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Merkel, Renzi und Hollande beraten über neue Impulse für die EU

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An Bord der Giuseppe Garibaldi (Italien) - Bei der Suche nach Zukunftsvisionen für die EU nach dem Brexit-Votum soll eine der Geburtsstätten der europäischen Idee helfen: Auf der italienischen Insel Ventotene wollten Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag mit Frankreichs Präsident François Hollande zusammenkommen und anschließend auf dem Flugzeugträger Giuseppe Garibaldi über eine Erneuerung der Europäischen Union beraten.

"Es ist einfach, Europa für alles die Schuld zu geben - schwerer, ein anderes Europa aufzubauen, das mehr auf Werte achtet und weniger auf das große Geld", erklärte Gastgeber Renzi auf seiner Facebook-Seite. Dies sei der Grund, weshalb er Merkel und Hollande eingeladen habe. "Wir arbeiten an der Lösung der Probleme", erklärte Renzi. Nach dem Brexit-Votum solle ein Europa geschaffen werden, dessen Ideal "auf Einheit und Frieden, Freiheit und Träumen, Dialog und Identität" basiere.

Auf der Tagesordnung standen Wirtschaftsfragen, die Terrorgefahr, die Flüchtlingskrise, der Syrien-Konflikt sowie die Beziehungen zu Russland und zur Türkei. Doch zu Beginn des Mini-Gipfels wollte Renzi mit Merkel und Hollande zunächst das Grab des kommunistischen Aktivisten und Journalisten Altiero Spinelli besuchen, der während seiner Verbannung auf die Insel Ventotene durch das faschistische Regime Benito Mussolinis das Manifest "Für ein freies und vereintes Europa" schrieb.

Die Staats- und Regierungschefs der drei bevölkerungsreichsten EU-Staaten hatten sich bereits Ende Juni, unmittelbar nach dem überraschenden Votum der Briten für einen EU-Austritt, in Berlin getroffen. Dort plädierten sie dafür, Europa einen "neuen Impuls" zu geben. Mitte September ist im slowakischen Bratislava ein EU-Gipfel ohne Großbritannien zu den Folgen des Brexits geplant.

Italien und Frankreich befürworten vor allem eine stärkere europäische Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung. Dies sei "eine der Lektionen, die wir aus dem Brexit ziehen müssen", sagte Hollande im Juli in Lissabon. Italiens Verteidigungsministerin Roberta Pinotti und Außenminister Paolo Gentiloni warben am 11. August in einem gemeinsamen Zeitungsbeitrag für ein "Sicherheits-Schengen als Antwort auf den Terrorismus". Sie warben für die Schaffung einer "multinationalen europäischen Truppe" für besondere Einsätze. Frankreich wünscht sich zudem den schnellen Aufbau eines europäischen Grenzschutz-Corps, um die Außengrenzen besser zu schützen.

Beim Thema Wirtschaft will Renzi vor allem Merkel überzeugen, dass angesichts der Zugewinne populistischer Parteien in Europa Sparsamkeit und ausgeglichene Haushalte nicht alles seien. Wie auch Frankreich fordert er mehr Investitionen und mehr Flexibilität bei der Haushaltsdisziplin.

Der EU-Außenpolitiker Elmar Brok (CDU) drang im Vorfeld des Treffens auf Reformen in der EU. Insgesamt sei die EU zwar funktionsfähig, sagte Brok dem SWR. Aber vor allem beim Kampf gegen den Terrorismus, der inneren und äußeren Sicherheit, Fragen von Migration und Klimawandel "müssen wir uns besser aufstellen". So müsse etwa bei dem im Aufbau befindlichen Grenzschutz stärker vorangegangen werden, damit die Bürger die Vorteile bei der Sicherheit auch spüren könnten. AFP

 

Ankara will Grenzregion zu Syrien nach Anschlag auf Hochzeit vom IS "säubern"

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Gaziantep - Nach dem Bombenanschlag auf eine kurdische Hochzeitsfeier im Südosten der Türkei will Ankara die Grenzregion zu Syrien vollständig von der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) "säubern". Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte am Montag, die Türkei werde den IS "bis zum Ende" bekämpfen. Unterdessen liefen die Ermittlungen zur Identität des jugendlichen Selbstmordattentäters auf Hochtouren. Die USA verurteilten den Anschlag mit mindestens 54 Todesopfern scharf.

