Thailands Wirtschaft vor Absturz: Experten warnen

Baht künftig unter internationaler Beobachtung
123RF, Bangkok Post

BANGKOK, THAILAND – Thailands Wirtschaft wird dieses Jahr wohl nur schwach wachsen. Experten erwarten ein Plus von maximal zwei Prozent. Die Gründe sind politische Unruhe und sinkende Exporte. Auch die hohen Schulden der Bürger bereiten Sorgen. Das Land steht vor einer wichtigen Wahl am Sonntag.

Die Prognose für die Wirtschaft

Der Wirtschaftsverband JSCCIB hat seine Vorhersage für das laufende Jahr bestätigt. Man rechnet mit einem Wachstum zwischen 1,6 und 2,0 Prozent. Das ist für das Land ein eher bescheidener Wert. Viele Firmen blicken deshalb mit großer Vorsicht auf die kommenden Monate.

Ein Grund für die Zurückhaltung ist die unsichere politische Lage in Thailand. Der Verband sieht derzeit keine Anzeichen für einen starken Aufschwung. Auch die Kaufkraft im Land scheint eher schwach zu sein. Die Wirtschaftsexperten bleiben bei ihrer vorsichtigen Linie.

Sorgen um den Export

Der Export ist der wichtigste Motor der thailändischen Wirtschaft. Doch hier wird für dieses Jahr ein Rückgang erwartet. Die Schätzung liegt bei einem Minus von bis zu 1,5 Prozent. Im letzten Jahr waren die Zahlen durch Vorzieheffekte noch ungewöhnlich hoch ausgefallen.

Die starken Zahlen aus dem Vorjahr lassen sich wohl nicht so einfach wiederholen. Zudem macht die starke Landeswährung den Warenverkauf im Ausland teurer. Das trifft viele Fabriken und Bauern im Land hart. Die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Ländern leidet darunter.

Der Einfluss der Währung

Die thailändische Währung, der Baht, war im letzten Jahr sehr stark gestiegen. Ein Plus von neun Prozent gegenüber dem Dollar machte Probleme. Inzwischen hat sich der Kurs zwar etwas beruhigt. Trotzdem bleibt das Geld für ausländische Käufer weiterhin vergleichsweise teuer.

Ein starker Baht ist Gift für den Tourismus und den Handel. Urlauber bekommen weniger für ihr Geld und Waren werden teurer. Der Verbandschef Kriengkrai Theinnukul sieht darin ein großes Risiko. Die Schwankungen am Finanzmarkt verunsichern viele Unternehmer im ganzen Land.

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Strafzölle aus den USA

Die Vereinigten Staaten haben Zölle von 19 Prozent auf Waren aus Thailand erhoben. Das betrifft viele verschiedene Güter, die dorthin verschifft werden. Ähnliche Regeln gelten auch für andere Länder in der Region. Das belastet die Handelsbeziehungen zu den Amerikanern erheblich.

Es gibt zudem noch Unklarheiten bei Waren, die nur über Thailand laufen. Die USA prüfen genau, ob Produkte aus Drittländern so die Zölle umgehen wollen. Diese Ungewissheit erschwert die Planung für viele Logistikfirmen. Niemand weiß genau, wie streng die Kontrollen werden.

Probleme durch Schulden und Politik

Die privaten Haushalte in Thailand sind hoch verschuldet. Das bremst den Konsum im eigenen Land spürbar aus. Wenn die Menschen kein Geld ausgeben, leidet auch das Handwerk und der Handel. Zusätzlich sorgt die politische Lage für eine allgemeine Abwartestimmung bei allen.

Am kommenden Sonntag finden in Thailand Parlamentswahlen statt. Dieser Übergang könnte dazu führen, dass der neue Haushalt später kommt. Ohne festes Budget können wichtige Projekte nicht gestartet werden. Das wäre ein weiterer Bremsklotz für die Entwicklung im nächsten Jahr.

Ausblick auf die Zukunft

Für das übernächste Jahr 2026 sind die Fachleute ebenfalls skeptisch. Es besteht die Gefahr, dass das Wachstum sogar unter zwei Prozent fällt. Die Risiken durch den verspäteten Staatshaushalt wiegen schwer. Langfristige Investitionen werden deshalb oft erst einmal verschoben.

Die Wirtschaft Thailands steht also vor einer schwierigen Durststrecke. Sowohl weltweite Einflüsse als auch hausgemachte Probleme spielen eine Rolle. Jetzt hoffen viele auf klare Verhältnisse nach der Wahl. Nur so kann das Land wieder auf einen stabilen Wachstumspfad finden.

Was denken Sie über die Lage?

Die wirtschaftliche Lage in Thailand bleibt angespannt und betrifft viele Branchen direkt. Wie schätzen Sie die Auswirkungen der US-Zölle auf den Welthandel ein? Glauben Sie, dass politische Stabilität nach der Wahl am Sonntag die Wirtschaft schnell wieder ankurbeln kann?

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Quelle: Bangkok Post

16 Kommentare zu „Thailands Wirtschaft vor Absturz: Experten warnen

  1. etweder der Bath ist zu stark oder die Wirtschaft zu schwach,..beides zu sammen geht nicht,..exxperten,…aus Muecken schiss Elefanten zaubern,….

