Bankenskandal: Nur 107 von 5.274 Konten entsperrt
Kunden verzweifelt!
Ein beispielloser Bankenskandal erschüttert Thailand: Die Anti-Betrugs-Zentrale AOC erhielt innerhalb von nur drei Tagen über 5.200 Beschwerden über gesperrte Konten – doch gerade einmal 107 Betroffene konnten ihre Unschuld beweisen. Das gab das Digital Economy and Society Ministry jetzt bekannt und löste damit eine Welle der Empörung aus.
1441 Hotline bricht unter Anrufer-Andrang zusammen
Zwischen Sonntag und Dienstag gingen bei der AOC 1441 Hotline sehr viele Anrufe ein. 5.274 verzweifelte Anrufer meldeten sich, weil ihre Bankkonten plötzlich eingefroren waren. Grund für das Chaos: Eine massive Kampagne gegen sogenannte „Mule Accounts“ – Konten, die von Betrügern für Geldwäsche genutzt werden.
Doch die Trefferquote ist erschreckend niedrig: Nur 1.748 Anrufer konnten überhaupt ausreichende Informationen vorlegen, damit ihre Fälle überprüft werden konnten. Von diesen wurden am Ende nur 107 Konten tatsächlich entsperrt – das entspricht einer mageren Erfolgsquote von gerade einmal 2 Prozent.
So läuft die Kontensperrung in Thailand
Das Ministerium versucht zu beschwichtigen: In den meisten Fällen würden nicht die gesamten Konten gesperrt, sondern nur verdächtige Beträge, die von mutmaßlichen Mule Accounts überwiesen wurden. Diese werden so lange eingefroren, bis ihre Herkunft geklärt ist.
Doch es gibt eine Ausnahme: Wenn die Polizei den Verdacht hat, dass ein Konto selbst als Mule Account genutzt wird, kann sie die Strafprozessordnung anwenden und das gesamte Konto sperren. Für die Betroffenen bedeutet das: Kein Zugriff mehr auf ihr Geld – oft wochenlang.
Warum so wenige Konten entsperrt werden
Die geringe Zahl an Freigaben hat einen einfachen Grund: Viele Kunden können die Herkunft ihrer Gelder nicht lückenlos nachweisen. „Wer größere Beträge von unbekannten Dritten erhält, sollte immer vorsichtig sein“, warnt ein Beamter des DES-Ministeriums.
Doch genau hier liegt das Problem: In Thailand ist es üblich, Geldtransaktionen über private Konten abzuwickeln – ob für Geschäfte, Immobilienkäufe oder sogar Autoverkäufe. Viele der jetzt Betroffenen sind völlig ahnungslose Bürger, die in die Maschinerie der Betrugsbekämpfung geraten sind.
Was Betroffene jetzt tun können
Das Ministerium rät allen, die von Kontensperrungen betroffen sind, umgehend die 1441 Hotline anzurufen und alle relevanten Unterlagen parat zu haben: Ausweisdokumente, Kontoauszüge und vor allem Nachweise über die Herkunft der betroffenen Gelder.
Doch die Erfahrung der letzten Tage zeigt: Der Weg zur Freigabe ist steinig. Nur wer lückenlos beweisen kann, dass das Geld aus legalen Quellen stammt, hat eine Chance. Für alle anderen heißt es warten – und hoffen, dass die Behörden ihren Fall möglichst schnell prüfen.



