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Weltweit

Athen nach Einigung auf Hilfsverlängerung erneut unter Zugzwang

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Brüssel - Nach der Grundsatzeinigung auf eine Verlängerung des Hilfsprogramms für Griechenland um vier Monate steht Athen erneut unter Zugzwang. Nur wenn die Regierung von Ministerpräsident Alexis Tsipras auf Grundlage der Brüsseler Absprachen bis Montag belastbare Reformzusagen macht, soll frisches Geld fließen. Während Tsipras am Samstag vom Ende der verhassten Sparmaßnahmen sprach, sah die Opposition die Einigung als Niederlage für seine Linksregierung.

Die Einigung war am Freitagabend nach erbittertem Tauziehen erreicht worden, nachdem zwei frühere Treffen ergebnislos zu Ende gegangen waren. Gemäß der Abschlusserklärung der 19 Euro-Finanzminister muss Griechenland "auf Basis des bisherigen Programms" am Montag "eine Liste mit Reformmaßnahmen" vorlegen. Diese sollen von der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem Internationalen Währungsfonds vorläufig geprüft werden.

Stimmen die drei Institutionen, die bisher als Troika bekannt waren, ebenso wie die Euro-Finanzminister nach einer Telefonkonferenz am Dienstag zu, sollen in den Ländern - sofern notwendig - die Parlamente abstimmen, um die Hilfsvereinbarung rechtzeitig vor Ende Februar zu verlängern. Parlamentszustimmungen sind etwa in Deutschland und Finnland nötig. Endgültig festgeklopft werden sollen die Reformen dann bis Ende April.

Entgegen dem bisherigen Willen der Regierung in Athen muss das laufende Hilfsprogramm erfolgreich abgeschlossen werden, damit Griechenland die ausstehende Tranche von 1,8 Milliarden Euro sowie zugesagte Zinsgewinne der EZB mit griechischen Anleihen von 1,9 Milliarden Euro bekommen kann. Während der viermonatigen Verlängerung soll über eine Folgevereinbarung mit der Eurogruppe und den Institutionen verhandelt werden.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der als schärfster Kritiker der griechischen Regierung gilt, sprach nach der Einigung von einem "wichtigen Schritt", der französische Präsident François Hollande von einer "guten Lösung". Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem lobte seinerseits das "sehr positive Ergebnis" der Verhandlungen. Es werde erlauben, "Schritt für Schritt" die Zusammenarbeit mit Griechenland wieder "auf die Spur zu setzen".

Tsipras sagte seinerseits in einer Fernsehansprache, die Vereinbarung erlaube Griechenland, "die Sparpolitik hinter sich zu lassen". Damit habe sein Land sein "Hauptziel" erreicht. Es bleibe aber noch ein langer Weg zurückzulegen. "Wir haben eine Schlacht gewonnen, aber nicht den Krieg (...), die wahren Schwierigkeiten liegen noch vor uns", sagte Tsipras. Der Kompromiss verschaffe seinem Land mehr Zeit, um seinen "eigenen Entwicklungsplan" vorzulegen.

Athen verpflichtete sich in Brüssel, keine Reformen zurückzunehmen oder Entscheidungen zu treffen, die die "die finanzielle Stabilität" gefährden. Allerdings stellt der Text Verhandlungen über den sogenannten Primärüberschuss in diesem Jahr in Aussicht - also den Haushaltssaldo ohne Zinszahlungen und Schuldentilgung. Der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis sagte, er habe zudem erreicht, dass die Mehrwertsteuer nicht erhöht und die Renten nicht gesenkt werden.

Varoufakis räumte aber ein, dass "das Abkommen tot ist, wenn der Liste mit Reformen nicht zugestimmt wird". Der Politikexperte Daniel Gros sagte der Zeitung "La Stampa", aus politischer Sicht hätten die Griechen "in allen Punkten nachgegeben". "Sie können nicht darauf hoffen, irgendetwas zu erhalten, nur noch zu geben", sagte Gros. 

