BANGKOK, THAILAND – Die thailändische Behörde für Unternehmensentwicklung (Department of Business Development, DBD) hat für 2026 eine großangelegte Prüfung von mehr als 21.000 Verdachtsfällen angekündigt, in denen Ausländer über Strohmänner Land und Immobilien gehalten haben sollen.
Massiver Schlag gegen Scheinbesitz und Firmenhüllen
Nach Angaben von DBD-Generaldirektor Poonpong Naiyanapakorn will die Behörde 21.459 mutmaßliche Strohmänner-Konstellationen im Immobilienbereich sowie 4.554 weitere Hochrisiko-Firmen landesweit untersuchen.
Im Fokus stehen dabei sogenannte Nominee-Strukturen, bei denen ausländische Investoren thailändische Anteilseigner nur zum Schein einsetzen, um rechtliche Beschränkungen beim Landbesitz zu umgehen. Parallel geht die Behörde auch entschiedener gegen „Corporate Mule“-Konten vor, also Firmenkonstrukte, die lediglich als Hülle für Finanztransaktionen dienen.
„Wir werden die Durchsetzung bereits bei der Unternehmensregistrierung deutlich verstärken“, erklärte Poonpong. Dabei solle Technologie eingesetzt werden, um Beteiligungsstrukturen, Bilanzen und Daten zu Hochrisiko-Personen besser zu verknüpfen und illegale Aktivitäten schneller zu erkennen.
Ausländer drängen in den Immobilienmarkt
Für 2026 setzt das DBD bei den Kontrollen klare Schwerpunkte: Im Mittelpunkt stehen ausländische Direktinvestitionen, Projektentwicklung im Immobiliensektor, landwirtschaftliche Flächen sowie Wohnimmobilien.
Als Zielregionen wurden unter anderem Phuket, Pattaya, Chiang Mai, Surat Thani, Prachuap Khiri Khan sowie der Großraum Bangkok benannt – alles Provinzen mit hohem Tourismus- und Immobiliendruck.
Poonpong berichtete, dass Ausländer aus Russland, Israel, Europa, Indien und China zunehmend versuchten, über Strohmänner Land zu erwerben. „Diese Praxis kann das Vertrauen in das Investitionsklima beeinträchtigen“, warnte er. Bereits seit Anfang Januar seien in Verbindung mit sogenannten Mule-Konten mehr als 200 Verdachtsfälle bei einkommensschwachen Personen identifiziert worden, weitere Schritte liefen.
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Wirtschaftsdaten: Weniger Neugründungen, hohe Schließungswelle
Im Jahr 2025 wurden landesweit 85.251 neue Unternehmen registriert – ein Rückgang um 2,68 % im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig wurden 22.783 Firmen geschlossen, was einem Minus von 3,78 % gegenüber 2024 entspricht.
Im Dezember 2025 zeigte sich ein gemischtes Bild: 5.187 Neugründungen bedeuteten ein Minus von 6,61 % gegenüber November, aber ein Plus von 18,51 % im Jahresvergleich. Dagegen stiegen die Schließungen im Monatsvergleich auf 6.112 Unternehmen, ein Plus von 145 %.
Das eingetragene Kapital im Dezember belief sich auf 13,39 Milliarden Baht – fast 10 % weniger als im November und über 41 % unter dem Vorjahreswert. Besonders stark wuchsen die Bereiche:
• Business-Support-Dienstleistungen (+194,21 %)
• Hotels und Resorts (+48,73 %)
• Transport und Logistik (+29,70 %)
Für 2026 rechnet das DBD angesichts einer noch unvollständigen Konjunkturerholung und externer Risiken nur mit 80.000 bis 85.000 neuen Unternehmensregistrierungen.
Rekordinvestitionen aus dem Ausland
Unter dem Foreign Business Act wurden 2025 insgesamt 1.078 ausländische Geschäftsfälle genehmigt, mit einem Investitionsvolumen von 324,15 Milliarden Baht – dem höchsten Wert seit fünf Jahren. Die Zahl der Genehmigungen stieg um 13 %, der Investitionswert um 42 %.
Nach Anzahl der Projekte lag Japan mit 186 Vorhaben vorn, gefolgt von Singapur (167), China (152), den USA (148) und Hongkong (113). Nach Volumen führte Singapur mit 103,4 Milliarden Baht, vor Japan mit 85,7 Milliarden Baht.
Im strategisch wichtigen Eastern Economic Corridor (EEC) wurden 313 Projekte bewilligt – 29 % aller ausländischen Investitionen – mit einem Volumen von 106,46 Milliarden Baht.