    1. wenn der TBath auf 39 bis 40 geht,..wird mehr getauscht, somit gut fuer die Wirtschaft,..falls sie schwaechelt,..bei dem Export Boom,..Volkswirtschaft 1. Tag,..

      1. Es geht gar nicht mal so sehr um’s Tauschen, sondern um die interne wirtschaftliche Stärke. Ein starker Baht ist halt nun mal hinderlich für den thailändischen Export, wie überall auf diesem Planeten in Ländern mit einer starken nationalen Währung….

  2. Li-se, absolut korrekt.
    Solange die „Verbildung“ der Kinder, Schüler und Studenten durch Auswendiglernen aufrecht erhalten bleibt, wird sich für die Wirtschaft NULL und NICHTS ändern. Roboter erledigen die Arbeit effizienter und vermögen den Rückgang der Touristen nicht zu Kompensieren. Ich rechne, dass so ab Mitte 26 einige schwierige Jahre auf uns zukommen.

      1. Auswendiglernen unterscheidet sich durch Lernen mit verstehen.
        Anscheinend gibt es noch mehr von diesen Fantasten, die glauben: Wissenschaften könne man durch Auswendiglernen, OHNE zu Begreifen in die Realität umsetzen. Warum gibt es denn keine thailändischen Patent, außer die des verstorbenen, ehrenwerten Königs? Die Realität zeigt, dass man an Stelle von Verstehen, einfach kopiert ohne zu wissen warum man das so macht.

  3. Da die Regierung, Behörden, v.a. die Immigration mit ihren dauernd ändernden Restriktionen, noch höheren Hürden, fast ICE anmutendem Vorgehen gegen die Geld/Investitionen ins Land bringenden Ausländer vergraulen, bekämpfen, betrügen, abzocken, werden viele Potenzielle das Land meiden und schnell Alternativen suchen. Ausländer brauchen Thailand nicht, Thailand aber die Ausländer und ihre Investitionen. Das hat die Elite noch immer nicht kapiert aus falschem Stolz.

    1. Hallo David, den Vergleich mit ICE ist wohl sehr stark übertrieben. Ich habe noch nicht gehört, dass Behörden Menschen grundlos erschossen und/oder Kinder verschleppt haben.
      Außerdem kenne ich keinen Fall in dem Ausländer von den Behörden betrogen wurden.

      Ich finde die Restriktionen insbesondere der Immigration auch ziemlich unnötig und nervig. Für viele Ausländer, die hier thailändische Familie haben, ist es nicht einfach zu sagen ich gehe zurück nach – wohin auch immer, wenn dort vor vielen Jahren die Brücken abgebrochen wurden.

      Ich stimme dir zu, dass die letzten Regierungen nicht erkannt haben wieviel von den Ausländern in Thailand investiert haben und zum Lebenserhalt der Familien gesorgt haben. Vielleicht sollten wir mal alle gemeinsam einen Brief an den zukünftigen Premierminister schreiben und auf die Situation aufmerksam machen. Die Kommentare beim Wochenblitz werden sicherlich nicht von thailändischen Behörden gelesen…

  4. laut Berichten ist aber der Export stark,…Nr.2 wird mind. 500 Km Bahn verlegt,..

    dann kommt Disney Land und dann die reichen,..muessen alle TBath tauschen,…

    und der ist zu stark , ….

  5. Frage an Hans Bachner, wenns nicht um tausch geht um was dann,..verkalkt und ueber 77,..,…wenn TBath getauscht wird geht er nach oben,..wenn Thai Bath verkauft wird geht er nach unten,..da er nach oben geht , wird auch mehr Dollars und Euro verkauft , statt TBath verkauft,..haööo wach,…und TBath gekauft, nennt mann Angebot und Nachfrage,…allerdings ,..kann sich das auch schnell aendern in TH,..es sieht aber seit Jahren nicht so aus,..verstanden,..oder nicht,….

  6. Diese immer wieder aufkommenden Kassandrarufe kenne ich nun schon seit vielen Jahren. Ziemlich alle eigentlich auch ganz gut begründet. Nur irgendwie haben sie sich immer wieder durchlaviert und der große Knall ist abgesehen von 1997/98 ausgeblieben. Ob es auch jetzt wieder gelingt? Keine Ahnung!

  7. Der Thai Baht ist überbewertet wenn es um die wirtschaftlichen Kennzahlen geht. Wenn es um die Futures geht ist er stark überbewertet. Im ETF Ländervergleich liegt Thailand für 2025 in Asien auf dem vorletzten Platz. Hier stimmt also einiges nicht. Aber …, Thailand ist traditionell ein Goldhandelsknotenpunkt. Gold wird in Dollar gehandelt, dann aber wieder in Landeswährung konvertiert. Und…, der Dollar fällt was Gold wiederrum antreibt. Die Konvertierung des Goldhandels in Baht ist inzwischen für 30% der Bahtnachfrage verantwortlich. Das treibt den Baht nach oben und setzt die Exporteure unter Druck. Die Schweiz kennt dieses Szenario seit vielen Jahren und hat Strategien für den Umgang damit entwickelt. Ob sich die aber auf Thailand übertragen lassen ist fraglich. Die Gemengenlage aus hoher Privatverschuldung, niedrigen Einkommen, hohem Tradingaufkommen und den geopolitischen Problemstellungen sind eine gefährliche Mischung welche die Regierung und die Zentralbank aufmerksam verfolgen müssen.

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