Auch in der griechischen Opposition stieß die Vereinbarung auf scharfe Kritik. Die Sozialisten warfen der Regierung vor, das Land "Kilometer weit zurück" zu führen und "Theater für das einheimische Publikum" zu spielen. Die Kommunisten erklärten, "unabhängig davon, wie man es nennt, ist das Abkommen im Grunde die formelle Verlängerung des Hilfsprogramms unter strikter Überwachung (...) sowie im Wesentlichen die Fortsetzung der anti-populären Reformen". AFP

 

Mit Karate gegen Vergewaltiger

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Neu Delhi - Draußen wird es gerade erst hell in Neu-Delhi, doch in der Polizeiturnhalle wird bereits geschwitzt. Auf Kommando ihres Trainers boxen und treten 40 junge Frauen in weißen Karateanzügen auf ihre imaginären Gegner ein. Die Kampfsportausbildung ist eine Antwort der Polizei auf die Serie brutaler Vergewaltigungen in der indischen Hauptstadt. In Kürze sollen die 40 Polizistinnen Frauen vor sexuellen Übergriffen schützen

"Wir werden keinerlei schlechtes Benehmen tolerieren", sagt Bharti Wadhwa, die Chefin der Spezialeinheit, am Ende des zweistündigen Trainings. "Manchmal fängt es mit ein paar Pfiffen an, dann wird es zu Stalking und am Ende wird die Frau vergewaltigt. Wir werden derlei Verhalten im Keim ersticken."

Die Polizistinnen werden künftig in Zivil auf Busbahnhöfen, in U-Bahnstationen und vor Unis im Einsatz sein. Trainer Vishal Jaiswal ist zuversichtlich, dass seine Schützlinge die Stadt sicherer für Frauen machen werden. "Ich fühle eine große Verantwortung bei der Ausbildung dieser Polizistinnen", sagt er. "Und es ist meine Mission, sie wie die 'Drei Engel für Charlie' zu machen: furchtlos und furchterregend."

Die tödliche Gruppen-Vergewaltigung einer Studentin in einem fahrenden Bus Ende 2012 hatte im ganzen Land für Entsetzen gesorgt, Tausende protestierten daraufhin gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen. Seither wurden Gesetze geändert und die Polizei reformiert. Am Ruf Neu Delhis als "Hauptstadt der Vergewaltigung" hat dies nichts geändert. Vergangenes Jahr wurden 2069 Vergewaltigungen angezeigt, das waren über 30 Prozent mehr als 2013. Experten führen diese Zunahme auch darauf zurück, dass sich inzwischen mehr Opfer trauten, die Taten anzuzeigen. 

Die Polizei versucht mit einer Reihe von Maßnahmen, der Gewalt gegen Frauen Herr zu werden. Unter anderem bietet sie Selbstverteidigungskurse für Frauen an. Für die in Karate ausgebildete reine Fraueneinheit setzte sich der Polizeichef der Stadt, Bhim Sain Bassi, genannt Charlie Papa, persönlich ein. Seit seinem Amtsantritt 2013 hat er die Sicherheit der Frauen in Neu Delhi zur Priorität erkoren. "Junge Mädchen und Frauen müssen fühlen, dass diese Schutzengel sich um sie kümmern", sagt der stellvertretende Polizeibeauftragte Varsha Sharma über die neue Einheit. 

Frauenrechtlerinnen begrüßen die Initiative, halten 40 Polizistinnen jedoch für eine 16 Millionen-Stadt für viel zu wenig. "Das Training muss ausgeweitet werden, damit mehr Polizistinnen verpflichtet werden können", fordert Mriganka Dadwal von der Organisation SLAP. "Die Botschaft an die Sextäter sollte laut und klar sein: dass sie überall beobachtet werden."

Probehalber begleiten die Mitglieder der Karateeinheit schon jetzt immer wieder öffentliche Busse und sprechen mit den Passagierinnen darüber, in welchen Situationen sie sich unsicher fühlen. "Ich benutze den Bus für den Weg zur Uni und oft starren mich Männer an oder werfen mir anzügliche Blicke zu", sagt die 19-jährige Sakshi Sharma. "Ich fühlte mich immer hilflos und bin froh, wenn Polizistinnen in der Nähe sein werden, um uns  vor aufdringlichen Männern zu beschützen." 