Enge Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden
Bereits 2025 arbeitete das DBD mit 17 Behörden zusammen und überprüfte 46.918 Hochrisiko-Gesellschaften in sechs Branchen, darunter Tourismus, Immobilien, Logistik, Landwirtschaft und Bauwesen.
In den letzten drei Monaten des Jahres führten Kontrollen in zwölf Provinzen zu 11 Fällen, die an die Economic Crime Suppression Division übergeben wurden. 357 juristische Personen wurden an die Anti-Money Laundering Office (AMLO) gemeldet, 3.634 Fälle gingen an die Revenue Department zur weiteren steuerlichen Prüfung.
Die nun angekündigte Kampagne im Jahr 2026 soll diese Linie fortsetzen und Scheinstrukturen im Immobilien- und Unternehmensbereich systematischer aufdecken.
🗣 Wer besitzt Thailand – und wer steht nur im Register?
21.000 Verdachtsfälle. Tausende Firmen. Hunderte Geldkonten.
Wenn Land, Häuser und Unternehmen längst über Strohleute laufen – wie viel von Thailands Wirtschaft ist dann noch wirklich transparent?
Geht es hier um Einzelfälle… oder um ein System, das jahrelang geduldet wurde?
Und die entscheidende Frage: Wird diesmal wirklich aufgeräumt – oder nur sortiert?



Für Leute die glaubten Grund + Boden über eine Company mit Nominees erwerben zu können, könnten nun tatsächlich in ernsthafte rechtliche Probleme schlittern. Jahrzehntelang bis in jüngste Vergangenheit hinein wurden Immobilien auf diese Weise beworben und verkauft. Ein hervorragendes Geschäft für Makler und Rechtsanwaltsbüros. Allen Beteiligten vom Verkäufer über Rechtsanwalt bis hin sogar meistens zum Käufer war bewusst, dass es sich hier um eine sehr windige, letztendlich illegale Rechtskonstruktion handelt. Nur, das wurde über Jahrzehnte toleriert. Damit scheint jetzt Schluss gemacht zu werden. Mit dem Schein sollte man aber derzeit noch vorsichtig sein. Was sie machen wollen und was sie letztendlich wirklich machen, sind ja hierzulande ganz besondere zwei Paar Stiefel.
Jedenfalls sind die Strafandrohungen für Ausländer und Nominees gewaltig. Gefängnisstrafe bis zu 3 Jahren, Geldstrafen von 100k bis 1 Million, Zwangsauflösung der Company, Beschlagnahme von Haus und Grund, Abschiebung und Blacklisting des Ausländers.
Wenn ich so eine Immobilie auf dieser Company basierten illegalen Basis hätte, würde ich trotzdem jetzt schon nach noch möglichen Auswegen mittels Hilfe von kompetenten Rechtsanwälten suchen. Vielleicht ganz sinnig, Kanzleien zu wählen die nicht in den illegalen Vertriebsweg involviert waren oder sind. Aus dieser Bedrohungslage auszusteigen dürfte bestimmt nicht ganz einfach werden und vermutlich auch ziemlich teuer. Aber wie das Kaninchen vor der Schlange ruhig zu halten könnte sich als noch sehr viel schlimmer erweisen.
Das ist lediglich eine/meine Meinungsäußerung und keinesfalls eine Rechtsberatung. Dafür sind, wie erwähnt, Rechtsanwälte zuständig und kompetent. Hoffentlich zumindest!
der staat verdient auch jedes jahr daran wenn ich meine steuererklärung mache-das haus wird jedes jahr höher eingeschätzt und das ist dann der gewinn der versteuert wird–wird das konstrukt denn heute überhaupt noch gemacht?vor 30 jahren war das nun mal gang und gäbe,
Die „Firma“ besitzt ja nur das Land, nicht das Haus.
Oder nicht?
Ich habe ein paar (wenige) Nachbarn die dieses Company-Modell praktiziert haben. Da wurden Haus und Grund nicht getrennt dokumentiert. Und wenn ich den Post von Siegried Mucker richtig lese, dann bei ihm auch nicht. Wie auch immer, wer allein zum Erwerb von Haus+Grund eine Company mit Nominees benutzt hat, bzw. noch nutzt, sollte sich meines Erachtens Rat von einem kompetenten Rechtsanwalt einholen. Und das möglichst bevor irgendwelche Behörden konkret anfangen zu ermitteln.