Thailand stoppt tonnenweise Chemie für Drogenproduktion

Thailands Zoll hat einen Großfund gemacht: Über 22 Tonnen eines gefährlichen Stoffes, der auch zur Drogenherstellung genutzt werden kann, wurden in Chonburi sichergestellt – Ermittlungen laufen weiter.

Thailand stoppt tonnenweise Chemie für Drogenproduktion
The Pattaya News
Google Werbung

PATTAYA, THAILAND – Bei einer gezielten Aktion des thailändischen Zolls in Laem Chabang ist es den Behörden gelungen, 22.200 Kilogramm Essigsäure sicherzustellen. Die Chemikalie gilt als industriell nützlich – aber auch als möglicher Vorläuferstoff für die Produktion von Methamphetamin und Heroin.

Großeinsatz in der Provinz Chonburi

Der Fund erfolgte am 17. November 2025 im Hafen von Sri Racha. Insgesamt handelte es sich um 740 Fässer à 30 Kilogramm, die aus der Sonderverwaltungsregion Hongkong kamen. Die Lieferung war ohne erforderliche Importgenehmigung und ohne Registrierung beim Department of Industrial Works nach Thailand gelangt.

Die Beschlagnahmung war das Ergebnis einer gezielten Geheimdienstoperation, an der mehrere nationale Behörden beteiligt waren – darunter das Zollamt, das Office of the Narcotics Control Board (ONCB), das Department of Industrial Works und die Narcotics Suppression Bureau.

Regierung setzt auf nationale Drogenstrategie

Die Aktion steht im Rahmen der von Premierminister Anutin Charnvirakul ausgerufenen nationalen Agenda zur Drogenbekämpfung. Die Regierung hatte das Ziel formuliert, die Unterbindung des Drogenhandels als oberste Priorität zu behandeln. Unter der Leitung von Justizminister Pol. Lt. Gen. Rutthaphol Naowarat wurde die Kampagne „No Chemicals, No Drugs“ gestartet.

Der Minister erklärte bei der Inspektion der beschlagnahmten Chemikalien im Zollamt von Laem Chabang: „Unsere Maßnahmen sollen Familien, Gemeinden und die öffentliche Gesundheit schützen. Wir werden verhindern, dass gefährliche Stoffe in die falschen Hände geraten.“

Neben ihm waren auch der Generalsekretär des ONCB, Pol. Col. Suriya Singhakamon, der Gouverneur von Chonburi, Naris Niramaiwong, der Kommissar der Narcotics Suppression Bureau, Pol. Lt. Gen. Acharya Kraithong, sowie Yuttana Poolpipat und Theeratat Isarangkun Na Ayutthaya in ihrer Funktion als stellvertretende Generaldirektoren von Zoll und Industriebehörde anwesend.

Streng regulierte Substanz mit hohem Missbrauchsrisiko

Essigsäure ist in Thailand als Gefahrstoff der Kategorie 3 nach dem Hazardous Substance Act B.E. 2535 (1992) eingestuft. Für ihren Import ist eine spezielle Genehmigung erforderlich. Sie steht zudem auf der Tabelle II der vom Justizministerium und der National Council for Peace and Order festgelegten Chemikalienliste, die den Missbrauch solcher Stoffe zur Drogenherstellung verhindern soll.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Obwohl Essigsäure vielfach in der Kunststoff-, Gummi-, Farb- und Lebensmittelproduktion eingesetzt wird, kann sie ebenso bei der Herstellung von Drogenvorprodukten Verwendung finden. Daher warnen die Behörden vor großen Gefahren bei unkontrollierter Einfuhr:

• Gefahr der Weiterleitung an Drogenlabore im In- und Ausland

• Gesundheits- und Umweltrisiken bei unsachgemäßem Umgang

• Verstärkte Belastung der Ermittlungsbehörden durch illegale Lieferketten

Internationale Zusammenarbeit und laufende Ermittlungen

Die Beschlagnahmung gilt als Beispiel für die wachsende internationale Kooperation im Rahmen der Seaport Interdiction Task Force (SITF). Diese Initiative zielt darauf ab, grenzüberschreitende Drogen- und Chemikalienbewegungen über Seewege frühzeitig zu stoppen.

Laut Behörden wird derzeit geprüft, welche Firma den Import veranlasst und wohin die Chemikalien geliefert werden sollten. Möglich sind Anklagen wegen illegaler Einfuhr gefährlicher Stoffe und Verstößen gegen Betäubungsmittelgesetze. Die Ermittlungen dauern an.

„Nur durch konsequente Kontrolle chemischer Vorläufer können wir internationale Drogen- und Schmuggelnetzwerke zerschlagen“, betonte ein Sprecher des Justizministeriums zum Abschluss der Inspektion.

Bedeutung für die Region Pattaya

Die Provinz Chonburi, zu der auch Pattaya gehört, ist für Thailand wirtschaftlich zentral. Der Hafen Laem Chabang zählt zu den größten Import- und Exportknoten Südostasiens. Die Sicherstellung unterstreicht damit, wie entscheidend strenge Zollkontrollen für die regionale Sicherheitslage und internationale Handelsrouten sind.

Die Behörden kündigten an, ihre Inspektionen weiter zu verstärken, um die Einfuhr unregistrierter chemischer Substanzen künftig noch effektiver zu verhindern.

🚨 Keine Chemie – keine Drogen!
Die Behörden feiern den Fund als Schlag gegen internationale Kartelle. Doch Kritiker fragen: Wie viele Lieferungen rutschen trotzdem durch die Häfen?

⚖️ Wieder zeigt ein Fall, wie eng Industriechemie und Drogenproduktion verknüpft sind – und wie stark Thailand im Fokus transnationaler Netzwerke steht.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: The Pattaya News

Wichtiger Hinweis für unsere Leser

Wir freuen uns auf Ihren Beitrag! Bitte beachten Sie für ein freundliches Miteinander unsere Regeln:

  • Höflichkeit: Keine Beleidigungen, Kraftausdrücke oder Gewaltandrohungen.
  • Sorgfalt: Bitte achten Sie auf die korrekte Schreibweise von Namen.
  • Quellen: Zitate nur mit Namensnennung (Internet-Links/URLs sind nicht erlaubt).
  • Themen: Bitte keine Kritik an der Regierung, der Monarchie oder Diskussionen zur Moderation.
Vorbehalt der Redaktion: Wir behalten uns das Recht vor, Kommentare nachträglich zu bearbeiten oder zu löschen, sollten diese gegen unsere Regeln oder geltendes Recht verstoßen. Ein Anspruch auf Veröffentlichung besteht nicht.