Erfahrungsbericht zur Deutschlandreise 24.11. - 8.12.2021

Nach fast drei Jahren die erste Flu­greise nach Deutsch­land anzutreten, war schon recht span­nend. Der Papierkram scheint anfangs unüber­windlich, aber wenn man sich inten­siv damit beschäftigt, geht das eigentlich. Nach­dem ich mich für das Datum 24. Novem­ber bis 8. Dezem­ber 2021 entsch­ieden hat­te, schrieb ich eine Mail an das Berlin­er Reise­büro Thai Asien Flu­greisen (TAF an bernd.​kamjunke@​web.​de) und fragte nach den Möglichkeit­en. Die Antwort kam prompt und ich entsch­ied mich für die Qatar Air­lines. Das war die sich­er­ste Vari­ante, weil diese Air­line ein kosten­los­es Umbuchen, aber auch die Erstat­tung des Flug­preis­es anbot. Bernd Kamjunke riet mir zur Ein­reise nach Deutsch­land nicht die dig­i­tale Ein­reisean­mel­dung zu nutzen, son­dern stattdessen auf die Ersatzmit­teilung auszuwe­ichen, da man hier nicht Gefahr läuft, dass ger­ade, wenn man das Tele­fon braucht, die Bat­terie alle ist.

Auf dem Flugplatz angekommen, war ich doch über den regen Betrieb erstaunt, obwohl ich früher als die geforderten drei Stunden am Check-in erschienen bin, hatte ich mindestens 25 Leute vor mir und es hat fast zwei Stunden gedauert, bis ich mein Gepäck aufgeben konnte und meine Bordkarten bekam. Vorher kam dann noch ein junger Mann auf mich zu und wollte meinen QR-Code für die Einreise nach Deutschland sehen. Da ich den nicht hatte, zeigte ich ihm das Formular, zur Einreiseanmeldung. Er fing nun an Theater zu machen. Ich widersprach allem, und fragte dann etwas lauter, ob er auch Deutsch sei, weil er sich ja hier so gut auskennt. Daraufhin ist er beleidigt davon gerauscht und war nicht mehr gesehen. Wodurch die Passagiere hinter mir in der Abfertigungsschlange gar nicht mehr gefragt wurden! Mein Koffer wog genau 100 Gramm mehr als die erlaubten 25 KG allerdings war mein Handgepäck mit 8,8 Kilogramm zu schwer. Erlaubt sind 7 Kilogramm. Also entnahm ich mein Laptop und steckte es in eine der großen Taschen meiner Fotografen Weste, die ich grundsätzlich auf jeder Flugreise anziehe, weil sich dort auch zusätzlich noch mehrere Kilogramm an Lebensmittel unterbringen lassen. Wenn man wie ich in Thailand lebt und arbeitet, überschätzt man die Kapazität des Gepäcks sehr schnell. So hatte ich mal beim Check-in bei Ethiat in Hamburg 14,4 Kilogramm im Handgepäck. Natürlich gab es beim Check-in die Aufforderung, das Übergewicht zu entfernen. So nahm ich also meine Salami, Gummibärchen und Lakritze raus und steckte alles in meine Weste. „Was machen Sie denn da, so geht das aber nicht!“ Ich antwortete: „Ich nehme jetzt mein Proviant an den Körper, ich habe Angst, ich verhungere!“ Die Dame war zwar nicht sehr amüsiert, ließ mich aber mit meinen Begehrlichkeiten zum Flugzeug. Die Security und auch die Immigration waren dafür schnell und so hatte ich noch genügend Zeit, zum Abflugs Gate zu gelangen. Ich war sehr geschockt, dass alle Duty Free Geschäfte und Restaurants geschlossen waren. Einzig eine Apotheke und ein zwei Taschengeschäfte waren geöffnet. Das Boarding verlief wie gewohnt und die Maschine war nur zu cirka einem Drittel belegt, ich hatte eine Fensterreihe für mich allein.

Die Zwischenlandung in Doha war okay, dort waren alle Restaurants und Duty Free Geschäfte ganz normal geöffnet. In Berlin auf dem BER angekommen, bin ich an den Schaltern, wo man seinen Pass einscannen muss, anschließend läuft man durch eine Schleuse, wo man noch einmal gescannt wird. Nach dieser Schleuse sitzen nochmals zwei Beamte. Einer winkt mich zu sich und will meinen Reisepass sehen! „Wissen Sie, warum ich Sie hier raushole? Sie müssen zum Scannen die Maske abnehmen. Wo kommen Sie denn her, aus Thailand? Sind Sie den geimpft? “ Ich kam mir völlig bescheuert vor, weil ich dachte, dass hier nur die Temperatur gemessen wird. Ich gab ihm meine Impfbescheinigung, die er kurz überflog, dann konnte ich gehen. Das Gepäck war schon da und ich konnte das Flughafengebäude verlassen.

