Visumantrag in Laos planen

Der Weg zum begehrten Non-O Jahresvisum führt viele über den Mekong nach Laos. Doch neue Abläufe erfordern Präzision. Lohnt sich der Aufwand noch?

Visumantrag in Laos planen
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Der Mann am Mekong: Warum Savannakhet für Expats mit Thai-Ehefrau unverzichtbar bleibt

Die Morgensonne liegt bereits schwer auf der Uferpromenade von Savannakhet. Der breite Mekong fließt träge dahin, auf der anderen Seite verschwimmen die Umrisse von Mukdahan im Dunst. Ein Mann mittleren Alters steht dort, eine schlichte Plastikmappe unter dem Arm.

Er ist nicht allein. Viele Männer wie er haben denselben Weg auf sich genommen – durch die Grenze, über die Brücke, quer durch eine fremde Stadt. Was sie eint, ist das Ziel: ein Stempel, der ein weiteres Jahr in Thailand möglich macht. Was steckt dahinter?

Non-Immigrant O – das Ehevisum, das ein Leben in Thailand erst rechtlich sichert

Das Non-Immigrant O Visum auf Basis einer Ehe mit einer Thai-Staatsbürgerin gilt als einer der stabilsten Aufenthaltstitel für Langzeitexpats. Es erlaubt nach Einreise einen ersten Aufenthalt von 90 Tagen, der anschließend im Inland zur Jahresgenehmigung verlängert wird.

Für viele Männer jenseits der 50 ist dieser Weg die bevorzugte Lösung, um das Leben in Thailand auf eine solide rechtliche Grundlage zu stellen. Doch seit Anfang 2025 hat sich der Weg zum Visum grundlegend verändert – und wer das nicht weiß, reist vergebens an.

Große Änderung seit Januar 2025: Das eVisa-System macht den Papierschalter zum Auslaufmodell

Seit dem 1. Januar 2025 gilt in Savannakhet eine neue Regel: Alle Visumsanträge laufen ausschließlich über das offizielle Portal thaievisa.go.th. Den klassischen Schalter für physische Antragsabgabe gibt es nicht mehr. Die Antragstellung ist damit digital geworden.

Die Reise nach Savannakhet bleibt dennoch Pflicht. Der Antragsteller muss sich physisch im Konsularbezirk aufhalten – und die Visagebühr wird weiterhin persönlich vor Ort bezahlt, da eine Online-Zahlung derzeit nicht möglich ist. Das Konsulat bleibt also unverzichtbar.

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Online-Termin zwingend: Wer ohne Buchung anreist, steht vor verschlossener Tür

Bereits seit dem 4. Juni 2024 akzeptiert das Konsulat in Savannakhet keine Laufkundschaft mehr. Wer einen Antrag stellen will, muss vorab einen Termin über thaivisasvk.com buchen. Slots sind begrenzt und oft innerhalb von Stunden vergriffen.

Die Slots werden nur für 14 Tage im Voraus freigegeben und öffnen kurz vor Mitternacht – wer nicht schnell ist, wartet eine Woche auf die nächste Gelegenheit. Ein Termin lässt sich nach der Buchung nicht stornieren, ein neuer kann erst nach dem ursprünglichen Datum gebucht werden.

Single Entry statt Multi Entry: Was das eVisa-System für Ehegatten konkret bedeutet

Mit dem Wechsel zum eVisa-System ist das früher beliebte Mehrfacheinreisevisum (Multi-Entry Non-O) in Savannakhet laut übereinstimmenden Berichten aus der Expat-Community nicht mehr regulär erhältlich. Ausgegeben wird heute nur noch das Single-Entry-Visum für 90 Tage.

Das ändert die Strategie: Man reist einmal ein, nutzt die 90 Tage für die Verlängerung zur Jahresgenehmigung bei der lokalen Immigration – und wiederholt den Savannakhet-Trip dann im Folgejahr. Für Dauer-Expats bleibt der Ablauf vertraut, nur der Antragsprozess ist moderner geworden.

Was die Ehe belegen muss: Dokumente, die das Konsulat zwingend verlangt

Grundlage des Antrags ist eine nach Thai-Recht gültige Ehe. Das Haushaltsregister (Kor Ror 2) und die Heiratsurkunde mit dem charakteristischen Rosenrand (Kor Ror 3) sind die zentralen Beweisstücke. Fehlende Originale oder unleserliche Kopien führen zur Ablehnung.

Hinzu kommen Kopien des Thai-Ausweises der Ehefrau sowie ihres Hausregisters (Tabien Baan), jeweils beidseitig kopiert und von beiden Ehepartnern unterschrieben. Jede Seite muss lesbar sein und die Unterschriften müssen mit den Originaldokumenten übereinstimmen.

Finanzielle Hürde: Warum 400.000 Baht auf dem Konto immer wichtiger werden

Wer das Ehevisum beantragt, muss laut aktuellen Berichten der Expat-Community zunehmend nachweisen, dass 400.000 Thai Baht (rund 10.800 Euro) für mindestens zwei Monate auf einem Thai-Bankkonto in seinem alleinigen Namen gehalten wurden.

Alternativ werden Rentenbescheide oder andere laufende Einkommensnachweise akzeptiert. Wer aus dem Euro-Raum lebt, sollte Kursschwankungen einplanen. Ohne klaren Finanznachweis wird auch die glücklichste Ehe kein Visum sichern – das hat sich in Savannakhet inzwischen durchgesetzt.

Anreise über Mukdahan: Die Zweite Freundschaftsbrücke als unvermeidlicher Wegpunkt

Die Anreise führt über die Thai-Grenzprovinz Mukdahan, gut erreichbar mit Bus oder Inlandsflug. Von dort bringt ein Shuttle-Bus über die Zweite Thailändisch-Laotische Freundschaftsbrücke auf die laotische Seite – zum Grenzort, der die beiden Länder physisch verbindet.

Der Grenzübertritt selbst erfordert Geduld: Ausstempeln, Bustransfer, Einstempeln. Auf laotischer Seite fällt eine Einreisegebühr an, zahlbar idealerweise in frischen US-Dollar-Scheinen, um schlechte Wechselkurse zu vermeiden. Das laotische Visum ist Voraussetzung, um überhaupt zum Konsulat zu gelangen.

Savannakhet: Eine Kolonialstadt, die zum festen Begriff in der Expat-Welt wurde

Die Stadt empfängt mit breit angelegten Straßen und Gebäuden aus der französischen Kolonialzeit – ein Kontrast zur Betriebsamkeit der Thai-Metropolen. Für die meisten Antragsteller ist sie Mittel zum Zweck, auch wenn die ruhige Atmosphäre die Nerven etwas beruhigt.

In Expat-Foren und an Stammtischen wird das Konsulat in Savannakhet seit Jahren als verlässliche Anlaufstelle beschrieben. Dieser Ruf hat einen stetigen Besucherstrom gesichert – und sorgt gleichzeitig dafür, dass Terminslots schnell vergriffen sind. Früh planen lohnt sich.

Bearbeitungszeit zwei Werktage: Das stille Warten gehört zum Prozess – aber nicht mehr nur eine Nacht

Nach Antragstellung und Gebührenentrichtung beim Konsulat beginnt die Wartezeit. Die offizielle Bearbeitungszeit beträgt zwei Werktage ab Einreichungstag. Wer montags einreicht, holt den Pass frühestens mittwochs ab. Wochenendbuchungen verlängern das Warten entsprechend.

Die Zeit dazwischen verbringen die meisten in den umliegenden Cafés oder kleinen Restaurants der Stadt. Es ist eine Phase, in der man nichts tun kann, außer zu warten. Drängeln oder Nachfragen beim Konsulat gilt als kontraproduktiv – und kann im schlechtesten Fall schaden.

Die Papiermappe: Warum eine Kopie zu viel besser ist als eine zu wenig

Das Herzstück des Antrags ist die vollständig vorbereitete Kopienmappe. Jedes Blatt muss leserlich sein, beide Ehepartner müssen jede Seite unterschrieben haben. Erfahrene Antragsteller bringen zwei komplette Dokumentensätze mit – für jeden Fall gerüstet.

Diese Vorbereitung ist der einzige Teil des Prozesses, den der Antragsteller vollständig in der Hand hat. Ist die Mappe lückenlos, reduziert sich das Risiko einer Ablehnung erheblich. Das Konsulat behält sich vor, jederzeit zusätzliche Unterlagen anzufordern.

Neu seit Mai 2025: Das Thailand Digital Arrival Card muss vor der Einreise ausgefüllt werden

Seit dem 1. Mai 2025 ist das Thailand Digital Arrival Card (TDAC) für alle Einreisenden Pflicht – auch für die Rückkehr nach dem Konsulatsbesuch. Das Formular wird kostenlos über das offizielle Portal der Thai Immigration eingereicht, spätestens 72 Stunden vor der Einreise.

Es ersetzt den früheren Papierbogen TM6 und gilt für Luft-, Land- und Seegrenzen. Nach der Einreichung erhält man einen QR-Code, der beim Grenzübertritt vorgezeigt werden muss. Wer das vergisst, riskiert Verzögerungen direkt an der Grenze – ausgerechnet mit dem frischen Visum im Pass.

Kosten realistisch kalkuliert: Warum der Gesamtaufwand weit über der Visagebühr liegt

Die Visagebühr für ein Single-Entry Non-O beträgt 2.000 Thai Baht (rund 54 Euro), zahlbar nur in Thai Baht beim Konsulat. Dazu kommen Transport, Unterkunft, laotisches Visum und Verpflegung. Realistisch sollte man 10.000 bis 15.000 Baht (rund 270 bis 405 Euro) für den Gesamttrip einplanen.

Wer sparen will, wählt einfache Guesthouses und öffentliche Busse. Ältere Reisende bevorzugen oft etwas mehr Komfort. Kleine Posten wie Kopiergebühren, Passfotos oder Tuk-Tuk-Fahrten sollten nicht vergessen werden. Im Vergleich zur Alternative – eine Ausreise nach Europa – bleibt das Investment überschaubar.

