BANGKOK, THAILAND â Binnen weniger Stunden ist im historischen Zentrum Bangkoks eine auslĂ€ndische Touristin mit 28.000 Baht in bar wiedervereint worden, die sie zuvor verloren hatte. Der Fall reiht sich in mehrere aktuelle VorfĂ€lle ein, bei denen ehrliche Passanten und schnell reagierende Polizeieinheiten entlang des Chao-Phraya-Flusses eine zentrale Rolle spielten â in einer Zeit, in der vor allem die Polizei des Landes immer wieder mit KorruptionsaffĂ€ren in Verbindung gebracht wird.
Geldverlust im Thewet-Viertel
Die jĂŒngste RĂŒckgabe betraf eine auslĂ€ndische Frau, die ihren Geldbeutel im Thewet-Gebiet, bekannt fĂŒr seine UfermĂ€rkte, verloren hatte. Sie meldete den Verlust bei der derzeit provisorisch untergebrachten Samsen Polizeistation im Stadtteil Dusit, nachdem das ursprĂŒngliche neue DienstgebĂ€ude wegen eines riesigen Erdlochs im vergangenen Jahr wieder abgerissen werden musste.
Kurze Zeit spĂ€ter fand ein Passant die Geldbörse mit Bargeld in Höhe von 28.000 Baht vor einer Filiale der Siam Commercial Bank (Thewet Branch). Der Finder ĂŒbergab das Portemonnaie nicht direkt an die Wache, sondern an Beamte des Metropolitan Police Bureau, die den Fund an die zustĂ€ndige Einheit weiterleiteten.
Fahndung per Kamera und Treffen am Markt
Der Verlust war am 13. Januar gegen 11.30 Uhr bei den FĂŒhrungsoffizieren gemeldet worden. Der Vorgang wurde an Pol. Lt. Gen. Siam Boonsom, Chef der Metropolitan Police, weitergereicht; an der Lagebesprechung beteiligten sich zudem Pol. Maj. Gen. Worasak Pisitbannakorn und der Leiter der Samsen-Wache Pol. Col. Kongsak Srihor. Die Ermittlergruppe fĂŒhrte Pol. Lt. Col. Kiatirrat Wongkaensan.
Die Beamten sichteten umgehend CCTV-Aufnahmen am Eingang der Bank. Auf den Bildern war deutlich zu sehen, wie ein BĂŒrger gegen 11.35 Uhr die Geldbörse aufhob. AnschlieĂend identifizierten die Ermittler den Mann und nahmen telefonisch Kontakt auf. Der Finder erklĂ€rte sich bereit, das Portemonnaie an die Polizei zu ĂŒbergeben, bat jedoch um ein Treffen auf dem Parkplatz des Bobae-Marktes, da ihm der Weg zur Wache schwerfiel.
Vor Ort nahmen die Beamten die Geldbörse entgegen und zĂ€hlten den Inhalt. Es befanden sich exakt 28.000 Baht darin â der Betrag, den die Touristin zuvor angegeben hatte. Auf der Wache in Samsen wurde das Geld spĂ€ter an die EigentĂŒmerin ausgehĂ€ndigt und der Vorgang als wiederaufgefundene Verlustsache registriert. Gegen den ehrlichen Finder wurde kein Ermittlungsverfahren eingeleitet.
Paralleler Fall in Asiatique mit US-Touristen
Bereits am 6. Januar hatte es einen Ă€hnlichen Vorfall am beliebten Nachtmarkt Asiatique am Flussufer gegeben. Dort verlor ein amerikanischer Tourist beim Einkaufen 11.170 Baht in bar. Zwei thailĂ€ndische SchĂŒlerinnen, Ms. Praiya Wongwiwatwaithaya (18) und Ms. Atcharaporn Kulprasert (17), entdeckten das Geld auf dem Boden und entschieden sich sofort, die Wat Phraya Krai Polizeistation aufzusuchen.
Dort nahm Pol. Lt. Col. Siwat Yang-un den Bargeldfund gegen 18.40 Uhr entgegen. Die Beamten registrierten das Geld, eröffneten ein Ermittlungsverfahren zur Zuordnung und sicherten die umliegenden Videoaufzeichnungen. Darauf war ein auslĂ€ndischer Tourist in unmittelbarer NĂ€he des Fundorts zu erkennen, den die Polizei fĂŒr den möglichen EigentĂŒmer hielt.
