PATTAYA, THAILAND – Ein 45-jähriger Tourist aus Indien hat bei der Polizei in Pattaya Anzeige erstattet, nachdem er offenbar Opfer eines überteuerten Verkaufs von angeblichen Wundermitteln gegen Haarausfall geworden war.
Vorfall auf der Pattaya Second Road
Der Urlauber Jitendra Sahu meldete sich am frühen Freitagmorgen, kurz nach 3.09 Uhr, bei der Pattaya City Police Station. Nach seinen Angaben war er am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr auf der Pattaya Second Road in der Nähe der Soi Marine Plaza unterwegs, als ihn etwa vier ausländische Männer ansprachen.
Die Gruppe, laut Sahu möglicherweise Männer aus Grenzregionen zwischen Pakistan und Afghanistan, suchte zunächst ein freundliches Gespräch. Danach priesen sie angebliche pflanzliche Mittel gegen Haarausfall an.
Teure Kräuteröle in kleinem Laden
Die Männer überredeten den Touristen schließlich, ein Geschäft mit dem Namen Thai Natural Herbal aufzusuchen. Dort kaufte Sahu nach eigener Darstellung zwei Flaschen à 200 Milliliter eines nicht näher identifizierten pflanzlichen Gemischs auf Basis von Kokosöl sowie eine weitere Flasche mit 100 Millilitern reinen Kokosöls.
Für die drei Produkte zahlte der Tourist insgesamt 43.400 Baht – umgerechnet rund 1.250 US‑Dollar. Erst kurz nach dem Kauf sei ihm bewusst geworden, dass der Preis extrem hoch und die Ware mutmaßlich deutlich überteuert sei.
Er habe daraufhin beschlossen, den Vorgang als Beweismittel zu melden und rechtliche Schritte zu prüfen, heißt es im Polizeibericht.
Polizei ermittelt – bekannte Masche in Touristenvierteln
Die Ermittler der Pattaya-Polizei haben Sahus Anzeige aufgenommen und prüfen nun die detaillierten Angaben. Gleichzeitig versuchen sie, die beteiligten Männer zu identifizieren und zu befragen.
Der aktuelle Fall reiht sich nach Polizeiangaben in eine Serie ähnlicher Beschwerden ein. Immer wieder berichten Touristen in Pattaya von aggressiven Anwerbern, häufig ebenfalls aus Regionen an der Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan, die angebliche „Wunder“-Kräuterpräparate zu stark überhöhten Preisen verkaufen.
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Wiederholte Razzien – dennoch weiter Beschwerden
Behörden haben in den vergangenen Jahren mehrfach Razzien gegen solche Verkaufsstrukturen in beliebten Touristengebieten durchgeführt. Trotz dieser Einsätze laufen die Geschäfte laut Berichten weiterhin, insbesondere in stark frequentierten Bereichen Pattayas.
Das lokale Medium The Pattaya News dokumentiert diese Fälle seit über einem Jahr mit einer Vielzahl von Berichten. Unter den bekannten Fällen sind auch mehrere europäische Reisende, darunter ein deutscher Ingenieur und ein weiterer deutscher Tourist, der im November über 140.000 Baht an mutmaßliche Kräuterhändler verloren hatte. Ebenfalls im November meldete sich ein junger Australier nach einem ähnlichen Vorfall.
Polizei appelliert an Wachsamkeit
Die Polizei in Pattaya warnt Reisende eindringlich vor solchen Angeboten. Touristen sollen besonders vorsichtig sein, wenn sie von fremden, auffallend freundlichen Ausländern angesprochen werden, die ohne Nachfrage Heil- oder Schönheitsmittel anbieten.
Insbesondere angebliche Wundermittel für Gewichtsabnahme, Hautpflege und Haarausfall sollten äußerst kritisch geprüft werden, so der Rat der Ermittler.
🗣 Warum fallen diese Maschen immer noch auf fruchtbaren Boden?
Freundliche Gespräche, große Versprechen, hoher Druck – und plötzlich ist das Geld weg.
Sind Touristen zu gutgläubig, oder agieren die Täter schlicht professioneller als die Kontrollen?
Wie oft muss dieselbe Masche gemeldet werden, bis sie dauerhaft verschwindet?
Und warum sind genau diese Betrügergruppen in Pattaya seit Jahren bekannt – aber nie ganz verschwunden?


