BANGKOK, THAILAND – Das Zentrale Ermittlungsbüro CIB hat zehn besonders brisante Fälle des Jahres 2025 vorgestellt – von mutmaßlicher Tempelveruntreuung über Massendatenhandel bis zu illegalen Krypto-Geschäften. Nach Angaben der Behörde wurden im gesamten Jahr Verdächtige in 29.413 Fällen festgenommen, im Schnitt mehr als 80 Fälle pro Tag.

Korruption und Spendenaffären in Tempeln
Im Fokus stand unter anderem die Operation „Naree Phikhat Phra“, die die Anti-Korruptionsbehörde PACC gemeinsam mit weiteren Stellen führte. Dabei wurde Wilawan, bekannt als „Sika Golf“, in Nonthaburi festgenommen. Der Vorwurf: Unterstützung amtlichen Fehlverhaltens, Hehlerei und Geldwäsche, mit mutmaßlichen Verbindungen zu Online-Glücksspiel.
Ermittler verfolgten Geldflüsse von insgesamt 385 Millionen Baht über drei Jahre. Laut CIB deuten Beweise darauf hin, dass Inhalte als Druckmittel für Erpressung und Nötigung genutzt wurden. Im zugehörigen Fall Wat Rai Khing wurde der ehemalige Abt verdächtigt, Tempelgelder in Höhe von Hunderten Millionen Baht veruntreut zu haben.

In diesem Netzwerk prüften Fahnder 51 Bankkonten mit Transaktionen von rund 2 Milliarden Baht. Die Geldströme sollen auch zu einer Person geführt haben, die mit einem Online-Glücksspielfall in Verbindung steht.
Spendenbetrug in Wat Phra Bat Nam Phu
In einem weiteren prominenten Fall verhaftete das CIB Alongkot, ehemaligen Abt von Wat Phra Bat Nam Phu, sowie „Mor B“ alias Seksan. Beiden wird vorgeworfen, online eingeworbene Spenden falsch verwendet zu haben.
Zwischen 2019 und 2025 seien auf die relevanten Konten mehr als 300 Millionen Baht eingezahlt worden. Die Ermittlungen wurden ausgeweitet, die Polizei sicherte Vermögenswerte, darunter Landtitel und Nutzungsrechte über mehr als 7.200 Rai sowie 60 Fahrzeuge. Der Gesamtwert wurde mit über 10 Milliarden Baht angegeben.
Datenhandel, Fake-Investments und USDT-Netzwerk
Unter dem Codenamen „Cut Down Scam“ zerschlug das CIB ein Netzwerk, das rund 9 Millionen Datensätze mit persönlichen Informationen gehandelt haben soll – eine Schlüsselressource für Call-Center-Betrugsmaschen. Mehr als 4.000 Opfer und Schäden von über 290 Millionen Baht wurden gemeldet, sechs Verdächtige festgenommen.
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In der Aktion „9.9 Fake Company“ ging die Technology Crime Suppression Division gegen eine Bande vor, die mit Scheinfirmen scheinbare Aktiengeschäfte vortäuscht haben soll. 15 Personen (14 Thais, ein Chinese) wurden festgenommen, beschlagnahmte Vermögenswerte hatten einen Wert von etwa 21 Millionen Baht.

Mit „Operation Crypto Phantom“ nahm das CIB illegale USDT-„Over-the-Counter“-Wechselstuben ins Visier. Es wurden über 1.000 Transaktionen und Geldflüsse von 425.104.595 USDT dokumentiert – einem Gegenwert von mehr als 14 Milliarden Baht. Durchsuchungen an acht Orten in Phuket, Chonburi und Bangkok führten zu Ermittlungen gegen fünf Beschuldigte.
Die Behörde warnte, dass solche inoffiziellen Krypto-Geschäfte hohe Risiken bergen und Geldwäsche erleichtern können.
Steuerbetrug und Online-Ausbeutung
Gemeinsam mit der Finanzverwaltung zerschlug das CIB in zwei Phasen ein Netzwerk zum Mehrwertsteuer-Betrug mit angeblichen Schäden von über 2,1 Milliarden Baht. In Phase 1 wurden bei Razzien an 14 Orten zehn Verdächtige wegen mutmaßlich fingierter Rechnungen und falscher Vorsteueranmeldungen festgenommen.
In Phase 2, gestartet im November, wurden neun weitere Verdächtige festgenommen und Durchsuchungen in vier Provinzen ausgeweitet. Dabei nannten die Behörden zusätzliche Verluste von mehr als 1 Milliarde Baht.

