Thailand zwischen Streetfood und Digitalisierung

Thailand zwischen Streetfood und Digitalisierung

Die anhal­tende Coro­na-Pan­demie beschle­u­nigt die Dig­i­tal­isierung der Arbeitsabläufe in deutschen Unternehmen. Auch andere Bere­iche wie Bil­dung oder Ver­wal­tung bekom­men ein dig­i­tales Make-over.

Doch einen Schub für die Digitalisierung kann man auch in anderen Ländern der Welt erkennen wie beispielsweise Thailand. Das Land ist nicht nur im digitalen Zeitalter angekommen, sondern bereit dieses aktiv mitzugestalten.

Zwischen Streetfood und Smartphone

Nirgendswo zeigt sich der Kontrast zwischen alt und neu, zwischen Tradition und Fortschritt so deutlich wie in den Straßen Bangkoks. Während man sich sein Mittagessen in improvisierten Garküchen am Straßenrand kaufen kann, sitzen Büroangestellte in Anzug und Krawatte in ihre Smartphones vertieft auf bunten Plastikstühlen und shoppen online, buchen ihre nächsten Flüge oder schließen ganze Geschäfte via App ab.

Die Regierung hat bereits 2016 das „Thailand 4.0“ Programm ins Leben gerufen. Ziel ist es durch Investition in Innovation und digitale Infrastruktur das Land als regionalen Hub zu positionieren und auf internationaler Ebene wettbewerbsfähig zu machen.

Im Zuge der Digitalisierung sollen in Thailand vorrangig darauf angelegt, die Kommunikation mit Behörden mehr und mehr elektronisch abzuwickeln. Mittlerweile übersteigt die Anzahl der Mobilverträge die Bevölkerungszahl um 30 % und auch in abgelegenen und schwer erreichbaren Teilen des Landes gibt es eine 4G Netzabdeckung. Die Internetabdeckung wird dabei mittels Kupferdrähte ermöglicht.

“1A Kontaktnachverfolgung” in Zeiten der Pandemie

In Thailand war die digitale Kontaktnachverfolgung im Zuge der Corona-Pandemie beinahe in Vergessenheit geraten – bis ein Schreckensmoment das Land wachrüttelte. Seit Ende Mai kann das südostasiatischen Land keinen neuen lokalen Corona-Fall mehr nachweisen. Da sorgte es für große Aufregung, als Mitte Juli bekannt wurde, dass ein positiv getesteter Angehöriger des ägyptischen Militärs bei einem Kurzbesuch in einer Provinz östlich von Bangkok unterwegs war.

Für das thailändische Contact-Tracing-System namens „Thai Chana“ brachte das die Bewährungsprobe. Die mobile Anwendung dort funktioniert nicht wie hier in Deutschland über Bluetooth-Signale. Die Nutzer müssen sich stattdessen an Orten wie Restaurants, Bars oder Einkaufszentren bei jedem Besuch einchecken, indem sie mit dem Smartphone einen QR-Code einscannen. Sollte an dem jeweiligen Ort ein Covid-19-Fall auftreten, werden die Besucher umgehend informiert und müssen sich testen lassen. Im Fall des ägyptischen Offiziers half dieses System nach offiziellen Angaben, Hunderte potenzielle Kontaktpersonen zu identifizieren. Die anschließenden Tests zeigten: Keiner hatte sich angesteckt.

Doch trotz diesen prominenten und positiven Beispiels des theoretische Nutzen von „Thai Chana“, verliert die Anwendung angesichts der aktuell verschwindend geringen Wahrscheinlichkeit, sich in Thailand mit dem Coronavirus zu infizieren, zunehmend an Akzeptanz. In der Hauptstadt Bangkok ignorieren die meisten Besucher die QR-Codes an den Eingangstüren von Läden und Lokalen.

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