Führt Thailand bald Streaming-Verbote für Videospiele ein?

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Published in Ausland
Donnerstag, 24 Dezember 2020 14:10
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Live-Streams von Videospielen sind einer der größten Online-Trends der vergangenen Jahre. Millionen von Zuschauern sehen sich regelmäßig die Übertragungen von E-Sports Turnieren und Gaming-Influencern an. Plattformen wie Twitch, Youtube Gaming oder Mixer sind zu einem wichtigen Unterhaltungsmedium für Internetnutzer unter 30 geworden. Auch Thailand hat schon seit längerem eine lebendige Streaming-Gemeinde für Videospiele. Damit könnte aber bald Schluss sein. Denn die thailändische Regierung sieht in den Gaming-Streams eine Gefahr für die Volksgesundheit. Deshalb ist ein Gesetz in Planung, das weitgehende Einschränkungen vorsieht. Noch sind zwar nicht viele Details zur geplanten Reform bekannt. Thailands Streamer sind aber schon jetzt in Aufruhr.

Pläne für eine Regulierung

E-Sports Verbände in Thailand arbeiten nach eigenen Angaben schon seit Jahren mit der Gesundheitsbehörde des Landes zusammen, um Lösungen für die Bedenken zu finden. Besonders die Dauer einiger Streams von bis zu 8 Stunden oder mehr steht in der Kritik. Der Regierung sind die Dialogbemühungen der Gamer aber offensichtlich nicht genug. Sie erwägt, ab Mitte 2021 eine gesetzliche Höchstgrenze festzulegen. Und die ist streng: Maximal zwei Stunden am Tag sollen Streamer dann noch vor der Kamera verbringen dürfen. Zusätzlich sollen gewalttätige Inhalte vollständig verboten werden und eine Genehmigungspflicht für Turniere eingeführt werden. Das könnte weitreichende Auswirkungen haben, denn viele der beliebtesten Videospiele beinhalten Kämpfe in der einen oder anderen Form und könnten dann nicht mehr gestreamt werden. Der harte Kurs der Regierung trifft bei thailändischen Streamern daher auf Unverständnis und wirkt auch auf ausländische Beobachter drastisch.

Glücksspiel-Streams auch hierzulande umstritten

Aus westlicher Sicht ist zunächst kaum verständlich, warum die thailändische Regierung so viel Aufhebens um Gaming-Streams macht. Denn bis auf einige Kontroversen um die Äußerungen einzelner Streamer gibt es wenig Bedenken in Bezug auf die Streaming-Portale. Eine Ausnahme stellen allerdings Glücksspiel-Streams dar, bei denen oft hunderte von Euros an einer virtuellen Slot Machine gesetzt werden. Das können sich die Streamer unter anderem deshalb leisten, weil sie Bonus-Guthaben oder Freispiele von Glücksspiel-Plattformen erhalten. Auch bekannte deutsche Streamer wie MontanaBlack oder Knossi streamen regelmäßig Glücksspiel-Inhalte. Das sorgt in der Öffentlichkeit immer wieder für Kritik, vor allem auch wegen der Vorbildfunktion der Streamer. Trotzdem sieht in Deutschland wohl kaum jemand die Notwendigkeit, gegen Gaming-Streams als Ganzes vorzugehen.

Streamer fürchten um ihre Existenz

In Thailand hingegen fürchten viele Streamer jetzt um ihre Existenz. Sie befürchten, dass eine Beschränkung der Spieldauer auf zwei Stunden am Tag die Austragung vieler Turniere unmöglich machen würde. Sie wünschen sich eine flexiblere Lösung für das Problem. Die Sorgen um die gesundheitlichen Auswirkungen langer Live-Streams sehen sie als übertrieben an. Auch in der Bevölkerung dürfte diese Sichtweise viele Unterstützer haben, denn rund vierzig Prozent aller Thailänder spielt zumindest gelegentlich Videospiele. Allerdings gibt es gerade in älteren Generationen auch viele Bedenken gegenüber dem neuen Phänomen und seinen kulturellen Auswirkungen. Die Initiative der Gesundheitsbehörde dürfte also in einigen Kreisen auch auf Beifall treffen. Unklar ist bislang, wie die Regelung durchgesetzt werden soll. Streamer setzen darauf, dass die thailändische Regierung keine Handhabe bei ausländischen Diensten wie Twitch haben. Das letzte Wort in der Angelegenheit ist also noch nicht gesprochen.

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