Zur Rückreise am 8.12. war ich auch mehr als drei Stunden vor dem Abflug am BER beim Check-in zum Abflug mit Qatar. Ungefähr 80 Passagiere verteilten sich auf 5 Schalter. Hier spielten sich teils echte Dramen ab. Einige Passagiere hatten den PCR-Test nur auf Deutsch, er muss aber für die Einreise nach Thailand zwingend auf Englisch sein. Wer sein Labor nicht erreichte, wurde gezwungen für teuer Geld einen neuerlichen Test am Flughafen zu machen. Auch wurde nach dem Thaipass und der Buchung vom Quarantänehotel etc. gefragt. Alles wurde genauestens kontrolliert. Penibel wurde auf das Gewicht des Koffers und des Handgepäcks geachtet. Wer die Mehrwertsteuer für in Deutschland gekaufte Waren zurückerstattet haben möchte, darf seinen Koffer nicht abgeben, sondern muss mit dem eingecheckten Koffer zum Zoll am Schalter 5, wo man dann den Stempel zur Erstattung bekommt. Der Zoll kontrolliert, ob die Waren auch wirklich ausgeführt werden. Ich hatte alles im Handgepäck und musste erst die Security und die Passkontrolle hinter mich bringen. Ich habe mich dann zum Zoll durchgefragt und meinen Stemple bekommen. Bei Globe habe ich dann den Brief eingeworfen, eine Erstattung geht nur auf die Kreditkarte etc., Bargeld bekommt man hier nicht!

Das Boarding begann pünktlich, trotzdem sind wir mit erheblicher Verspätung abgeflogen. Aufgrund der Überprüfung der vielen Papiere war man nicht in der Lage, alle Passagiere zeitgemäß einzuchecken. Auch hier erscheint der neue Flughafen leider nur sehr mangelhaft zu funktionieren.

Das Umsteigen in Doha verlief reibungslos. Mit einer halben Stunde Verspätung, gegen 13 Uhr in Thailand gelandet, ging es vom Gate E8 ewig lang in Richtung Immigration. Kurz bevor es nach rechts zu den Schaltern geht, waren parallel rechts und links zum Walkway zirka 100 Stühle in 2er Reihen aufgestellt. Wer saß, musste alle Papiere zum Vorabcheck vorzeigen und wurde dann zu den aufgestellten Hilfsdesks vorgerufen, wo dann nochmals gründlich nachgesehen wurde, ob auch alles stimmt! Reisepass, Thaipass, Versicherung und die Hotelbuchung wurden samt PCR-Test auf Namensgleichheit kontrolliert, bevor man zur Immigration vorgelassen wurde. Ich hatte einen Schalter erwischt, wo nur drei Personen vor mir standen. Trotzdem dauerte es geschlagene 15 Minuten, bis ich an der Reihe war. Der Beamte nahm sämtliche Papier, die teilweise sogar gescannt wurden. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass er mit meinem Re-Entry Permit nicht ganz klarkam, woraufhin ich ihm dann zusätzlich noch meine Arbeitserlaubnis anbot. Dankbar nahm er sie entgegen und scannte hier auch jede Seite, bevor ich den Einreisestempel in meinem Pass bekam und gehen durfte. Am Kofferband angekommen, musste ich dann nochmal eine ganze Weile warten, weil das erst eine Stunde und fünf Minuten nach der Landung anlief. Bis dann mein Koffer an der Reihe war, vergingen nochmal 30 Minuten. Ich befürchtete schon das Schlimmste, weil laut Auskunft des Hotels der PCR-Test bis 14 Uhr abgenommen werden muss, damit man am nächsten Vormittag auschecken kann. Das Taxi und der PCR-Test waren in der Hotelbuchung bereits enthalten. Ich hatte das Hotel bereits vor Beginn meiner Reise via Agoda gebucht und diese Buchung zur Beantragung des Thaipass mit hochgeladen und abgeschickt. Am folgenden Tag schrieb mich das Hotel an, dass ich zwecks Abholung und PCR-Test direkt beim Hotel buchen müsste. Was ich dann auch tat und somit die Agoda Buchung stornierte, nachdem ich das Hotel auch direkt bezahlt und meine Buchungsbestätigung erhalten hatte. Zwei Tage später bekam ich wegen des Thaipass einen ablehnenden Bescheid, weil ich die Agoda Buchung storniert hatte. Also musste ich alle geforderten Papiere erneut zusammen mit der neuerlichen Hotelbuchung hochladen. Der Thaipass, das ist dann eine Seite mit einem QR-Code, kam nach 5 Tagen.

