30 Jahre auf der Flucht – jetzt im Knast

30 Jahre auf der Flucht – jetzt im Knast
‘The Hunt with John Walsh, CNN

BANGKOK/SAN BERNARDINO – Ein fast 30 Jahre alter Mordfall aus Kalifornien findet ein spektakuläres Ende. Ein in Bangkok geborener Mann, der seit 1996 untertauchte, wurde von Thailand an die USA ausgeliefert und muss sich nun vor Gericht verantworten.

Flucht nach verschwundenem Mitarbeiter

Der heute 58-jährige Woravit Mektrakarn war 1996 Inhaber eines Nudel-Restaurants in Ontario, Kalifornien. Sein Mitarbeiter, Luis Garcia, wurde am 23. November desselben Jahres zuletzt lebend gesehen. Er traf sich mit Woravit, um eine letzte Zahlung eines Geschäfts zu erhalten, und verschwand spurlos.

Die Ermittler gehen davon aus, dass Garcia getötet wurde, um ihn daran zu hindern, über illegale Einstellungs- und Arbeitspraktiken im Betrieb auszusagen. Kurz nach dem Verschwinden floh Woravit aus den USA.

Ein Leben unter falscher Identität

Fast drei Jahrzehnte lang lebte der Gesuchte unter einer gefälschten Identität. Seine Spur führte die Behörden durch Myanmar und Kambodscha. Erst im April 2024 gelang der Durchbruch: Auf Ersuchen der USA nahm die thailändische Polizei den Getarnten in Bangkok fest.

Das US-Justizministerium und die Botschaft arbeiteten eng mit thailändischen Stellen zusammen, um die Auslieferung zu erwirken. Am 16. Januar dieses Jahres wurde Woravit von US Marshals nach San Bernardino, Kalifornien, gebracht.

Der Prozess beginnt

Am 22. Januar erfolgte die erste Anhörung. Woravit Mektrakarn wurde der Mord an Luis Garcia zur Last gelegt. Er plädierte auf „nicht schuldig“. Das Gericht lehnte eine Kaution ab und ordnete Untersuchungshaft an.

Ein Vorverfahren ist für den 17. Februar am Rancho Cucamonga Superior Courthouse angesetzt. Die Anklage stützt sich stark auf Indizienbeweise, da ein Leichnam nie gefunden wurde. Ein Richter hatte bereits 2004 festgestellt, dass überwältigende Indizien auf einen Mord durch den Arbeitgeber hindeuten.

Justiz feiert internationale Zusammenarbeit

Staatsanwalt Jason Anderson kommentierte den Fall mit den Worten: „Dieser Fall demonstriert unser unerschütterliches Engagement für Gerechtigkeit, egal wie viel Zeit vergangen ist.“ Er lobte die außerordentlichen Bemühungen und die weltweite Partnerschaft der Strafverfolgungsbehörden.

Die erfolgreiche Festnahme und Auslieferung nach so langer Zeit gilt als großer Erfolg für die internationale Rechtshilfe. Sie zeigt, dass sich Flucht vor amerikanischer Justiz auch nach Jahrzehnten nicht mehr lohnt.

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Fragen bleiben offen

Trotz des Erfolgs bleiben zentrale Fragen unbeantwortet. Wo ist das Opfer Luis Garcia? Welche genauen Umstände führten zu seinem Tod? Die Beweisführung wird sich, in Abwesenheit einer Leiche, auf Zeugenaussagen und forensische Indizien stützen müssen.

Für die Familie des Opfers bedeutet der Prozessnach so langer Zeit eine quälende, aber möglicherweise abschließende Phase der Aufarbeitung. Für den Angeklagten könnte, falls verurteilt, lebenslange Haft drohen.

⏳ 30 Jahre auf der Flucht – kommt Gerechtigkeit je zu spät?

Fast drei Jahrzehnte lebte der Verdächtige unter falscher Identität in Südostasien. Jetzt steht er in den USA wegen Mordes vor Gericht.
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Quelle: Bangkok Post

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