300 chinesische Scammer ausgeliefert

300 chinesische Scammer ausgeliefert
Assawin Pinitwong, Bangkok Post

MAE SOT – In einer spektakulären Nacht-und-Nebel-Aktion hat Thailand hunderte mutmaßliche Cyber-Verbrecher an China ausgeliefert. Unter strengster Bewachung verließen die ersten 300 Verdächtigen thailändischen Boden in Richtung Heimat – wo ihnen ein strenges Justizsystem droht.

Großrazzia gegen internationale Betrüger-Banden

Am Dienstag rollten schwer bewachte Busse zum Flughafen Mae Sot in der Provinz Tak. An Bord: Über 300 chinesische Staatsangehörige, die verdächtigt werden, in riesigen Betrugs-Syndikaten in Myanmar aktiv gewesen zu sein.

Die Aktion ist der Beginn einer viertägigen Massenauslieferung. Insgesamt sollen 1.108 Verdächtige in ihre Heimat zurückgebracht werden. Die Kooperation zwischen thailändischen, chinesischen und myanmarischen Behörden zeigt eine neue Entschlossenheit im Kampf gegen die transnationale Cyber-Mafia.

So lief die spektakuläre Abschiebung ab

Unter den wachsamen Augen von Einwanderungsbeamten aller drei Länder wurden die Festgenommenen in einen gecharterten Jet der China Southern Airlines verfrachtet. Die Maschine bringt sie direkt nach China, wo ihnen der Prozess gemacht wird.

Vor dem Abflug durchliefen alle eine strenge Prozedur: Thailändische Beamte führten Hintergrundchecks durch, nahmen biometrische Daten wie Fingerabdrücke auf und setzten die Personen auf eine Einreisesperrliste„Sie werden Thailand so schnell nicht wieder sehen“, kommentierte ein offizieller Sprecher.

China erhöht den Druck auf die Nachbarländer

Hintergrund der Massenauslieferung ist massiver Druck aus Peking. China fordert seit Monaten, dass Länder wie Myanmar und Thailand chinesische Kriminelle festnehmen und zur Aburteilung überstellen.

Die Vorwürfe sind gewaltig: Die Syndikate sollen Landsleute in China um hunderte Millionen Dollar betrogen haben. Die Banden operierten oft von abgeschotteten „Scam-Centern“ in Grenzregionen Myanmars aus, von wo aus sie ihre Betrugsanrufe und Online-Täuschungen steuerten.

Flucht aus Myanmar nach Militärschlägen

Die jetzt ausgelieferten Verdächtigen waren zuvor aus Myanmar nach Thailand geflohen. Grund waren zielgerichtete Bombardements der myanmarischen Armee auf Scam-Zentren in der Stadt Myawaddy im Oktober.

Während Tausende flohen, erhielten viele Bandenmitglieder offenbar Vorwarnungen und konnten mit ihrer teuren Ausrüstung entkommen und woanders in Myanmar neu anfangen. Diejenigen, die nach Thailand gelangten, landeten in der Einwanderungshaft in Tak – und jetzt im Flugzeug nach China.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Was die Verdächtigen in China erwartet

In China droht den mutmaßlichen Betrügern ein hartes Strafrechtssystem. Die Prozesse werden schnell abgewickelt, die Urteile sind oft streng. Die Massenauslieferung sendet eine klare Botschaft an kriminelle Netzwerke: Ihr habt keinen sicheren Hafen mehr.

Für Thailand ist die Aktion ein wichtiger diplomatischer Erfolg und ein Beweis für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Kampf gegen eine der lukrativsten Formen der organisierten Kriminalität unserer Zeit.

🗣 Zerschlagen – oder nur verlagert?

300 gehen. Über tausend sollen folgen. Aber Scam-Zentren sind keine Häuser – sie sind Netzwerke.
Wenn Bomben, Razzien und Abschiebungen sie vertreiben, verschwinden sie dann… oder ziehen sie nur weiter?
Reicht Strafverfolgung noch aus – oder braucht Südostasien einen völlig neuen Umgang mit dieser Schattenindustrie?
Was glaubst du: echter Wendepunkt oder nur ein taktischer Sieg?

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Bangkok Post

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert