F-16-Angriff auf Lager in Poipet

F-16-Angriff auf Lager in Poipet
Khaosod

SA KAEW, THAILAND – Kampfjets des Typs F-16 der thailändischen Luftwaffe haben am frühen Nachmittag am 17.12.2025 ein militärisches Lager in der Grenzstadt Poipet beschossen und dabei zwei Bomben abgeworfen. Ziel waren Gebäude, in denen sich nach thailändischen Angaben sowohl ein Waffenlager als auch Strukturen eines Betrugsnetzwerks befanden.

Luftangriff auf Militärzone in Poipet

Nach Angaben aus Sicherheitskreisen erfolgte der Einsatz gegen eine kambodschanische Militäroperationsbasis der Zone 5 in der Stadt Poipet, direkt an der Grenze zur thailändischen Provinz Sa Kaeo.

Angegriffen worden seien Gebäude, die als Zentrum eines Scammer-Netzwerks und zugleich als Waffendepot kambodschanischer Truppen galten. Dort solle nach thailändischen Informationen Personal und Material zusammengezogen worden sein, um einen Angriff auf thailändisches Territorium vorzubereiten.

Verdacht: Truppenaufmarsch seit zwei Tagen

Bereits zwei Tage zuvor seien Waffen und Soldaten nach Poipet verlegt und in den betreffenden Gebäuden zusammengezogen worden, hieß es weiter. Die thailandische Seite bewertete dies demnach als unmittelbare Bedrohung.

Konkrete Angaben zu möglichen Schäden oder Opfern des Luftangriffs lagen zunächst nicht vor. Hinweise auf weitere Luftschläge wurden in den ersten Berichten nicht genannt.

Grenzgebiet auf thailändischer Seite wie ausgestorben

Auf der thailändischen Seite der Grenze, rund um den Grenzübergang und den bekannten Markt Rong Kluea, herrschte nach dem Angriff nahezu Stillstand. Läden blieben geschlossen, die sonst stark frequentierten Bereiche wirkten laut Augenzeugen „geschlossen und still“.

Nur wenige Fahrzeuge sollen noch passiert haben. Das Gebiet entlang der Grenze gilt als wichtiger Knotenpunkt für Handel, Pendlerverkehr und informelle Wirtschaftsaktivitäten.

Vermutete Geisel-Situation in Gebäuden von Poipet

Auf der kambodschanischen Seite beobachteten Anwohner die Lage aus der Ferne. In den hohen Gebäuden von Poipet sei keine erkennbare Bewegung zu sehen gewesen, berichteten Bewohner. Man gehe davon aus, dass kambodschanische Soldaten im Inneren Stellung bezogen hätten.

Ein Einwohner, der trotz Warnungen in der Region blieb, erklärte, in den Gebäuden seien bereits bewaffnete kambodschanische Kräfte stationiert: „In den hohen Häusern auf der Seite von Poipet sind kambodschanische Soldaten mit Waffen in Position.“

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Er sprach zudem von einer möglichen Geisel-Situation: Nach seinen Angaben dürfen thailändische Arbeitskräfte in den Gebäuden Poipets nicht nach Hause zurückkehren. Die Menschen würden festgehalten, um zu verhindern, dass thailändische Truppen auf die Gebäude feuern.

Lokale Einschätzungen und Interessenlage

Die Informationen stammen nach Darstellung des Bewohners aus Kontakten zu Verwandten, die in Poipet arbeiten, und regelmäßig Daten und Berichte übermitteln. Er selbst lebe seit Jahren an der Grenze und sei deswegen in der Situation geblieben.

Der Mann zeigte sich überzeugt, dass es in dem Gebiet nicht zu offenen Gefechten kommen werde. Hintergrund seien aus seiner Sicht die gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen von Politikern beider Länder: „Hier wird nicht gekämpft werden, weil es zu viele gemeinsame Interessen zwischen thailändischen und kambodschanischen Politikern gibt.“

Die Lage entlang der Grenze bleibt angespannt, das Risiko weiterer Zwischenfälle ist erhöht.

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Quelle: Khaosod