Außenminister Cavusoglu sagte über die IS-Miliz, es sei das "ganz natürliche Recht" der Türkei, "diese Terrororganisation bei uns und im Ausland zu bekämpfen". Die Türkei werde den IS bekämpfen und auch den Kampf anderer Länder und Gruppen gegen die Dschihadistenmiliz unterstützen.

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Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete unterdessen, auf der türkischen Seite der Grenze seien hunderte von Ankara unterstützte syrische Milizionäre versammelt. Sie wollten die syrische Grenzstadt Dscharablus einnehmen, die unter der Kontrolle des IS steht. Offenbar wollten die Kämpfer kurdischen Einheiten zuvorkommen. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle können nur schwer überprüft werden.

Ein junger Attentäter hatte sich am Samstagabend auf einer kurdischen Hochzeitsfeier in Gaziantep im Südosten der Türkei in die Luft gesprengt. Nach den Worten des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan war der Täter zwischen zwölf und 14 Jahre alt. Unklar war weiter, ob er sich selbst in die Luft sprengte oder ob sein Sprengstoffgürtel aus der Ferne gezündet wurde.

Erdogan vermutete die IS-Miliz hinter der grausigen Tat. Jüngsten Angaben zufolge stieg die Zahl der Toten bei dem Attentat auf 54. 66 Verletzte lagen am Montag weiter im Krankenhaus, 14 von ihnen mit schweren Verletzungen.

US-Außenamtssprecher Mark Toner verurteilte den Bombenanschlag als "abscheulichen Angriff". Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates der USA erklärte, die Täter hätten "zynisch und feige" gehandelt. Die USA stünden in engem Kontakt mit den türkischen Behörden. US-Vizepräsident Joe Biden werde am Mittwoch nach Ankara reisen, um die Bereitschaft der USA zu bekräftigen "gemeinsam mit der Türkei, unserem geschätzten Nato-Verbündeten und Partner, der Plage des Terrorismus die Stirn zu bieten".

Der Vorsitzende der linksliberalen, prokurdischen Demokratischen Partei der Völker (HDP), Selahattin Demirtas, erklärte, alle Toten seien Kurden. Viele Dschihadisten sehen die Kurden als ihre Feinde an. Kurdische Milizen spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen den IS in Syrien. Die türkischen Sicherheitskräfte vermuten, dass die Dschihadisten den Anschlag als Vergeltung für die gegen sie gerichteten Offensiven kurdischer und protürkischer Milizen in Syrien verübten.

Die Zeitung "Hürriyet" berichtete, zur Identitätsbestimmung des Täters seien DNA-Tests im Gange. Das Brautpaar überlebte den Anschlag, der gegen Ende der Feier am Samstagabend verübt wurde.

Die Provinzhauptstadt Gaziantep liegt etwa 60 Kilometer nördlich der syrischen Grenze. In der Region haben tausende Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien Zuflucht gefunden. Der Attentäter könnte über die Grenze aus Syrien gekommen sein. Der IS ist aber auch dafür bekannt, eigene Zellen in Gaziantep und sogar in Istanbul zu unterhalten.

