weil der Atatürk-Flughafen in Istanbul vorübergehend geschlossen worden sei, werde Reisenden geraten, Kontakt mit ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluglinie aufzunehmen.

Die Armee hatte am Freitagabend die Übernahme der Macht in der Türkei verkündet, das Kriegsrecht ausgerufen und eine Ausgangssperre verhängt. Die Armee bezog an strategisch wichtigen Punkten in Istanbul und Ankara Stellung. Präsident Erdogan verurteilte den Militärputsch als einen "Aufstand einer Minderheit in der Armee" und rief die Türken auf, sich der versuchten Machtübernahme auf der Straße entgegenzustellen. AFP

   

EU-Kommission lagen schon 2010 Hinweise auf Abgasmanipulation vor

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Hamburg - Der EU-Kommission lagen einem Medienbericht zufolge schon im Herbst 2010 Hinweise vor, dass Autohersteller die Abgaswerte von Dieselfahrzeugen manipulieren. Wie "Spiegel Online" am Donnerstagabend unter Berufung auf interne Dokumente der EU-Kommission berichtete, war auch die Bundesregierung schon 2012 an Treffen einer Arbeitsgruppe beteiligt, in denen es um Abgasmanipulationen ging. Öffentlich wurde der Betrug im September 2015 mit dem Abgasskandal um Volkswagen, der inzwischen auch andere Autohersteller erfasst hat.

Am 8. Oktober 2010 wurde dem "Spiegel"-Bericht zufolge in einem internen Schreiben festgehalten, es sei wohlbekannt, dass es eine Diskrepanz zwischen den Emissionen von Dieselautos bei der Typenzulassung und im normalen Fahrbetrieb gebe. Es sei auch klar, woran das liege: am "verbreiteten Einsatz gewisser Minderungstechnologien in Dieselfahrzeugen".

Im Mai 2012 informiert dem Bericht zufolge ein Kommissionsbeamter per E-Mail die zuständigen Ministerien in mehreren EU-Ländern, darunter auch das deutsche Umweltministerium, über ein Treffen einer Arbeitsgruppe zu Abgastests. Dabei sei es auch darum gegangen, dass die Autohersteller "heftigen Widerstand" gegen die Einführung bestimmter Tests leisteten. Das Ziel sei offenbar, "die Tür offenzulassen" für die Umgehung von Abgastestzyklen.

In den Dokumenten ist demnach auch mehrfach von Einflussnahme auf die Kommission die Rede, unter anderem durch die Autoindustrie. Gegenmaßnahmen blieben dem Bericht zufolge jedoch aus, unter anderem wegen Unstimmigkeiten innerhalb der Kommission. Aber auch mit den Regierungen der EU-Staaten habe es ein jahrelanges Hin und Her gegeben.

"Die Kommission hätte die Mitgliedstaaten schon vor Jahren auffordern müssen, gegen die Abgas-Mogelei vorzugehen", sagt der Grünen-Europaabgeordnete Claude Turmes dem "Spiegel". Obwohl die Kommission spätestens im Oktober 2010 "harte Erkenntnisse" über Manipulationen gehabt habe, "ist die politische Entscheidung gefallen, nichts zu tun und Zeit zu gewinnen". AFP

 

Ab-in-den-Urlaub-Chef Thomas Wagner bei Flugzeugunglück ums Leben gekommen

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Berlin - Der deutsche Internet-Millionär Thomas Wagner ist bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen. Der Gründer des Leipziger Internetunternehmens Unister und Betreiber von Webseiten wie Ab-in-den-Urlaub.de stürzte am Donnerstag mit einem Kleinflugzeug in Slowenien ab, wie das Unternehmen am Abend mitteilte. Zu Unister gehören unter anderem die Portale Fluege.de und Ab-in-den-Urlaub.de. Die Mitarbeiter seien tief bestürzt über die Nachricht, erklärte ein Sprecher.

Neben Wagner kamen bei dem Flugzeugabsturz noch drei weitere Deutsche ums Leben, wie die slowenische Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei berichtete. Die in den USA registrierte Maschine vom Typ Piper 32 stürzte demnach auf dem Weg von Venedig nach Leipzig in der Nähe der slowenischen Stadt Ajdovscina ab. Der Pilot habe zuvor Vereisungsprobleme gemeldet. Als die Rettungskräfte am Unglücksort eintrafen, fanden sie nur noch das ausgebrannte Wrack der Maschine.

Wagner hatte Unister 2002 in Leipzig gegründet, als er noch Student war. Zu dem Unternehmen gehören auch die Online-Börse Auto.de, das Nachrichtenportal News.de sowie Shopping.de oder Partnersuche.de. Nach Unternehmensangaben besuchen monatlich mehr als zehn Millionen Internetnutzer die Webseiten. Unister hat nach eigenen Angaben rund 1200 Mitarbeiter und gehört beim Verkauf von Online-Pauschalreisen und Flugtickets zu den Marktführern in Deutschland.

Unister erklärte, das Unternehmen werde die Nachfolge Wagners "sehr zeitnah" regeln und kommunizieren. Die Geschäftsleitung habe bereits in einer ersten Krisensitzung am Donnerstagabend die Weichen für die Zukunft des Konzerns gestellt. "Wir können Thomas Wagner nicht kompensieren, aber wir werden sein Erbe bestmöglich im Sinne unseres Gründers fortführen", erklärte Konzernsprecher Dirk Rogl. "Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Thomas Wagner." AFP

   

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