Samui-Brücke soll Süden umkrempeln

Samui-Brücke soll Süden umkrempeln
Matichon

BANGKOK – Eine 55 Milliarden Baht teure Brücke könnte die Trauminsel Koh Samui dauerhaft mit dem Festland verbinden. Ein ehemaliger Vizegouverneur von Bangkok prophezeit einen Wirtschaftsboom für ganz Südthailand.

Pläne für das Mega-Bauwerk sind konkret

Der ehemalige stellvertretende Gouverneur von Bangkok, Dr. Samart Ratchapolsitte, hat auf Facebook konkrete Details veröffentlicht. Die Brücke soll vom Festland in Don Sak, Surat Thani, zur Taling Ngam Beach auf Samui führen.

Die Expressway Authority of Thailand (EXAT) prüft bereits die Machbarkeit und die Umweltverträglichkeit. Die Gesamtlänge von Brücke und Zufahrtsstraßen würde 37,41 Kilometer betragen.

Als Schrägseilbrücke geplant, könnte der Bau fünf Jahre dauern. Mit reibungsloser Genehmigung wäre der Start 2029, die Eröffnung 2037.

Von der Insel zur Halbinsel: Ein Paradigmenwechsel

Derzeit ist Samui auf Fährverbindungen angewiesen. Diese sind wetterabhängig, teuer und zeitaufwendig für Personen und Fracht.

Dr. Samart betont, dass eine feste Verbindung die „wirtschaftliche Geographie des Südens“ grundlegend verändern würde. „Es geht nicht nur um Transport, es geht um eine wirtschaftliche Transformation“, so seine Überzeugung.

Die Überfahrt würde von einer unberechenbaren Seereise zu einer verlässlichen Autofahrt.

Super-Tourismus-Cluster: Samui – Phangan – Phuket

Die wahre Vision entfaltet sich im Zusammenspiel mit einer weiteren geplanten Autobahn von Surat Thani nach Phuket. Die Fahrzeit zwischen Samui und Phuket würde von sechs auf etwa zweieinhalb Stunden schrumpfen.

Touristen könnten dann bequem mit dem Auto einen Rundreise über mehrere Top-Destinationen unternehmen. Koh Samui, Koh Phangan, Phuket und die Andamanenküste würden zu einem einzigen Tourismus-Cluster verschmelzen.

Längere Aufenthalte und höhere Ausgaben der Gäste würden das Einkommen besser auf Restaurants, lokale Gemeinden und kleinere Städte verteilen.

Mehr als nur Tourismus: Logistik und Soziales profitieren

Die Brücke hätte auch massive Vorteile für die Landwirtschaft und Fischerei. Transportkosten würden sinken, die Lieferung frischer Produkte wäre zuverlässiger.

Samui könnte sich von einer reinen Tourismusinsel zu einem Logistik- und Distributionszentrum entwickeln. Notfallpatienten müssten nicht mehr auf Fährfahrpläne warten, was Lebens retten könnte.

Studenten und Arbeitnehmer könnten leichter zwischen Insel und Festland pendeln, ohne ihren Lebensmittelpunkt verlegen zu müssen.

Investition in die Zukunft Thailands

Das Projekt mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 55 Milliarden Baht (etwa 1,38 Milliarden Euro) ist eine langfristige Perspektive. Dr. Samart sieht darin eine Chance für die gesamte thailändische Wirtschaft.

Er spricht sich öffentlich für die EXAT aus und fordert, das Projekt voranzutreiben. Die Brücke wäre mehr als nur Beton und Stahl – sie wäre die Ader für einen neuen Wohlstand in Südthailand.

Ob die Regierung den Mut für dieses Jahrhundertprojekt aufbringt, wird die kommenden Jahre zeigen. Die Vision ist jedenfalls grandios.

🗣 Vision oder Größenwahn – Was braucht der Süden wirklich?

Eine Brücke, die Inseln, Städte und Märkte verbindet – oder ein Milliardenprojekt mit ungewissem Ausgang?
Mehr Touristen, schnellere Transporte, bessere Notfallversorgung: Klingt überzeugend. Doch wer zahlt den Preis, wenn Umwelt, Gemeinden oder Staatsfinanzen leiden?
Ist die Samui-Brücke der große Wurf für den Süden – oder ein Traum mit zu vielen offenen Fragen?

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Quelle: Matichon

4 Kommentare zu „Samui-Brücke soll Süden umkrempeln

  1. Ich lach mich jedesmal halb tot wenn ich solche Nachrichten lese. Weder wird je eine Brücke gebaut noch wird es dadurch einen wirtschaftlichen Aufschwung geben
    😂😂😂😂😂

  2. „Ader für einen neuen Wohlstand?“
    Besser investiert wären diese Umsummen an Geld im Nordosten, etwa durch Abschaffen der Schulkosten, die sich ein Grossteil der Familien im Isaan nicht leisten können.
    Aber dann wäre der Personalnachschub an billigsten Arbeitskräften in die Tourismushochburgen und an Ladies für Pattaya nicht mehr gegeben.

  3. Mei, es ist halt so. Der Eine träumt vom Lotto-Gewinn. Der Nächste von einer Landbridge und der Dritte von einer Brücke nach Koh Samui und/oder gleich über eine Brücke über den Golf von Thailand. Noch doller finde ich nur diejenigen, die von dieser Drei-Flughäfen-S-Bahn träumen welche 2024 den Betrieb aufnehmen sollte. Haha!

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