Seit Jahresbeginn wurden in der Türkei zahlreiche schwere Anschläge verübt, die der IS-Miliz oder militanten Kurden zugerechnet wurden. Wenige Stunden vor dem Anschlag in Gaziantep hatte der türkische Regierungschef Binali Yildirim einen "aktivere Rolle" der Türkei im Bemühen um eine Beilegung des Syrien-Konflikts angekündigt. AFP

 

Achtjähriger Junge stirbt durch Granatenangriff auf Wohnung in Schweden

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Stockholm - Im schwedischen Göteborg ist ein achtjähriger Junge bei einem Granatenangriff auf eine Wohnung getötet worden. Das Kind schlief nach Polizeiangaben im Wohnzimmer einer Wohnung im Stadtteil Biskopsgarden, als ein Unbekannter in der Nacht zum Montag eine Handgranate durchs Fenster warf. Als Motiv vermutete die Polizei einen Racheakt im kriminellen Milieu.

Die Polizei erklärte, die Zahl der Opfer hätte weitaus höher sein können, weil sehr viele Menschen in der Wohnung lebten. Unter den dort gemeldeten Bewohnern sei auch ein Mann, der wegen eines Racheaktes unter Somaliern verurteilt wurde. Dabei ging es um einen Mord in einer Kneipe im März 2015, bei dem ein polizeibekannter Mann und ein Unbeteiligter getötet wurden. In dem Fall wurden Anfang August acht Menschen zu Haftstrafen zwischen sieben Jahren und lebenslänglich verurteilt.

Schweden hat zwar insgesamt eine niedrige Kriminalitätsrate, aber in einigen Vierteln der größten Städte Stockholm, Göteborg und Malmö ist die Polizei mit zunehmender Waffengewalt konfrontiert. Dabei werden neben Schusswaffen immer wieder auch Granaten eingesetzt. AFP

   

Fluggesellschaft aus Sri Lanka suspendiert betrunkenen Piloten

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Colombo - Die Fluggesellschaft SriLankan Airlines hat einen Piloten vom Dienst suspendiert, der am Freitag betrunken 274 Menschen von Frankfurt am Main nach Colombo fliegen wollte. Die Entscheidung sei nach Erhalt des Ergebnisses des Alkoholtests gefallen, teilte die Fluggesellschaft am Sonntag in der Hauptstadt Colombo mit. Zudem seien interne Ermittlungen eingeleitet worden.

Wie aus Kreisen der Airline verlautete, schlug das Bordpersonal des A330 Alarm, als der Pilot sichtlich betrunken zum Dienst erschienen war. Der Flug UL554 habe sich dann mehr als 15 Stunden verspätet, weil zunächst kein Ersatz gefunden werden konnte.

Die klamme Fluggesellschaft stoppt aus Kostengründen ab Oktober mehrere Verbindungen nach Europa, darunter auch die nach Frankfurt am Main. AFP

 

Erdogan: Attentäter von Gaziantep war zwischen zwölf und 14 Jahre alt

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Istanbul - Der Attentäter, der auf einer Hochzeitsfeier im südosttürkischen Gaziantep dutzende Menschen tötete, war nach Angaben des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan höchstens 14 Jahre alt. "Ein zwischen zwölf und 14 Jahren alter Selbstmordattentäter sprengte sich entweder selbst in die Luft oder trug einen ferngezündeten Sprengsatz", sagte Erdogan am Sonntag bei einer Pressekonferenz in Istanbul.

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Nach Angaben des türkischen Staatschefs wurden bei dem Anschlag am Samstagabend 51 Menschen getötet. 69 Menschen würden noch im Krankenhaus behandelt, 17 von ihnen seien lebensgefährlich verletzt. Der Gouverneur von Gaziantep hatte zuvor von 50 Toten und 94 Verletzten gesprochen. Viele der Hochzeitsgäste waren Kurden. Am Tatort wurden Reste eines Sprengstoffgürtels gefunden.

Erdogan machte erneut die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für den Anschlag verantwortlich. "Wo auch immer der Terror herkommt, das ändert für uns nichts", sagte er. "Als Nation wenden wir unsere gesamte Kraft an, vereint, Hand in Hand, um gegen den Terrorismus zu kämpfen, so wie wir es am 15. Juli getan haben", ergänzte er mit Blick auf die Niederschlagung des Militärputsches. AFP

   

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