PHUKET – Ein Urlaubsausflug endete im Albtraum. Ein voll besetztes Speedboot kollidierte nahe der Phi-Phi-Inseln mit einem Fischerboot. Eine 17-jährige Russin starb, mindestens 20 Menschen wurden verletzt. Der Fahrer muss sich verantworten.
So geschah die tödliche Kollision
Gegen 8:55 Uhr am Samstagmorgen kam es zur Katastrophe. Das Speedboot „Koravich Marine“ war mit 55 Menschen an Bord unterwegs, darunter 50 Touristen.
Es kollidierte fünf Seemeilen vor Phi Phi mit dem Fischerboot „Pichai Samut 1“. Der Aufprall war so heftig, dass der Speedboot-Fahrer ‘Suriya’ (44) zwei gebrochene Arme und einen Wirbelbruch erlitt.
„Das Speedboot wurde mit hoher Geschwindigkeit gefahren und traf das Fischerboot“, so Polizeichef Atthawat Suwannarat. Die genaue Ursache wird noch ermittelt.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Sofort startete eine großangelegte Rettungsaktion. Private Fischerboote, die Marinepolizei und Rettungsdienste eilten zur Unfallstelle.
Alle Verletzten wurden zunächst ins Krankenhaus auf Koh Phi Phi gebracht. Anschließend transportierte man sie mit Booten nach Phuket in größere Kliniken.
Bis 16 Uhr waren 53 der 55 Beteiligten nach Phuket zurückgebracht. Auch der Leichnam des Teenagers wurde überführt.
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Wer waren die Opfer an Bord?
An Bord des Speedboots befanden sich 33 Russen, acht Kasachen, vier Usbeken, zwei Kirgisen, drei Polen, ein Brite und vier Thailänder. Die Reisegruppe war von Phuket gestartet.
Die getötete 17-Jährige war mit einem Familienmitglied unterwegs. Insgesamt wurden 14 Verletzte ins Vachira-Krankenhaus, vier ins Siriroj und eine ins Dibuk-Krankenhaus eingeliefert.
Unter den Verletzten sind mehrere Kinder. Ihr Zustand wird als stabil beschrieben. Der Bootsbetreiber übernimmt alle Behandlungskosten.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei von Phi Phi hat ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den verletzten Fahrer eingeleitet. „Er wird auf jeden Fall wegen Fahrlässigkeit angeklagt“, bestätigte der Polizeichef.
Zentral für die Ermittlungen sind jetzt die Ergebnisse des Drogen- und Alkoholtests. Dieser wurde angeordnet, das Ergebnis wurde noch nicht bekannt gegeben.
Ermittler prüfen die Geschwindigkeit, die Ausgucksituation und die Navigationsbedingungen zum Zeitpunkt des Unglücks.
Notfall-Zentrum für Touristen eingerichtet
Die Provinzverwaltung von Phuket richtete am Ao-Chalong-Pier ein provisorisches Notfallzentrum ein. Es koordinierte die Hilfe und betreute die traumatisierten Touristen.
Zwei Boote der Behörde halfen beim Transport von Personen vom Unglücksort. Der Schock über die Tragödie im vermeintlichen Paradies sitzt tief.
Für viele Touristen wird der Traum vom thailändischen Inselparadies für immer von diesem Schatten überschattet sein.
🗣 Wenn das Meer zur Gefahrenzone wird
Ein Ausflug. Ein schneller Kurs. Ein Augenblick – und ein junges Leben ist vorbei.
Wie sicher sind Thailands Tour-Speedboote wirklich?
Wer kontrolliert Tempo, Ausguck, Routen und Ausbildung der Fahrer?
Wenn Hochsaison, Zeitdruck und Profit zusammentreffen,
wer schützt dann die Passagiere?
Schreib offen:
Sind das tragische Einzelfälle – oder ein strukturelles Sicherheitsproblem?



