Katastrophale Überschwemmungen in Nordthailand nach Tropensturm Wipha
Die nordthailändische Provinz Nan kämpft gegen die schlimmsten Überschwemmungen seit Generationen. Ausgelöst durch die Reste des Tropensturms Wipha haben sintflutartige Regenfälle weite Teile der Region verwüstet. Der Nan-Fluss ist über die Ufer getreten und hat ganze Dorfgemeinschaften von der Außenwelt abgeschnitten.
„So etwas haben wir noch nie erlebt“, berichten verzweifelte Anwohner, die innerhalb weniger Minuten ihre Häuser verlassen mussten.
Infrastruktur am Limit:
Krankenhäuser und Straßen unter Wasser
Die lebenswichtige Infrastruktur der Region steht vor dem Kollaps. Sieben Hauptverkehrsstraßen sind durch Erdrutsche und reißende Fluten komplett unpassierbar geworden. Krankenhäuser arbeiten unter extremen Bedingungen – einige mussten Patienten evakuieren, während andere trotz überfluteter Erdgeschosse den Betrieb aufrechterhalten. Besonders dramatisch ist die Situation in Tha Wang Pha, wo das örtliche Krankenhaus den Betrieb vorübergehend einstellen musste.

Massenhafte Evakuierungen und nationale Hilfsmaßnahmen
Die thailändische Regierung hat unter Premierminister Phumtham Wechayachai den Katastrophenfall ausgerufen. Überall in den betroffenen Gebieten sind Rettungskräfte im Dauereinsatz, die mit Booten eingeschlossene Bewohner evakuieren. Mobile Küchen versorgen die Obdachlosen, während medizinische Teams durch die überfluteten Gebiete patrouillieren. Besonders dramatisch ist die Lage für ältere und kranke Menschen, die nicht rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten.
Internationale Auswirkungen des Tropensturms
Der zerstörerische Weg des Tropensturms Wipha hat eine Spur der Verwüstung durch ganz Südostasien gezogen. Auf den Philippinen forderte der Sturm dutzende Menschenleben und machte Hunderttausende obdachlos. In Vietnam wurden riesige Reisanbaugebiete zerstört, während Laos mit großflächigen Überschwemmungen kämpft. Selbst in China hinterließ Wipha tödliche Spuren, als in der Provinz Shandong Rekordregenmengen gemessen wurden.

Politische Spannungen verschärfen die Krise
Die Naturkatastrophe trifft Thailand zu einem politisch äußerst sensiblen Zeitpunkt. Während die Rettungskräfte gegen die Fluten kämpfen, eskalieren an der kambodschanischen Grenze militärische Spannungen. Geologen warnen zudem vor weiteren Erdrutschen, da die anhaltenden Regenfälle die Bergböden vollständig durchweicht haben. Besondere Sorge bereiten die überlaufenden Staudämme, deren Bruch eine noch größere Katastrophe auslösen könnte.
Aussichten und Warnungen für die kommenden Wochen
Nach aktuellen Prognosen könnte sich die Wetterlage Ende Juli leicht entspannen. Doch die thailändische Regenzeit dauert traditionell bis in den September, und die Behörden mahnen zur Wachsamkeit. Die Bevölkerung wird aufgefordert, die ständig aktualisierten Warnmeldungen genau zu verfolgen und bei steigendem Hochwasser sofort höher gelegene Gebiete aufzusuchen. Für viele Betroffene wird der Wiederaufbau ihrer Existenz Monate, wenn nicht Jahre in Anspruch nehmen.


