Metarisiko im Metaverse

Metarisiko im Metaverse

Der Begriff Meta­verse ist derzeit ziem­lich ange­sagt. Immer mehr Marken streben danach, mith­il­fe ver­schieden­er Inte­gra­tions­for­mate neue virtuelle Wel­ten zu erobern. 

Beispiel­sweise kauft die Luxu­s­marke Guc­ci virtuelles Land in The Sand­box, um mit dem Auf­bau ihrer Welt auf der Meta­verse-Plat­tform zu begin­nen. Das erste NFT-Restau­rant Fly­fish Club hat in New York eröffnet. Sie müssen eine NFT-Mit­glied­skarte kaufen, deren Anzahl auf 2.700 Token für reg­uläre Mit­glieder und 385 für hochkarätige Gäste begren­zt ist. Eine dauer­hafte Mit­glied­schaft kostet 2,5 Ether (6.352 US-Dol­lar zu gestri­gen Preisen).

Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich viele Branchen an Dinge wie Mobile oder Mes­sag­ing angepasst haben, ist das Inter­esse am Metaver­sum in Asien größer als ander­swo, beobachtete Dan Neary, Vizepräsi­dent von Meta im asi­atisch-paz­i­fis­chen Raum.

Zum Beispiel investiert Soft­Bank 150 Mil­lio­nen US-Dol­lar in eine süd­ko­re­anis­che Meta­verse-Plat­tform, die durch den Verkauf von High-Fash­ion-Artikeln für 3D-Avatare eine große Fange­meinde junger weib­lich­er Benutzer ange­häuft hat.

Angesichts des Hypes ist ein wirtschaftlich­er Effekt unver­mei­dlich. Laut Prog­nosen von PwC kön­nten Vir­tu­al- und Aug­ment­ed-Real­i­ty-Tech­nolo­gien bis 2030 23 Mil­lio­nen Arbeit­splätze betr­e­f­fen. Dies wiederum kön­nte zu einem Wirtschaftswach­s­tum von 1,9 Bil­lio­nen US-Dol­lar führen. Ein Grund dafür ist, dass die im Meta­verse ver­wen­de­ten Tech­nolo­gien es ermöglichen kön­nen, die Kluft zwis­chen The­o­rie und Prax­is zu minimieren.

Meta­versen kön­nen für Men­schen zum Spie­len nüt­zlich sein, aber auch Unternehmen kön­nen von der Nutzung dig­i­taler Räume profitieren.

UNTERNEHMEN­SAN­WEN­DUN­GEN

Eine der nahe­liegend­sten Optio­nen ist die Verbesserung der Aus- und Weit­er­bil­dungser­fahrung. Inter­ak­tive Lern­er­fahrun­gen in VR, AR und Mixed Real­i­ty ermöglichen es Men­schen, schneller zu ler­nen, Infor­ma­tio­nen bess­er zu behal­ten und den Prozess mehr zu genießen.

Eine kür­zlich durchge­führte PWC-Studie ergab, dass Mitar­beit­er, die in VR-Sim­u­la­tio­nen geschult wur­den, vier­mal schneller lern­ten als Ler­nende im Unter­richt und dop­pelt so schnell wie Online-Lernende.

Laut Aim­prosoft-Prog­nosen wird der E‑Learn­ing-Markt voraus­sichtlich erhe­blich wach­sen, von 185,2 Mil­liar­den US-Dol­lar im Jahr 2020 auf 388,2 Mil­liar­den US-Dol­lar im Jahr 2026.

Ander­er­seits ist nicht immer ganz klar, was gemeint ist, wenn man den Begriff Meta­verse ver­wen­det. Beziehen sie sich auf eine bes­timmte virtuelle Welt wie Fort­nite oder ein VR-Ökosys­tem wie Ocu­lus? Um die Sache noch kom­pliziert­er zu machen, wer­fen die Leute weit­ere Schlag­worte wie NFT und Blockchain ein.

Bei all dieser Kom­plex­ität fra­gen sich viele Men­schen, ob es Auswirkun­gen auf Cyber­sicher­heit und Daten­schutz gibt. Nach­dem wir den ganzen Hype durch­brochen haben, haben wir immer noch das Prob­lem ein­er möglichen Kon­toüber­nahme, die zu Iden­titäts­dieb­stahl und Betrug führen kann.

