Mittellose Ausländer in Thailand und unbezahlte Krankenhausrechnungen

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Published in Bangkok
Samstag, 19 Juni 2021 17:31

Bangkok - Alle sagen, dass Sie nicht im Ausland sein sollten, wenn Sie nicht krankenversichert sind. Doch die thailändischen Behörden stehen dem ganzen Thema traditionell ambivalent gegenüber, jedenfalls bis vor kurzem. Mit dem Bestreben des Premierministers, Thailand innerhalb von vier Monaten wieder zu öffnen, obwohl das lästige Virus immer noch sehr aktiv ist, stehen unbezahlte Krankenhausrechnungen von Ausländern wieder auf der Tagesordnung.

Das Ausmaß des Armutsproblems ist nicht wirklich bekannt, obwohl der thailändische Gesundheitsminister im Jahr 2019 sagte, der Schaden liege jährlich bei etwa 450 Millionen Baht oder etwa 15 Millionen US-Dollar. Das mag viel erscheinen, aber es ist nichts im Vergleich zu den 2 Billionen Baht, die von internationalen Touristen vor der aktuellen Sperrung ausgegeben wurden. Darüber hinaus wird seit langem angenommen, dass der private Krankenhaussektor in Thailand eine versteckte Prämie auf die stationären Rechnungen legt, um die Nichtzahler zu kompensieren.

Unbezahlte Rechnungen sind natürlich kein thailändisches Monopol. Yasio Sugiura, ein in Tokio ansässiger Krankenhausdirektor, sagte, dass 13 Prozent der japanischen Krankenhauspatienten Ausländer seien. Die Zahlungsausfälle seien so schlimm geworden, dass Krankenhäuser sogar Versicherungen abschlossen, um ihre Verluste auszugleichen. In Südkorea müssen Ausländer, die länger als sechs Monate bleiben, Beiträge in das staatliche Krankenversicherungssystem einzahlen. Dies sind beides Ideen, die Thailand prüfen sollte.

Die überwältigende Mehrheit der Thailand-Besucher waren – und werden es immer bleiben – Kurzurlauber: Etwa die Hälfte sind Chinesen, die sehr, sehr selten versichert sind. Letztes Jahr sagte der thailändische Tourismusminister, dass für alle Ankömmlinge eine Abgabe von 300 Baht erhoben werde, von denen etwa 30 Baht (1 US-Dollar) für unbezahlte Krankenhausrechnungen verwendet würden.

Dieser winzige Schritt, der noch nicht umgesetzt wurde, war absolut nicht dazu gedacht, den Massen eine Reiseversicherung zu bieten, sondern war einfach ein Slush-Fonds, auf den sich Krankenhäuser in finanziellen Notlagen berufen konnten. Im Moment benötigen alle Thailand-Besucher eine Covid-19-Versicherung, aber man kann sich vorstellen, dass diese für vollständig geimpfte Touristen nach der Öffnung des Landes im Herbst nicht obligatorisch sein wird. Die zusätzlichen Kosten und die Bürokratie wären eine starke Abschreckung.

Derzeit wird über eine Krankenversicherung für Expats diskutiert. Eine oder zwei Visakategorien müssen bereits eine „allgemeine“ Krankenversicherung für mindestens 400.000 Baht stationärer Behandlung bieten. Es ist erwähnenswert, dass dies eine klägliche Summe ist, wenn ein Patient vor einer größeren Operation steht, geschweige denn einem Aufenthalt auf der Intensivstation. Die Selbstversicherung wurde als alternativer Weg für Ausländer im fortgeschrittenen Alter, die keinen betrieblichen Versicherungsschutz erhalten, in Betracht gezogen. Vieles bleibt unklar.

Ein separates Problem entsteht, wenn ein Unternehmen zunächst einen medizinischen Anspruch ablehnt. Für Thailand werden keine Zahlen veröffentlicht, aber eine Umfrage von Change Healthcare in Amerika ergab, dass die Ablehnungsrate der Versicherer bei etwa 10 Prozent lag – und steigt, da die Pandemie die Menschheit weiterhin belästigt. Die Hauptgründe für die Ablehnung waren das Fehlen einer Vorabgenehmigung für eine Behandlung, Vorerkrankungen und die Nutzung von Krankenhäusern, die nicht zum Unternehmensnetzwerk gehören.

Das Vachira Phuket Hospital hat die sehr gültige Aussage gemacht, dass Thailand selbst zu einer alternden Gesellschaft wird, die mehr medizinische Versorgung benötigt, das Land kann sich das wachsende Problem der Schulden von Ausländern nicht leisten. Da in Thailand noch kein einziger Ausländer wegen Nichtzahlung einer Krankenhausrechnung erfolgreich strafrechtlich verfolgt oder auf die schwarze Liste gesetzt wurde, können sich die thailändischen Behörden nicht auf unzustellbare Mahnungen verlassen. Die Krankenversicherung ist in der Tat „eine gute Sache“. Aber sie ist kein Allheilmittel ohne eine kohärente und logische Gesamtpolitik.

Quelle: Pattaya Mail

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6 comments

  • Tan
    Comment Link posted by Tan
    Montag, 21 Juni 2021 21:40

    Also... mit 79 Jahren, da hat Mann/Frau doch schon gelebt und somit ist es an der Zeit, sich mit dem Tod auseinander zu setzen, als sich um eine Krankenversicherung zu bemühen, oder...
    Wollt ihr 100 Jahre alt werden...?? 555

  • Holle
    Comment Link posted by Holle
    Montag, 21 Juni 2021 11:37

    Danke F.S.für die Antwort.
    Bei 300b Tourismusabgabe sollen ja auch nur 10% verwendet werden.
    Und ich denke solange ich keine Versicherung habe werde ich nicht da runter als Rentner.
    Dann gibts auch kein Geld mehr.
    Und somit müssen wieder Unschuldige leiden.
    Toll!

  • F.S.
    Comment Link posted by F.S.
    Sonntag, 20 Juni 2021 18:55

    Antwort auf Holle. Sehr richtig was du schreibst, Krankenkasse für Expats die ansässig sind in Thailand. Damit wären wir bedient, aber unter ehrlicher Bedingung wäre ich selber direkt einverstanden, da ich mittlerweile seit dem, dass ich hier bin, nach einer KV suche die mich annimmt als Kunde. Ich bekam einmal die Antwort auf meine Anfrage: Tut uns leid, aber solche Leute in dem Alter ( 79 ) belasten unsere Finanzen zu sehr, versuchen sie dies anderswo. Habe ich getan, derselbe Schmarren als Antwort. Beim Arzt mit 25% belastet zu werden stimmt auch nicht. Ich zahlte öfters bei ein und demselben Arzt statt 25 % 85 % für Visite.

  • Holle
    Comment Link posted by Holle
    Sonntag, 20 Juni 2021 13:50

    Was ist so schwer eine faire Krankenversicherung für Expats zu erschaffen?
    Wenn die dort leben und mit ihrer Rente der Wirtschaft beitragen?
    Ja richtig es gibt zu viele Gierige Mäuler die den Hals nicht voll bekommen mit Korrupten Geld!

  • romano
    Comment Link posted by romano
    Sonntag, 20 Juni 2021 13:03

    wo ist da da eigentlich das problem?
    wer keine KV hat darf nicht in thailand einreisen un ddann gleich mit dem nächsten flieger wieder zurück wo er hergekommen ist.
    oder muß bei der einreise eine abschließen, die aber teuer werden sollte als abschreckung.

    vor kurzem stand hier mal geschrieben, daß diejenigen langzeitresidenten, die einst mit einem non immigrant O-A eingereist sind mittlerweile nicht mehr unbedingt eine thailändische KV brauchen. aber die, die, die mit einem non immigrant O eingereist sind brauchen gar nichts und deren longstay permit wird jährlich ohne irgend einen KV nachweis verlängert.

  • Walter
    Comment Link posted by Walter
    Sonntag, 20 Juni 2021 12:47

    Eine laecherlich kleine Summe! Bei (vor Covid19) 40 Mio Touristen jaehrlich genau Bt. 11.25 pro Tourist. Natuerlich sollten diese Rechnung bezahlt werden, aber nachdem Privatspitaeler Touristen oft 25% oder mehr verrechnen, denke ich, dieser offene Betrag ist verkraftbar!

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