Agenturen und Visumshelfer: Unterstützung ja, aber die Verantwortung bleibt beim Antragsteller

Rund um das Konsulat haben sich Dienstleister etabliert, die Hilfe bei der Dokumentenvorbereitung, Terminbuchung und Begleitung vor Ort anbieten. Für Erstbesucher oder Menschen mit eingeschränkten Sprachkenntnissen kann das eine spürbare Erleichterung sein.

Doch kein Helfer kann einen grundlegend unvollständigen Antrag retten. Die Verantwortung für die Richtigkeit aller Angaben liegt beim Antragsteller selbst – unabhängig davon, wer die Formulare ausgefüllt hat. Wer seinen Thailand-Aufenthalt auch krankenversicherungsseitig absichern möchte, findet hier eine auf Expats zugeschnittene Lösung.

Kulturelles Gespür als stilles Werkzeug: Was beim Umgang mit Behörden wirklich zählt

In Thailand und Laos spielen Höflichkeit und das Wahren von Gesicht eine zentrale Rolle. Ein gepflegtes Auftreten – lange Hosen, Hemd statt Tanktop – signalisiert Respekt. Wer laut wird oder auf Rechte pocht, hat in diesem System meist schon verloren, bevor das Gespräch richtig beginnt.

Ruhige Stimme und ein Lächeln öffnen oft mehr Türen als Konfrontation. Als Gast in einem Land mit eigenen Regeln zählt kulturelle Sensibilität manchmal mehr als Rechthaberei – besonders bei Ermessensspielräumen, die Beamte in Grenzfällen nutzen können.

Rückkehr über die Brücke: Mit Visum im Pass, TDAC auf dem Handy und Finanznachweisen griffbereit

Der Rückweg über die Brücke nach Thailand ist für die meisten der Moment der Erleichterung. Die Thai Immigration stempelt nun 90 Tage in den Pass – der erste Schritt zur späteren Jahresgenehmigung im Inland. Dabei sollten TDAC-QR-Code und Finanznachweise griffbereit sein.

Fragen der Grenzbeamten nach Aufenthaltsort und Reiseziel sollten freundlich und klar beantwortet werden. Sobald der Stempel sitzt, ist der bürokratische Teil erledigt. Was folgt, ist der Alltag in Thailand – für ein weiteres Jahr auf solider Grundlage.

Strategisch vorbereiten: Was Antragsteller vor der Reise konkret prüfen sollten

Gute Vorbereitung beginnt Wochen vorher: Aktuelle Forenberichte lesen, Finanzlage prüfen, Dokumente zusammenstellen und den Online-Termin auf thaivisasvk.com frühzeitig sichern. Wer zu spät sucht, findet oft keine Slots mehr – und verliert damit Wochen.

Ein Plan B für den Fall einer Ablehnung ist kein Pessimismus, sondern Professionalität. Die Zusammenarbeit mit der Ehefrau bei der Dokumentenvorbereitung erhöht die Vollständigkeit und stärkt das Verständnis für den Prozess. Gemeinsam lassen sich bürokratische Hürden deutlich leichter überwinden.

Ein Jahr gewonnen: Was der Stempel im Pass für das Leben in Thailand wirklich bedeutet

Zurück am Mekongufer hat sich die Anspannung des Mannes aus der Eröffnungsszene in Erleichterung verwandelt. In der Tasche: der Pass mit dem Visumsaufkleber, der ein weiteres Jahr mit der Familie in Thailand sichert. Hitze, Aufwand und Kosten – alles vergessen.

Er weiß, dass er in einem Jahr möglicherweise wieder hier stehen wird. Doch für den Moment ist die Hürde genommen. Der Weg über Savannakhet bleibt ein jährliches Ritual – aufwendig, planbar, am Ende lohnenswert.

Anmerkung der Redaktion

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2 Kommentare zu „Visumantrag in Laos planen

  1. Vielleicht stehe ich auf dem Schlauch, aber warum sollte ich nach einem Jahr das Procedere in Laos wiederholen?
    „Man reist einmal ein, nutzt die 90 Tage für die Verlängerung zur Jahresgenehmigung bei der lokalen Immigration – und wiederholt den Savannakhet-Trip dann im Folgejahr.“
    Die Verlängerung nach einem Jahr kann man doch bei der lokalen Immi auch machen, oder was verstehe ich da nicht?
    Nächste Frage: Es heißt „Alle Visumsanträge laufen ausschließlich über das offizielle Portal thaievisa.go.th. Den klassischen Schalter für physische Antragsabgabe gibt es nicht mehr. Die Antragstellung ist damit digital geworden.“
    Warum also einen Termin buchen um einen Antrag zu stellen, Kopien doppelt, etc.? Noch doller die Behauptung „Pass mit dem Visumsaufkleber“. Es gibt im Reisepass bei digitalen Visa keine Aufkleber mehr. Sorry, aber das ist jetzt alles wirklich völlig widersprüchlich.

  2. Das visum kann auch in Thailand verlängern nie ein heiratsvisum machen über 50 besser ein visum ü50 ich mache dass seit über 20 Jahren habe selten probleme gehabt man muss auch etwas geld haben es ist nicht alles billig wie immer behauptet wird

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