Suche im Einkaufsareal mit enger FĂŒhrung
Unter Aufsicht von Pol. Maj. Gen. Witawat Chinkham von der Metropolitan Police Division 5 und des örtlichen Stationsleiters Pol. Col. Watit Rojanapaitoon durchkĂ€mmten EinsatzkrĂ€fte das weitlĂ€ufige Areal von Asiatique. Parallel dazu wertete das Lagezentrum weitere Kamerabilder aus. UnterstĂŒtzt wurden sie von Pol. Lt. Col. Krisana Chanprasert und Pol. Lt. Col. Warasathon Wakiatthana.
Gegen 20.00 Uhr entdeckten Beamte einen Mann, der den Bildern entsprach. Bei einer kurzen Befragung gab er an, wĂ€hrend eines Einkaufsbummels Geld verloren zu haben. Er begleitete die Polizei zur Wache, wo spĂ€ter eine der SchĂŒlerinnen eintraf, um den Betrag vor Ort zu bestĂ€tigen.
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In Anwesenheit aller Beteiligten zĂ€hlten die Ermittler die Scheine â das Ergebnis: erneut 11.170 Baht, exakt der von dem Amerikaner genannte Betrag. Die Summe wurde ihm ausgehĂ€ndigt, die Prozedur war innerhalb von rund zwei Stunden nach Eingang des Funds abgeschlossen. Die Jugendlichen verlangten nach Polizeiangaben keine Belohnung.
Routinen in einem stark frequentierten Flusskorridor
Sowohl im Bereich Thewet als auch rund um Asiatique registrieren die Wachen nach eigenen Angaben regelmĂ€Ăig Verlustmeldungen von auslĂ€ndischen Besuchern. Entlang des Chao-Phraya-Ufers befinden sich zahlreiche MĂ€rkte, Tempel, Hotels und GĂ€stehĂ€user, viele Urlauber fĂŒhren gröĂere BargeldbetrĂ€ge mit sich.
Die Polizei setzt daher verstÀrkt auf:
âą VideoĂŒberwachung rund um Banken, Einkaufszentren und MarktflĂ€chen
âą enge Zusammenarbeit mit ehrlichen Findern und Ladenbetreibern
âą schnelle Kommunikationswege zwischen verschiedenen Polizeidivisionen
In beiden Januar-FĂ€llen dokumentierten die Ermittler jede MaĂnahme in den offiziellen Protokollen, ĂŒberprĂŒften BetrĂ€ge und IdentitĂ€ten und schlossen die Akten als ordnungsgemÀà zurĂŒckgegebene GegenstĂ€nde. Die Namen der auslĂ€ndischen Touristen wurden aus DatenschutzgrĂŒnden nicht veröffentlicht.
Ehrliche BĂŒrger und Polizei unter Druck
Die jĂŒngsten VorfĂ€lle zeigen, dass in einem Umfeld, in dem KorruptionsvorwĂŒrfe gegen SicherheitskrĂ€fte das Vertrauen immer wieder belasten, sowohl BĂŒrger als auch Polizei in der Hauptstadt mit Schnelligkeit und Genauigkeit handeln können.
Die VorgÀnge belegen nach EinschÀtzung der beteiligten Einheiten die IntegritÀt vieler Menschen und die FunktionsfÀhigkeit der Strukturen im stark frequentierten Flusskorridor von Bangkok.
đŁ Braucht es mehr solcher Geschichten?
Zwischen Korruptionsmeldungen, Skandalen und Gewalt gehen sie fast unter: Momente, in denen ganz normale Menschen richtig handeln â und Beamte einfach ihren Job machen.
VerÀndert so etwas dein Bild von Thailand? Sollten solche FÀlle mehr Beachtung finden als Verbrechen? Oder sind sie nur die Ausnahme in einem kaputten System?
Schreib ehrlich: Lichtblick â oder nur ein Tropfen auf den heiĂen Stein?



Bravo!
Das sollte der Normalfall sein unter zivilisierten Menschen!