Also, nachdem mein Fahrer vorgefuhr, was keine 5 Minuten dauerte, ist er mit mir zu einem Krankenhaus in der Nähe des Hotels. Nachdem ich von einem komplett vermummten Krankenhausmitarbeiter im Auto sitzend durch das geöffnete Fenster mit den Abstrichen gequält worden war, kam ich 15 Minuten später beim Hotel an. Hier wurde ich auf das Zimmer gebracht. Ich fragte, wann sie denn mit dem Ergebnis des PCR-Testes rechnen würden. Irgendwas um Mitternacht war die Aussage. Meine Frage, ob ich dann auschecken könne wurde bejaht und ich orderte mein Taxi auf ein Uhr morgens, um mich zu meiner Familie nach Pattaya fahren zu lassen. Um 22:15 Uhr bekam ich von der Rezeption Bescheid, dass mein PCR-Test bereits mit einem negativen Ergebnis vorliegt. Worauf ich auscheckte und bereits um 22:30 Uhr im Wagen, der bereits vor Ort wartete, nach Pattaya saß, wo ich dann 2 Stunden später ankam! So konnte ich dann am folgenden Morgen ausgeruht zum Top Resort nach Koh Chang fahren.

Mein Fazit: Es ist eigentlich alles halb so wild. Natürlich ist der finanzielle Aufwand wesentlich höher als man das normalerweise gewohnt ist und ich habe mich schon überwinden müssen, um das ganze aufwendige Theater über mich ergehen zu lassen. Auch gibt es einige Stolperfallen! Zur Einreise nach Thailand muss ein negativer PCR-Test vorliegen, der nicht später als 72 Stunden vor Abflug genommen wurde. Nach Deutschland muss ein Zertifikat vorliegen, was zum Zeitpunkt der Ankunft in Deutschland nicht älter als 72 Stunden ist.

Michael Weber TOP-Resort Koh Chang

Kommentare

Smith | 17.01.2022 22:54

@Tan volle Zustimmung.
Die Thais kön­nen Euch jed­erzeit vor die Tür.
Ihr kön­nt nicht einwandern.
Euer Sta­tus ist und bleibt Langzeittourist.


Tan | 09.01.2022 05:37

@Frank…
Nicht du bist willkom­men in Thai­land, son­dern dein Geld!!!
Du wirst immer nur geduldet in Thai­land sein und da wird sich NIE was ändern!! 


Frank | 31.12.2021 12:07

Danke für den inter­es­san­ten Bericht. Das muss ich mir nicht antun. Da fliege ich lieber auf die Kanaren. Ich warte ab, bis sich die Lage nor­mal­isiert und ich in Thai­land wirk­lich willkom­men bin. So kommt mir das nur geduldet vor.


Bernd | 29.12.2021 18:42

@Michael Weber: Vie­len Dank für deinen Erfahrungs­bericht. Das Reisen ist aktuell nicht ein­fach, und mit thailändis­ch­er und auch deutsch­er Bürokratie schon fast ein Aben­teuer. Ich wün­sche euch mit dem Top Resort” irgend­wann wieder bessere Tage. 
PS: Nimm den Handgepäck Assi” nicht per­sön­lich. Du find­est über­all im Net Kom­men­tarschreiber, deren Sozialver­hal­ten noch deut­lich­es Opti­mierungspoten­zial hat. 


Holle | 19.12.2021 11:54

Komis­ches Ver­hal­ten in mehreren Punkten.
Aber typ­isch diese Handgepäck Assis.
Total übertrieben ….
Im Flieger über­all gibts Snacks usw….
Da muss man keine ganze Sala­mi mitnehmen .
Diese Weste begrün­det ja den Vor­satz also immer Assi gewesen.


Werner Helmert | 19.12.2021 03:39

Gut das ich nie mehr Reise/​Fliege.


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