Genau­so wie Angreifer Zugriff auf Ihre per­sön­liche oder geschäftliche Kor­re­spon­denz erhal­ten kön­nen, wenn sie Ihre E‑Mail-Kon­ten über Phish­ing, Mal­ware oder Cre­den­tial Stuff­ing hack­en, kön­nen sie auch Zugriff auf Ihre per­sön­lichen Dat­en erhal­ten, die auf Ihrer bevorzugten Meta­verse-Plat­tform gespe­ichert sind. Aus Unternehmenssicht bedeutet dies immer noch, dass der Men­sch das schwäch­ste Glied in Sachen Cyber­sicher­heit ist.

Einige Dinge kön­nten sich als anders her­ausstellen, und ver­suchen wir uns vorzustellen, wohin dies führen kön­nte. Eines der Ver­sprechen des Meta­vers­es ist die Inter­op­er­abil­ität. Zum Beispiel wären ein Haus, das Sie bei Decen­tra­land gekauft haben, und ein Paar virtuelle Luxus-Turn­schuhe von OpenSea auf allen Plat­tfor­men zugänglich, ein­schließlich der­jeni­gen, die Sie ver­wen­den, um in Ihrem virtuellen Büro zur Arbeit zu gehen. Dies schafft einen Sin­gle Point of Fail­ure und ver­stärkt die Notwendigkeit, Ihre Kon­ten zu schützen.

VERANTWORTUNG DES ENDBENUTZERS

Ein weiteres Problem ist, dass diese Interoperabilität auf Blockchain basieren kann. Dies legt dem Endbenutzer mehr Verantwortung auf, seine Identität und sein digitales Eigentum zu schützen, da aktuelle Blockchains per Definition keine zentrale Autorität haben. Das bedeutet, dass die Plattform Ihnen nicht helfen kann, wenn Ihr ausgefallener NFT-Avatar gestohlen wird, wie die jüngsten hochkarätigen Fälle von NFT-Diebstahl gezeigt haben.

Die Bindung der Identität (und des Zugriffs auf persönliche Daten) an eine Blockchain-Wallet, in der auch Ihr Geld und Ihr digitales Eigentum gespeichert sind, bedeutet, dass Cyberkriminelle eher darauf aus sind, sich Zugang zu ihnen zu verschaffen.

Schließlich ist die Frage des Vertrauens in die Plattform wichtig. Viele Unternehmen nutzen die Cloud bereits als primäre Infrastruktur und haben ihre Belegschaft entsprechend verteilt. Der Umzug des Büros in eine VR-Welt wäre ein logischer nächster Schritt – obwohl sich die Technologie erheblich weiterentwickeln muss, um die Idee, 8 Stunden am Tag in VR zu sein, attraktiv zu machen.

Diejenigen, deren Betrieb den Umgang mit personenbezogenen Daten oder Verschlusssachen umfasst, sollten sich möglicherweise weiterhin auf lokale Lösungen verlassen und die Identität ihrer Mitarbeiter nicht in einer Blockchain preisgeben.

Sollte das Metaversum tatsächlich zu einem neuen Paradigma werden, bleiben die Grundlagen der Bedrohungsminderung also dieselben: Schützen Sie Ihre Konten mit Passwortmanagern und Zwei-Faktor-Authentifizierung, verwenden Sie eine zuverlässige Cybersicherheitslösung, um Malware- und Phishing-Angriffe zu verhindern, und bilden Sie sich weiter und Ihre Mitarbeiter über die besten Cybersicherheitspraktiken. Wenn Sie bereits Kryptowährung verwenden, investieren Sie in eine Hardware-Wallet und erfahren Sie, wie Sie Ihre Krypto sicher aufbewahren.

Sandra Lee ist Managing Director für den asiatisch-pazifischen Raum von Kaspersky, einem multinationalen Spezialisten für Cybersicherheit.

Kommentare

Som-Naa | 04.04.2022 16:50

es sollte sich mehr um die echte Wirk­lichkeit geküm­mert wer­den! Das andere ist alles nur Zeitver­schwen­dung und nicht real! 


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