Ihre Sitznachbarin, die 25 Jahre alte Chhaya Aggarwal, ist begeistert: "Dank dieser Frauenarmee müssen sich unsere Väter und Brüder jetzt keine Sorgen mehr machen, wenn wir unterwegs sind." AFP

 

Armee: Mehr als 130 Tote bei Kämpfen im Nordosten Myanmars

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Naypyidaw - Bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Rebellen im Nordosten Myanmars sind nach Armeeangaben mehr als 130 Menschen getötet worden. In der ersten Pressekonferenz seit Beginn der Gefechte vor knapp zwei Wochen sagte am Samstag ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, es seien 61 Soldaten und Polizisten sowie 72 Rebellen getötet worden. Es gebe in der Grenzregion zu China sehr heftige Kämpfe, die Armee setze inzwischen auch Hubschrauber ein

"Wir werden uns erst zurückziehen, wenn die Lage wieder stabil ist", sagte Ministeriumssprecher Mya Htun Oo in der Hauptstadt Naypyidaw. Über zivile Opfer machte er keine Angaben. Am 9. Februar hatten Kokang-Rebellen die Stadt Laukkai angegriffen und rund 50 Soldaten getötet. Die Regierung rief daraufhin für das Gebiet den Notstand aus und setzte Armeeeinheiten in Marsch. Rund 30.000 Menschen flohen bereits aus den Krisenregionen über die Grenze nach China. 

Die Kokang-Rebellen kämpfen für mehr Autonomie oder Unabhängigkeit in der mehrheitlich von ethnischen Chinesen bewohnten Grenzregion. Die neuen Kämpfe untergraben die Bemühungen der Regierung des südostasiatischen Landes, eine landesweite Waffenruhe mit allen bewaffneten Minderheiten zu erreichen. Neben den Kokang-Rebellen sind in den Grenzgebieten des Vielvölkerstaats etliche weitere Rebellengruppen aktiv. AFP

   

Zwei schwere Wirbelstürme richten Zerstörungen in Australien an

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Yeppoon - Gleich zwei schwere Wirbelstürme haben am Freitag eine Spur der Verwüstung in Australien hinterlassen. Der Zyklon "Marcia" wütete im nordöstlichen Bundesstaat Queensland, während der Sturm "Lam" im Bundesstaat Northern Territory tobte. Dabei hatten die Betroffenen Glück im Unglück: Es gebe zwar viele Sachschäden, aber keine Toten zu beklagen, sagte die Premierministerin von Queensland, Annastacia Palaszczuk.

Zwei so schwere Wirbelstürme binnen 24 Stunden habe es in Australien bislang nicht gegeben, sagte der Meteorologe Adam Morgan. "Marcia" traf mit der höchsten Sturm-Kategorie fünf nördlich von Yeppoon auf Land und zog dann weiter südwärts nach Rockhampton. "Lam" wurde anfangs in Kategorie vier eingestuft. Die Stürme beschädigten Häuser, entwurzelten Bäume und rissen Stromleitungen herunter. 

An der Küste von Queensland peitschte der Wind, es türmten sich hohe Wellen auf. Die Windgeschwindigkeit betrug bis zu 295 Stundenkilometer. "Überall liegen Bäume, und es hört sich an, als würden Jumbojets über uns hinwegfliegen", sagte ein Mann namens Ted per Telefon von seinem Haus in Byfield aus im Radiosender ABC.

Die Behörden hatten zunächst eine Katastrophe in der 16.000-Einwohner-Stadt Yeppoon befürchtet, die 670 Kilometer nördlich der Metropole Brisbane liegt. Letztlich habe "Marcia" Yeppoon aber nur "gestreift", sagte Premierministerin Palaszczuk. Dennoch habe der Sturm dort und in der 80.000-Einwohner-Stadt Rockhampton "viele strukturelle Schäden" angerichtet. Jedoch sei glücklicherweise niemand ums Leben gekommen. Die Katatrophenschutzbehörde teilte mit, bislang gebe es nur Berichte über einige Leichtverletzte. In der Region waren mehr als 30.000 Menschen ohne Strom.

"Die gute Nachricht ist, dass der Zyklon jetzt auf Kategorie zwei herabgestuft wurde", sagte Palaszczuk später. Sie kündigte an, am Samstag solle es eine erste Schadensbewertung für Yeppoon und Rockhampton von Hubschraubern aus geben.

In Brisbane schützten Bewohner ihre Häuser mit Sandsäcken und brachten Gegenstände im Freien in Sicherheit. In den besonders betroffenen Gebieten wurden rund 60 Schulen geschlossen. Viele Geschäfte blieben zu. Flüge wurden gestrichen. 

Betroffen war auch die Insel Great Keppel Island vor Yeppoon. Dort seien drei Häuser in das Meer gerissen worden, sagte die Inselbewohnerin Margaret Gearin dem Rundfunksender ABC. 

