Polizeigewalt muss dem Volk dienen

Written by 
Published in Meistgelesen
Dienstag, 07 September 2021 15:04
Rate this item
(0 votes)

Bangkok - Der Fall, in dem ein Polizist einen Drogenverdächtigen brutal foltert, der in einem durchgesickerten Videoclip viral geworden ist, ist nur eine Tat, die zufällig in der Öffentlichkeit geplatzt ist.

Das Video war schockierend, kein Zweifel. Viele Leute gaben zu, dass sie zu zimperlich waren, um es bis zum Ende durchzusehen. Aber das liegt nur daran, dass noch nie zuvor solche anschaulichen Beweise für offizielle Folter aufgetaucht sind, nicht weil es nie passiert ist.

Die Leute wissen oder vermuten, dass sich solche Dinge hinter verschlossenen Türen in einigen sicheren Häusern oder Kerkern oder in diesem Fall in einem Café hinter einer Polizeistation in Nakhon Sawan abgespielt haben.

Wir alle haben von Fällen gelesen oder gehört, in denen Häftlinge tot in Gefängniszellen aufgefunden wurden. Meistens wurde festgestellt, dass ihr Tod "selbstverschuldet" war. Während viele Fragen offen blieben, wurde kaum ein Beamter jemals involviert, geschweige denn strafrechtlich verfolgt oder inhaftiert.

Kein Polizist kann leugnen, dass bei seinen Ermittlungen brutale Methoden angewandt wurden.

Ein hochrangiger Polizist im Ruhestand gab gegenüber einem Interviewer zu, dass er selbst mit Gewalt Geständnisse von Verdächtigen erzwang. "Die meisten Polizisten haben das damals gemacht", sagte er nüchtern.

Der einzige Grund, warum es nie aufgedeckt wurde, ist, dass es damals keine digitale Technologie gab.

Als Kind habe ich persönlich miterlebt, wie Drogenkonsumenten von der Polizei zusammengeschlagen wurden. Zivil gekleidete Polizisten besuchten nachts unsere Soi und packten jeden unglücklichen Drogenkonsumenten, der in eine dunkle Gasse ging, und begannen ihn zu "verhören". Dies geschah regelmäßig.

Man kann mit Sicherheit sagen, dass das Verprügeln von Verdächtigen eine lange polizeiliche Tradition hat. Um ehrlich zu sein, war das Video von Pol Col Thitisan Utthanaphon - oder "Joe Ferrari", wie er in manchen Kreisen genannt wird, wie er sein Opfer brutal misshandelte, nicht allein der Grund für den folgenden öffentlichen Aufruhr.

Ich bezweifle, dass es auch nicht der letzte Fall sein wird.

Die von der thailändischen Polizei begangenen Übergriffe und öffentliche Beschwerden gegen sie sind zu zahlreich, um sie aufzuzählen. Korruption, Bestechung, Patronagesystem, Beförderungszahlungen, Günstlingswirtschaft, mangelnde Reaktion auf öffentliche Beschwerden – das sind nur einige der Fehlverhalten der Polizei.

Bei den öffentlichen Beschwerden wurde der Polizei vorgeworfen, bei verschiedenen illegalen Aktivitäten die Augen verschlossen zu haben – Glücksspiel, Prostitution, Drogenhandel, Menschenhandel usw. Es wird allgemein angenommen, dass viele, wenn nicht die meisten hochrangigen Polizeibeamten daran beteiligt sind oder davon profitieren.

Der beschuldigte Mörder Pol Col Thitisan wurde Polizeichef der Station, war stolzer Besitzer einer kleinen Flotte superteurer Autos und hat Hunderte Millionen Baht auf seinen Bankkonten – im Alter von 41 Jahren mit einem Gehalt von weniger als 50.000 Baht im Monat.

Was die Leute meiner Meinung nach am entsetzlichsten finden, ist die Tatsache, dass Polizisten sich oft über das Gesetz stellen oder das Gesetz ungestraft brechen. Natürlich sind nicht alle Polizisten gleich abscheulich.

Und das ist wirklich traurig, denn gute Polizisten brauchen wir dringend. Sie sollten die Möglichkeit haben, in ihrer Karriere auf der Grundlage ihrer Leistung zu wachsen. Dies ist jedoch im aktuellen System nicht möglich.

Um ein "guter" Polizist zu sein, muss man mit dem Strom schwimmen oder man wird zum Ausgestoßenen.

Wissen Polizisten – früher und heute, dass ihr Ruf in Trümmern liegt? Natürlich tun sie das. Aber sie glauben auch, dass ihre Organisation zu wichtig ist, als dass irgendjemand an der Macht sie trotz wiederholter Rufe nach Reformen signifikant ändern möchte.

Praktisch jede Regierung hat versprochen, die Polizei zu reformieren. Es war eines der ersten Versprechen von General Prayuth Chan-o-cha, nachdem er durch einen Staatsstreich die Macht übernommen hatte.

Das war vor mehr als sieben Jahren und es ist nichts vorzuweisen. Auch wenn im Parlament derzeit zwei Gesetzentwürfe anhängig sind, die angeblich die Polizei reformieren sollen, glauben Sie keine Minute, dass sie zu etwas Substanziellem führen werden.

Die Polizei ist ein zu wichtiges politisches Instrument. Erst wenn die politische Macht wirklich dem Volk gehört, kann eine echte Polizeireform beginnen.

Wasant Techawongtham, Bangkok Post

Read 142 times Last modified on Dienstag, 07 September 2021 15:05

Leave a comment

ComCon
www.comconinter.com/
IT Solutions
APG Versicherungen
www.apg-thailand.de
Versicherungen für jeden Gebrauch
Loading...

Bleiben Sie mit uns in Verbindung

Kontakt

Thai-German Media and Consulting Co.,Ltd.
บริษัทไทย-เยอรมัน มีเดีย แอนด์ คอนซัลติ้ง จำกัด

65/20 Soi Phumjit, Rama 4 Rd.

Phrakanong, Klongtoey

Bangkok 10110

 

Tel: +66 (0) 8 9090 3571

Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Website: http://www.wochenblitz.com