Familienstreit eskaliert in Ayutthaya

Familienstreit eskaliert in Ayutthaya
KhaoSod

PHRA NAKHON SI AYUTTHAYA, THAILAND – Ein 19-Jähriger hat am frühen Dienstagabend in einer Wohnanlage in der Provinz Phra Nakhon Si Ayutthaya Angehörige und Nachbarn mit einem Messer angegriffen. Bei dem Vorfall kamen zwei Menschen ums Leben, eine weitere Person wurde schwer verletzt.

Vorfall nach Streit in Wohnheim

Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Behörden am 10. Januar gegen 18 Uhr in einem Wohnheim im Gebiet Mueang Bang Krasan im Bezirk Bang Pa-in. Dort soll ein Streit zwischen zwei Brüdern über das Kochen von Reis eskaliert sein.

Der Vater des Tatverdächtigen, der 56-jährige Wira, berichtete, der jüngste Sohn Sirimongkol sei mit seinem älteren Bruder allein in dem Zimmer gewesen, als der Konflikt ausbrach. Er erklärte, sein Sohn habe eine Vorgeschichte von Drogenkonsum, darunter Marihuana und andere Substanzen, und zeige häufig auffälliges, unberechenbares Verhalten, was auf eine mögliche psychotische Episode während der Tat hindeuten könne.

Zwei Todesopfer und ein Schwerverletzter

Bei dem Vorfall kamen die 72-jährige Pusadee und die 66-jährige Renu ums Leben. Beide Frauen wurden zunächst am Tatort aufgefunden und ins Krankenhaus gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlagen.

Als dritte Person wurde der 20-jährige Terdsak schwer verletzt. Er ist der ältere Bruder des mutmaßlichen Täters und befindet sich in medizinischer Behandlung. Rettungskräfte konnten die Opfer zunächst nicht versorgen, da sich der Angreifer noch mit der Tatwaffe im Gebäude aufhielt.

Nachbar greift ein und verhindert weitere Angriffe

Nachbar Songkran, 56 Jahre alt, schilderte, er habe in seinem Zimmer Hilferufe und Lärm gehört. „Als ich nachsah, bemerkte ich die Auseinandersetzung“, erinnerte er sich.

Er griff ein, woraufhin der 19-Jährige in sein Zimmer zurückwich. Songkran folgte ihm und traf dort auf Vater Wira, der versuchte, seinen Sohn zu beruhigen. „Ich habe ihm geraten, nicht weiter mit ihm zu streiten, weil Sirimongkol in einem instabilen Zustand war“, sagte der Nachbar.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Songkran leistete anschließend Erste Hilfe bei einem der Opfer bis der Rettungsdienst eintraf. Sein beherztes Eingreifen könnte weitere Angriffe verhindert haben.

Ablauf der Tat laut Zeugenaussagen

Ein weiterer Zeuge, In, 46 Jahre alt und Neffe von Pusadee, berichtete, er sei von Anwohnern alarmiert worden und habe seine Tante sofort in ein Krankenhaus gebracht.

Laut den bisherigen Ermittlungen begann der Vorfall offenbar mit einer Auseinandersetzung zwischen den beiden Brüdern im Zimmer. Anschließend soll der Verdächtige weitere Personen im Wohnheim angegriffen haben, darunter die beiden später verstorbenen Frauen.

Die genaue Abfolge der Ereignisse wird derzeit von den Ermittlern rekonstruiert. Mehrere Zeugen werden zu dem Vorfall befragt.

Festnahme nach Verhandlungen

Polizeikolonel Phiphop Naputra von der Polizeistation Bang Pa-in erklärte, der 19-Jährige habe sich nach dem Vorfall mit der Tatwaffe in seinem Zimmer verschanzt. Die Beamten unter Führung von Polizeilieutenant Thitikorn Julawanit, stellvertretender Inspektor der Station Bang Pa-in, konnten den jungen Mann schließlich durch Verhandlungen überwältigen und festnehmen.

Die Festnahme verlief ohne weitere Zwischenfälle. Der Tatverdächtige wurde in polizeilichen Gewahrsam genommen und zur Vernehmung auf die Polizeistation gebracht.

Ermittlungen zu Motiv und psychischem Zustand

Nach der Festnahme habe Sirimongkol bei der Befragung zusammenhanglose, verwirrte Aussagen gemacht, berichtete Phiphop. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass der Streit mit dem Bruder der unmittelbare Auslöser war, verweisen jedoch auf die bekannte psychische Vorgeschichte des Verdächtigen.

Die Behörden prüfen nun, ob eine psychiatrische Begutachtung des Tatverdächtigen erforderlich ist. Der Vater hatte auf eine mögliche psychotische Episode hingewiesen, die in Zusammenhang mit dem Drogenkonsum stehen könnte.

Experten weisen darauf hin, dass Substanzmissbrauch psychische Störungen auslösen oder verschlimmern kann, was bei der strafrechtlichen Bewertung berücksichtigt werden muss.

Anklage wegen Mordes und versuchten Mordes

Die Polizei kündigte an, Anklage wegen vorsätzlichen Mordes und versuchten Mordes zu erheben. „Die weiteren rechtlichen Schritte erfolgen im Rahmen der geltenden Gesetze“, erklärte Phiphop. Die Ermittlungen zu Motiv und genauem Ablauf der Tat dauern an.

Die Staatsanwaltschaft wird auf Grundlage der polizeilichen Ermittlungsergebnisse entscheiden, ob und in welchem Umfang Anklage erhoben wird. Sollte eine verminderte Schuldfähigkeit festgestellt werden, könnte dies Einfluss auf das Strafmaß haben.

Betroffenheit in der Gemeinde

Der Vorfall hat in der Wohnanlage und der umliegenden Gemeinde für Bestürzung und Trauer gesorgt. Viele Bewohner kannten die Opfer persönlich und zeigten sich schockiert über die Ereignisse.

Anwohner berichteten, dass es in der Vergangenheit bereits Bedenken bezüglich des Verhaltens des Tatverdächtigen gegeben habe. Die Tragödie wirft Fragen nach präventiven Maßnahmen und der Unterstützung von Menschen mit psychischen Problemen und Suchterkrankungen auf.

Lokale Behörden kündigten an, die Bewohner der Wohnanlage bei der Verarbeitung des Geschehenen zu unterstützen und gegebenenfalls psychosoziale Betreuung anzubieten.

Prävention und Hilfsangebote

Experten betonen die Bedeutung von frühzeitiger Intervention bei psychischen Problemen und Substanzmissbrauch. Angehörige, die auffälliges Verhalten bei Familienmitgliedern bemerken, sollten professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

In Thailand stehen verschiedene Anlaufstellen zur Verfügung:

Hotline für psychische Gesundheit: 1323 (rund um die Uhr erreichbar)

Drogen-Hotline: 1165

• Lokale psychiatrische Kliniken und Gesundheitszentren

• Unterstützungsgruppen für Angehörige von Menschen mit Suchterkrankungen

Die rechtzeitige Inanspruchnahme dieser Hilfsangebote kann dazu beitragen, Eskalationen zu verhindern und Betroffenen sowie ihrem Umfeld zu helfen.

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: The Thaiger

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert