Thailand schickt 340 Polizisten an kambodschanische Grenze
Die Provinzpolizei von Sa Kaeo hat massive Verstärkung angefordert: 340 Spezialeinheiten der Crowd-Control-Polizei sind auf dem Weg zur kambodschanischen Grenze, nachdem gewalttätige Auseinandersetzungen mit protestierenden Kambodschanern eskaliert sind. Vier thailändische Polizisten wurden bereits verletzt.
Gewaltsame Nacht an der Grenze
Am Mittwochabend eskalierte die Situation am Grenzübergang Ban Nong Ya Kaew im Bezirk Khok Sung: Etwa 200 kambodschanische Protestierende, bewaffnet mit Holzstöcken und Steinschleudern, griffen thailändische Sicherheitskräfte an. Eine Sondereinheit der Grenzpolizei des Border Patrol Police Bureau 4 und der Ranger Force Company 1301 wehrte den Angriff mit Tränengas und Gummigeschossen ab.
Polizeioberst Thitawat Suriyachai, stellvertretender Kommissar der Provinzpolizei, bestätigte: „Vier unserer Polizisten wurden bei den Zusammenstößen verletzt.“ Die Beamten konnten die Protestierenden schließlich zurückdrängen, aber die Situation bleibt angespannt.
Massive Verstärkung aus Nachbarprovinzen
Als direkte Reaktion auf die Gewalt entsendet die Provincial Police Bureau 2 zwei Kompanien mit insgesamt 340 Crowd-Control-Polizisten aus den Nachbarprovinzen Chachoengsao und Prachinburi. Diese Spezialeinheiten für Menschenmengenkontrolle sollen die bereits vor Ort stationierten Polizei- und Militäreinheiten verstärken.
Thitawat erklärte: „Die Verstärkung ist notwendig, um unsere Stellungen auf thailändischem Territorium mit Stacheldraht zu sichern.“ Der Grenzzaun war erst nach den Grenzscharmützeln im Juli errichtet worden, nachdem thailändische Truppen Gebiete zurückerobert hatten, die seit Jahrzehnten von Kambodschanern besetzt waren.
Hintergrund des Grenzkonflikts
Der Konflikt schwelt bereits seit Monaten. Im Juli kam es zu ähnlichen Zusammenstößen, nachdem Thailand damit begann, sein rechtmäßiges Territorium zurückzufordern. Kambodschanische Siedler, die teils seit Generationen in dem umstrittenen Gebiet lebten, wehren sich gegen die Maßnahmen. Die thailändische Armee verurteilte die jüngsten Provokationen Kambodschas und forderte die Einhaltung einer Waffenruhe. Doch die Protestierenden scheinen entschlossen, ihren Widerstand fortzusetzen – notfalls mit Gewalt.
Für die Bewohner der Grenzregion bedeutet die Eskalation weitere Unsicherheit. Die thailändischen Behörden versichern zwar, die Situation unter Kontrolle zu haben, doch die massive Verstärkung der Polizeikräfte spricht eine andere Sprache. Touristen und Anwohner werden gebeten, die Grenzregion vorläufig zu meiden. Die Sicherheitskräfte bereiten sich auf weitere Auseinandersetzungen vor – in der Hoffnung, dass die Verstärkung ausreicht, um künftige Gewaltausbrüche zu verhindern.



