Internationale Organisationen gegen Kinderboxkämpfe

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Published in Bangkok
Freitag, 07 Dezember 2018 00:38

Bangkok – Drei Wochen, nachdem ein 13-jähriger Junge in einem Muay Thai-Ring ums Leben kam, ist der Gesetzentwurf zum Schutz der Kinder noch  nicht eingereicht worden.

Als Reaktion darauf hat das Forschungszentrum für Kindersicherheit und Verletzungs-Prävention (CSIP) das Tourismus- und Sportministerium unter Druck gesetzt, indem es die Bedenken bezüglich des Kinder-Boxens auflistet, die von bekannten internationalen Organisationen geäußert wurden.

Zu den Organisationen gehören die American Academy of Paediatrics (AAP), die Weltgesundheitsorganisation und das US-Arbeitsministerium.

In einem an das Royal College of Paediatricians of Thailand gerichteten Brief wird Thailands Bemühungen, Kinder vor Verletzungen zu schützen, begrüßt, betont jedoch, dass der Sport, bei dem Kinder “absichtlich versuchen, den Gegner zu schädigen”, nicht akzeptabel sei.

In den letzten zehn Jahren hat das AAP mit anderen Agenturen zusammengearbeitet, um die Schäden zu reduzieren, die Kindern mit Extremsportarten zugefügt werden.

“Boxen, einschließlich Kickboxen, setzt Kinder einem unannehmbaren Verletzungsrisiko aus, und daher sollte ihre Teilnahme an diesen Aktivitäten verboten warden”, sagte er und fügte hinzu, dass der Tod des 13-jährigen Boxers die Dringlichkeit betonte, diese Praxis durch das Gesetz zu beenden.

Am 10. November starb der 13-jährige Muay Thai-Kämpfer Anucha Thasako an einer Gehirnverletzung, nachdem er bei einem Kampf in Samut Prakan einen Schlag auf den Kopf erhielt. (Wochenblitz berichtete)

Laut CSIP sei Kinderboxen inakzeptabel, da Verletzungen die psychische Entwicklung des Kindes langfristig beeinträchtigen und als schwerwiegende Fälle von Kinderarbeit betrachtet werden können.

„Diese Boxer werden von ihren Eltern und ihren Boxcamps ermutigt, gegeneinander zu kämpfen, um Geld für ihre Familie zu verdienen und Einkommen für das Camp zu generieren. Spieler setzen auch auf sie. Diese beklagenswerte Praxis hält an, obwohl der Sport das sich noch entwickelnde Gehirn der Kinder schädigt und für den Rest ihres Lebens zu unheilbaren Lernschwierigkeiten und anderen körperlichen und psychischen Folgen führt”, sagte Dr. Liviu Vedrasco.

Vedrasco, Programmbeauftragter der Weltgesundheitsorganisation (Thailand), sprach letzten Monat auf der 13. Weltkonferenz für Prävention von Verletzungen und Sicherheit.

Das Boxgesetz müsse so schnell wie möglich verabschiedet werden, damit Kinder vor Schäden geschützt und nicht ausgenutzt werden können, sagte er.

In der Erklärung des CSIP wurde auch der 2017 veröffentlichte Bericht über die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zitiert, der vom US-Arbeitsministerium herausgegeben wurde, in dem Muay Thai als eine der schlimmsten Formen der Kinderarbeit in Thailand aufgeführt wird. Der Bericht bringt diese bezahlten Boxkämpfe mit der grausamen Arbeit bei Meeresfrüchte verarbeitenden Industrien, Menschenhandel, kommerzieller Ausbeutung und gefährlichen Straßenarbeiten in den Vordergrund.

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CSIP-Direktor Dr. Adisak Plitpolkarnpim sagte, das Gesetz müsse dringend verabschiedet werden. Um es noch während der jetzigen Regierungszeit durchsetzen zu können, müsse das Gesetz bis Ende Dezember der Nationalen Legislativversammlung (NLA) vorgelegt werden.

“Wenn wir diese Gelegenheit verpassen, müssen wir noch einmal von vorne beginnen”, sagte er.

Es habe ungefähr fünf Jahre gedauert, bis die Bemühungen, das Boxen mit Kindern zu verbieten, so weit gekommen seien, sagte er. Es dauerte etwa zwei Jahre, bis die Änderung des Boxgesetzes von 1999 endgültig vom Unterausschuss der NLA für soziale Entwicklung, Kinder, Frauen und Menschen mit Behinderungen dem Unterausschuss für Sport übergeben wurde.

Das Gesetz hat eine heiße Debatte ausgelöst.

Auf der einen Seite haben prominente Muay-Thai-Kämpfer, Boxcamps und Veranstalter starke Einwände gegen die Gesetzesvorlage. Sie behaupten, Kämpfe seien für viele ein Ausweg aus der Armut, und Boxer müssten schon in jungen Jahren die Boxkunst erlernen.

Auf der anderen Seite stehen Ärzte und Kinderrechtsaktivisten, da die Forschung bei jungen Boxern Anzeichen von Hirnschäden zeigt und sie den Sport als einen Fall von Kinderarbeit betrachten.

Quelle: The Nation

Read 330 times Last modified on Freitag, 07 Dezember 2018 08:41

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