"Lam" richtete in abgelegenen Gemeinden von Ureinwohnern nahe Elcho Island, rund 500 Kilometer östlich der Stadt Darwin im nördlichen Bundesstaat Northern Territory, schwere Zerstörungen an. Das sagte der Polizist Bruce Porter in Elcho Island, wo es wegen des Zyklons keinen Strom und kein Wasser gab. Der örtliche Flugplatz sei intakt, aber voller Trümmer. "Stromleitungen sind herabgerissen, Bäume umgestürzt und viele Straßen unpassierbar, und wir haben viele schwer zerstörte Häuser", sagte Porter.

Auch in Milingimbi und Ramingining gebe es offenbar schwere Sachschäden, sagte Porter. Es sei aber niemand schwer verletzt worden. Im Laufe des Tages schwächte sich "Lam" auf Kategorie eins ab. Meteorologen haben jedoch heftige Regenfälle vorausgesagt, was zu Überschwemmungen führen könnte. AFP

 

USA: Iraks Armee soll spätestens im Mai Offensive in Mossul starten

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Washington - Irakische Truppen sollen nach US-Plänen spätestens in drei Monaten mit der Rückeroberung der von IS-Dschihadisten eingenommenen strategisch wichtigen Stadt Mossul beginnen. Die Offensive solle in der Zeit von April bis Mai starten, sagte ein Vertreter des US-Zentralkommandos (Centcom) am Donnerstag in Washington. US-Soldaten könnten dabei eine koordinierende Rolle am Boden spielen, hieß es weiter.

Am Zeitplan werde festgehalten, denn ein späterer Start des Angriffs würde wegen des islamischen Fastenmonats Ramadan und der zunehmenden Hitze problematisch, sagte der Vertreter des für die Region zuständigen US-Kommandos. Es seien aber noch viele Vorbereitungen zu treffen. 

In Mossul sollen sich zwischen 1000 und 2000 Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) aufhalten. Die Dschihadisten hatten die nordirakische Metropole mit damals rund einer Millionen Einwohnern im Juni 2014 überrannt - die irakischen Truppen ergriffen die Flucht.

Laut Centcom sollen 20.000 bis 25.000 irakische Soldaten an der Offensive teilnehmen, um die Stadt mit ihren großen Raffinerien zurückzuerobern. Den Plänen zufolge beteiligen sich auch drei kurdische Brigaden. Kurdische Peschmerga-Kämpfer hätten in den vergangen Wochen bereits mehrere vom IS gehaltene Straßen vor Mossul mit Erfolg angegriffen, hieß es.

Ein möglicher Einsatz von US-Soldaten am Boden während der Offensive beträfe die Steuerung von Luftangriffen, sagte der Centcom-Vertreter, ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Die Entscheidung darüber liege letztlich bei Präsident Barack Obama.

Die Vertreter von 26 Ländern, die sich am Kampf gegen den IS beteiligen, verabredeten am Donnerstag im saudiarabischen Riad, die irakischen Streitkräfte zu verstärken. Es gebe die "feste Absicht", dabei "koordiniert vorzugehen", sagte ein westlicher Diplomat. Keines der Länder der Koalition will sich aber mit eigenen Bodentruppen beteiligen.

US-General Lloyd Austin, der die Anti-IS-Allianz führt, schwor den Verbund auf eine langwierige Herausforderung ein. Ein Sieg über den IS werde "Zeit brauchen". Allerdings sei es der Dschihadistenmiliz nicht gelungen, im Irak neue Gebiete zu erobern und zu halten. In Syrien sei der IS schwächer geworden.

In die syrische Provinz Raka, einer IS-Hochburg, drangen am Donnerstag syrische Kurden und Rebellen vor. Unterstützt von Luftangriffen der US-geführten internationalen Koalition hätten die kurdischen Kämpfer und die Rebellen 19 Ortschaften eingenommen, teilte die in England ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit.

Die USA und die Türkei einigten sich nach monatelangen Verhandlungen darauf, bis zu 15.000 gemäßigte syrische Rebellen für den Kampf gegen IS-Dschihadisten und das Regime in Damaskus auszubilden und auszurüsten. Ein entsprechendes Dokument sei kürzlich unterzeichnet worden, sagte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu am Donnerstag. Ein Sprecher der US-Botschaft bestätigte die Einigung.

Beginnen soll das Programm Ende März, Ende des Jahres sollen die ersten Kämpfer einsatzbereit sein, teilte das Pentagon mit. Binnen drei Jahren sollen insgesamt 15.000 Rebellen ausgebildet werden, das Training findet in der zentralanatolischen Stadt Kirsehir statt. AFP

   

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