Stefan Bradl startet am Sachsenring in der MotoGP

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Donnerstag, 04 Juli 2019 14:32

HJB - Des einen Freud, des anderen Leid: Stefan Bradl darf beim Heimrennen auf dem Sachsenring wieder einmal in der Königsklasse des Motorrad-Sports antreten. Er ersetzt den verletzten Jorge Lorenzo im Werksteam von Repsol Honda. Das teilte der Rennstall gestern Dienstag (02.07.2019) mit.

Damit wird der Moto2-Weltmeister von 2011 Teamkollege des aktuellen MotoGP-Weltmeisters und WM-Führenden Marc Marquez aus Spanien. "Ich freue mich sehr, in Deutschland für das Honda-Werksteam zu fahren. Es ist ein besonderes Rennen für mich, weil es mein Heimrennen ist", sagte der 29-Jährige und fügte an: "Für Lorenzo tut es mir sehr leid. Ich wünsche ihm, dass er sich so schnell wie möglich erholt." Es wird sein zweiter Einsatz in dieser Saison, im spanischen Jerez überzeugte Bradl Anfang Mai als Wildcard-Starter und wurde Zehnter.

Lorenzo fällt länger aus - weitere Einsätze für Bradl?

Der Grund für Bradls Einsatz ist eine schwere Verletzung des dreifachen MotoGP-Weltmeisters Jorge Lorenzo (ESP). Der Honda-Stammpilot zog sich bei einem Trainingssturz in Assen/Niederlande vor gut einer Woche einen Wirbelbruch zu und wird länger ausfallen. Bradl ist Testfahrer von Honda in der MotoGP und damit erste Wahl als Ersatzmann. Gut möglich, dass weitere Einsätze für ihn anstehen. Bereits im Vorjahr kam er fünf Mal als Ersatzmann zum Einsatz - unter anderem am Sachsenring für den Italiener Franco Morbidelli, der nach dem ersten freien Training passen musste. Damals verpasste der Zahlinger die Punkte als 16. denkbar knapp. Nun startet der siebenmalige Grand-Prix-Sieger aber das erste Mal für das Honda-Werksteam mit dem besten Material.

Marquez dominiert wieder und ist der Favorit

In der Gesamtwertung grüsst der Dominator der Vorjahre auch in dieser Saison wieder von der Spitze. Nach acht von 19 WM-Läufen liegt Marquez mit 160 Punkten an der Spitze. Die Hälfte der Saisonrennen hat er gewonnen, dreimal war er Zweiter. Hinter dem 26-Jährigen folgt der Italiener Andrea Dovizioso aus Italien mit 116 Zählern.

Auf der Strecke nahe Hohenstein-Ernstthal gilt der MotoGP-Weltmeister der Jahre 2013, 2014, 2016, 2017 und 2018 ohnehin als grosser Favorit. Die letzten sechs Rennen der grössten Klasse am Sachsenring gingen stets an den Spanier. Klassenübergreifend hat er seit 2010 kein Rennen auf dem 3,671-Kilometer langen Rundkurs mit seinen zehn Links- und drei Rechtskurven* mehr verloren. Eine überragende Statistik.

Schrötter, Folger & Co. in der Moto2

In der zweithöchsten Klasse Moto2 dürfen sich die Hunderttausenden Fans in Westsachsen auf insgesamt vier deutsche Fahrer freuen. Bestplatzierter in der WM-Wertung ist Marcel Schrötter als Siebter (81 Punkte). Das Motto für ihn lautet: Angriff. "Natürlich, es ist mein Heimrennen, da will ich vorne mit dabei sein", so der 26-Jährige. Einfach wird das aber nicht: "Der Sachsenring ist ganz speziell, es gibt eigentlich keine Gerade, nur Kurven, viel Schräglage, beschleunigen und keine richtigen Bremspunkte. Der Sachsenring erfordert eine ganz andere Fahrweise."

Lukas Tulovic - der seine erste volle Saison in der WM fährt - konnte drei Punkte sammeln und ist 27. Die Top 15 verpasst haben bisher Philipp Öttl und Jonas Folger. Bei Öttl ist gar ein Start am Sachsenring noch fraglich. Der KTM-Pilot stürzte in Barcelona Mitte Juni und verpasste sowohl das dortige Rennen, als auch den GP von Assen.

Anders ist die Situation bei Folger: Nach einer langwierigen Erkrankung kämpft er sich langsam wieder zurück und ist als Ersatzfahrer seit zwei Rennen im Feld der Moto2. In Barcelona und Assen verpasste er als 19. bzw. 17 die Punkteränge. Sehr unwahrscheinlich, dass er am Sachsenring in den Kampf um den Sieg eingreifen kann.

Dazu kommen noch die beiden schweizer Töffcracks Tom Lüthi als Führender der Moto2 und Dom Aegerter.

Sehnsucht nach deutschen Erfolgen

Nach einem Einbruch der Besucherzahlen 2017 (164.801) hoffen die Veranstalter in diesem Jahr wieder auf etwa 200.000 Zuschauer rund um die Strecke. Und die Fans hoffen natürlich auch auf einen Erfolg in Schwarz-Rot-Gold. Durch das Werksmaterial von Honda hat Bradl sicherlich die besten Chancen. Sein Top-Platzierungen am Sachsenring waren zwei zweite Plätze (2008: 125 cm³/ 2011: Moto2). In der MotoGP wurde er 2013 Vierter.

Insgesamt ist die deutsche Statistik ausbaufähig: Die bisher einzigen drei WM-Lauf-Sieger am Ankerberg waren Ernst Degner auf MZ (125 cm³/GP der DDR) im Jahr 1961, zehn Jahre später siegte Dieter Braun (250 cm³/GP der DDR) und 2012 Sandro Cortese (Moto3).

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