PATHUM THANI, THAILAND – Bei einem schweren Unfall nahe Rangsit ist ein Pickup mit 13 Insassen in einen Bewässerungskanal gestürzt, sieben Personen wurden verletzt gerettet, mehrere weitere starben oder galten zunächst als vermisst.
Unfall in der Nacht am Klong 13
Der Unfall ereignete sich nach Polizeiangaben gegen 22 Uhr auf der Straße entlang des Klong Rangsit Prayunsak, im Bereich des Einmündungsbereichs zum Klong 13 in der Gemeinde Bueng Nam Rak, Distrikt Thanyaburi in der Provinz Pathum Thani.
Polizeioberleutnant Puttipong Yokkhom, Ermittler bei der Polizeistation Thanyaburi, erhielt die Meldung über einen Pickup, der von der Fahrbahn abgekommen und in den Kanal gestürzt war. Vor Ort trafen zudem Polizeioberst Charin Athipthanan, Kommandeur der Station, sowie Vertreter der Bezirksverwaltung, Verkehrspolizisten und Einsatzkräfte mehrerer Rettungsorganisationen ein.
Dorfbewohner springen ins Wasser
An der Unfallstelle, nahe einem Schleusenbauwerk des Bewässerungssystems, hatten Anwohner bereits reagiert. Mehrere Dorfbewohner sprangen in den Kanal, um die Insassen zu retten. Sie konnten sieben Personen – vier Männer und drei Frauen – aus dem Wasser ziehen.
Die Geretteten wiesen nach ersten Angaben Kopfverletzungen, Prellungen an Armen und Ellenbogen auf und wurden von kommunalen Rettungsdiensten in umliegende Krankenhäuser gebracht. Nach ersten Erkenntnissen handelte es sich bei ihnen um Staatsangehörige aus Myanmar.

Rückfahrt von religiösem Ausflug
Laut Aussagen der Verletzten befanden sich insgesamt 13 Personen, einschließlich des Fahrers, in dem Pickup. Die Gruppe war den Angaben zufolge auf dem Rückweg von einem religiösen Ausflug in die Provinz Chonburi und unterwegs zurück zu ihrer Unterkunft, als der Wagen die Kontrolle verlor.
Der Pickup stürzte nach dem Aufprall in den Kanal, sechs Mitfahrende wurden zunächst im Wasser vermisst. Mit dem Fahrzeug gingen auch persönliche Dokumente wie Reisepässe und Unterlagen verloren.
Zeugen berichten von hoher Geschwindigkeit
Anwohner in der Nähe der Unfallstelle berichteten, der Pickup sei aus Richtung Nakhon Nayok kommend in Richtung Rangsit unterwegs gewesen. Auf der Ladefläche habe sich ein Metallgestell mit einer Planenabdeckung befunden.
Ein Anwohner schilderte, das Fahrzeug sei auf dem geraden Abschnitt mit hoher Geschwindigkeit vorbeigefahren, kurz darauf habe er vom Unfall erfahren. Ein weiterer Zeuge berichtete, er habe mit Freunden auf der gegenüberliegenden Seite zusammengesessen, als er einen lauten Knall hörte: „Wir hörten, wie der Pickup gegen die Barriere prallte, bevor er ins Wasser stürzte. Wir sprangen hinein und konnten sieben Menschen retten, doch weitere blieben im Fahrzeug eingeschlossen.“
Vermutung: Fahrer kannte Strecke nicht
Nach einer ersten Einschätzung der Polizei könnte der Fahrer die Strecke nicht gut gekannt haben. Die zuvor gerade verlaufende Straße macht an der Unfallstelle einen deutlichen Bogen, um dem Bewässerungskanal auszuweichen. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Wagen in der Kurve die Betonbarriere rammte und anschließend in den Kanal stürzte.
Taucher finden erste Opfer
Während der Nacht nahmen Taucher der Stiftung Por Teck Tung die Suche im trüben Kanalwasser auf. Sie konnten zunächst drei Leichen bergen. Weitere Einsatzkräfte setzten die Suche nach den übrigen Vermissten fort und bereiteten gleichzeitig die Bergung des Pickups mit einem Abschleppfahrzeug vor.
Die Polizei kündigte an, die genauen Umstände des Unfalls, einschließlich Geschwindigkeit, Streckenkenntnis und Zustand des Fahrers, weiter zu untersuchen.
🗣 Wenn Sekunden über Leben und Tod entscheiden
Eine vertraute Fahrt, ein kurzer Moment der Unachtsamkeit – und ein Fahrzeug wird zur Todesfalle.
Der Unfall zeigt erneut, wie gefährlich schlecht erkennbare Kurven, hohe Geschwindigkeit und Unkenntnis der Strecke sein können.
Braucht es bessere Absicherungen an Kanälen und Landstraßen?
Oder ist es vor allem menschliches Fehlverhalten, das solche Tragödien immer wieder möglich macht?
Was meint ihr: Infrastrukturversagen – oder vermeidbarer Unfall?



