BANGKOK – Die Bilanz der Feiertagskontrollen ist erschütternd: Über 95% aller Verkehrsverstöße waren auf Alkohol zurückzuführen. Ein tödlicher Unfall zeigt aber ein anderes, modernes Risiko: Ablenkung durch die Navi-App.
Erschreckende Statistik zum Jahreswechsel
Die Zahlen der Probation Department sprechen eine deutliche Sprache. An nur einem Tag, dem 31. Dezember 2025, wurden 1.150 Verkehrsverstöße registriert.
Davon waren sage und schreibe 1.093 Fälle auf Fahren unter Alkoholeinfluss zurückzuführen. Das sind 95,04 Prozent aller Vergehen.
Insgesamt gab es an zwei Tagen 1.473 Fälle, wovon 92,74% mit Alkohol am Steuer zu tun hatten. Immerhin ein leichter Rückgang zum Vorjahr.
Diese Provinzen sind die schlimmsten Sünder
Die Top 3 der betrunkenen Fahrer führt die Provinz Nonthaburi mit 174 Verstößen an. Auf Platz zwei liegt die Hauptstadt Bangkok mit 131 Fällen.
Den dritten Platz belegt Samut Prakan mit 127 Vergehen. Diese Regionen stehen jetzt besonders im Fokus der Behörden.
„Die Zahlen zeigen, dass Alkohol am Steuer immer noch das größte Problem ist“, kommentierte Polizeihauptmann Piya Raksakul.
Tödlicher Unfall durch GPS-Ablenkung
Doch nicht nur Alkohol kostete Leben. In einem tragischen Fall in Bang Khen, Bangkok, starb ein 19-jähriger Student namens Patithep.
Sein Vespa-Motorrad wurde von einem Toyota Vios erfasst, der mit hoher Geschwindigkeit in eine Kurve fuhr. Der Wagen landete im Khlong Bang Bua Kanal.
Die beiden Insassen, Malee (28) und Sukontha (30), konnten gerettet werden. Sie waren laut eigenen Angaben nicht betrunken.
Fahrerinnen geben Navi-App als Ursache an
In ihrer Aussage machten die Frauen einen verhängnisvollen Fehler verantwortlich: die Ablenkung durch das GPS. Malee gab an, man sei normal schnell gefahren und habe auf das Navigationsgerät geschaut.
„Wir haben erst gemerkt, dass wir etwas getroffen haben, kurz bevor wir von der Straße abgekommen sind“, so ihre Erklärung. Den Motorradfahrer hätten sie nicht gesehen.
Der Unfall ereignete sich um 5 Uhr morgens am Neujahrstag. Der Körper des Studenten und die völlig demolierten Fahrzeuge wurden aus dem Kanal geborgen.
Behörden fordern schärfere Maßnahmen
Angesichts von 271 Unfällen mit 53 Toten allein am zweiten Tag der „sieben gefährlichen Tage“ fordern die Behörden ein härteres Durchgreifen.
Nicht nur Alkohol, sondern auch Ablenkung durch Technik und überhöhte Geschwindigkeit bleiben tödliche Risiken.
Die beiden Fahrerinnen wurden auf Alkohol- und Drogenkonsum getestet. Während die Ergebnisse ausstehen, laufen bereits die Ermittlungen.
Das muss sich jetzt ändern
Die schockierenden Zahlen sind ein Weckruf für ganz Thailand. Die „Don’t Drink and Drive“-Kampagnen zeigen erste, aber bei weitem nicht ausreichende Wirkung.
Experten fordern neben strikteren Kontrollen auch Aufklärung über die Gefahren der Ablenkung am Steuer. Ein Blick aufs Handy oder Navi kann genauso tödlich enden wie Alkohol.
Für die Familie des getöteten Studenten Patithep kommt jede Änderung zu spät. Seine Autopsie soll nun die genaue Todesursache klären.
🗣 Wie viele Warnungen braucht es noch?
Jedes Jahr dieselben Appelle, dieselben Kontrollen – und doch wieder Tote.
Ist Alkohol am Steuer längst gesellschaftlich akzeptiert?
Reichen Strafen aus, oder braucht es endlich radikalere Maßnahmen, um Leben zu retten?
Und wo beginnt persönliche Verantwortung, wenn Technik wie GPS zur tödlichen Ablenkung wird?




ich sehe es oft, wie Leute im Auto oder auf dem Motorrad aufs Handy schauen. Nicht nur mal kurz für 1 Sekunde, sondern schon einige Sekunden!