Im Fall „Switch-Off Discord Monarch“ nahm die Anti-Trafficking Division sieben Administratoren und vier weitere Personen fest. Sie sollen über einen Discord-Server mit 117.872 Mitgliedern obszöne Livestreams angeboten und teils Minderjährige ausgebeutet haben.
Die Gruppe habe laut CIB organisiert gearbeitet und täuschende Methoden genutzt, um Geld von Zuschauern zu erhalten. Die Behörde unterstützte zudem ein 17-jähriges Opfer in diesem Verfahren.
Internationale Banden, Mafia im Süden und Autonetze
Bei einem Schlag gegen ein transnationales Betrugs- und Geldwäschenetzwerk wurden laut CIB 29 Verdächtige festgenommen, insgesamt lagen Haftbefehle gegen 42 Personen vor. 13 Verdächtige seien noch flüchtig, darunter drei mutmaßlich im Ausland.
Sichergestellt wurden Vermögenswerte von rund 10 Milliarden Baht, darunter Luxusfahrzeuge, eine Yacht, Bargeld und Land. Der Fall verdeutlicht die grenzüberschreitende Dimension moderner Finanzkriminalität.
Im Rahmen der Kampagne „Take Down Mafia“ richtete das CIB seinen Fokus auf organisierte Kriminalität im Süden des Landes – insbesondere Drogennetze, Auftragskiller-Gruppen und einflussreiche lokale Akteure. In einem Fall wurden fünf Personen festgenommen und Vermögen von etwa 8 Millionen Baht eingezogen.

In einer weiteren Operation im November, die mit illegalen Glücksspielnetzwerken verbunden war, verhaftete die Behörde sechs Verdächtige in mehreren Provinzen und beschlagnahmte Vermögenswerte von über 10 Millionen Baht.
Ein anderes Netzwerk betraf mutmaßlichen Autodiebstahl und -„Wäsche“ im Umfeld der Highway Police. Neun Verdächtige sollen Mietwagen unterschlagen, Dokumente gefälscht, Zulassungen geändert und die Fahrzeuge online weiterverkauft haben.
Die Gruppe habe laut CIB eine klare Arbeitsteilung gehabt und Geldflüsse von mehr als 40 Millionen Baht erzeugt. Im Schnitt seien im vergangenen Jahr etwa vier Fahrzeuge pro Monat in dieses System eingespeist worden.
Ausblick auf die Arbeit 2026
Die Behörde betonte, dass die zehn genannten Verfahren nur einen Teil der Arbeit im Jahr 2025 abbilden. Polizeigeneral Natthasak Chaowanasai bleibe an der Spitze des Central Investigation Bureau und werde die Ausrichtung 2026 prägen.
Das CIB kündigte an, weiter auf Professionalität, Unparteilichkeit und die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung zu setzen. Die präsentierten Fälle sollen nach Darstellung der Ermittler zeigen, wie entschlossen gegen Kriminalität vorgegangen wird, die Leben, Eigentum und das Vertrauen der Öffentlichkeit beeinträchtigt.
🗣 Harter Durchgriff – oder nur die Spitze des Eisbergs?
Milliardenbeträge, organisierte Netzwerke, Korruption bis in sensible Bereiche.
Die Frage ist nicht, ob es diese Verbrechen gibt – sondern, wie tief sie wirklich reichen.
Zeigen diese zehn Fälle echte Kontrolle und Wandel?
Oder offenbaren sie nur, wie groß das Problem in Wahrheit ist?


