BANGKOK – Der Online-Sturm war zu heftig. Nun hat sich die Filipina Ann Berdin in einem neuen Video für ihre umstrittenen Äußerungen entschuldigt. Sie behauptet, falsch verstanden worden zu sein.
Das sagte sie im ersten, viralen Video
In einem inzwischen gelöschten Clip hatte die Touristin ihrem Frust Luft gemacht. „Niemand in Thailand scheint Englisch zu verstehen“, monierte sie und bezog sich auf Grab-Fahrer und Einheimische.
Die thailändische Netzgemeinschaft reagierte empört. Selbst der beliebte Influencer Crispy Froid meldete sich zu Wort und forderte mehr kulturelle Sensibilität von Touristen.
So rechtfertigt sie sich jetzt
In einem Entschuldigungsvideo auf Facebook versucht Ann Berdin, den Schaden zu begrenzen. „Ich meinte nichts Hassvolles gegenüber Thailand“, beteuert sie.
Ihre Aussage, einen Übersetzer zu benötigen, sei kein Spott gewesen. Sie selbst nutze auch Übersetzungs-Apps und habe Freunde, die kaum Englisch sprächen.
„Für mich ist nichts falsch an dem Video, das ich gemacht habe. Ich habe nur meine Erfahrung erklärt. Ich glaube, ich habe die falschen Worte benutzt.“
Gesteht sie eigene Fehler ein?
Ja, aber nur teilweise. Sie räumt ein, dass ihr Englisch nicht perfekt sei, betont aber, ihre Aussage sei in gutem Glauben gemacht worden.
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„Ich gebe zu, ich bin nicht gut genug in Englisch, aber ich kann wenigstens ein bisschen sprechen und verstehen.“
Ihr Ton oder ihre Formulierung seien vielleicht falsch angekommen. Wenn sich jemand beleidigt fühle, entschuldige sie sich.
Wie reagiert das Netz auf die Entschuldigung?
Die Reaktionen sind gespalten. Ein Nutzer schreibt: „Bitte sei achtsam mit dem, was du sagst, besonders in einem anderen Land. Wenn du reisen kannst, solltest du auch die lokale Sprache und Kultur lernen.“
Ein anderer zeigt Verständnis: „Es ist leicht, in einer Zweitsprache etwas falsch auszudrücken. Die Leute fragen oft nicht nach, bevor sie negativ reagieren.“
Doch viele bleiben hart. Ein Kommentar: „Deine Gefühle mögen valide sein, aber dein Verhalten ist inakzeptabel. Ich hoffe, diese Erfahrung hat dich Demut gelehrt.“
Lehre aus dem Social-Media-Sturm
Der Fall zeigt die immense Macht der öffentlichen Meinung im Internet. Eine unbedachte Äußerung kann einen globalen Shitstorm auslösen.
Für Touristen ist es eine Warnung: Kritik am Gastland sollte immer respektvoll und differenziert formuliert werden. Sonst schlägt die Stimmung im Netz schnell um.
Thailand ist sensibel geworden gegenüber herablassenden Ausländern – wie der Fall des Italieners, der einen Taxifahrer beleidigte, erst kürzlich zeigte.
🗣 Reicht ein „Sorry“ im Internetzeitalter?
Ein Satz, ein Video – und plötzlich urteilt ein ganzes Land.
War es nur ein sprachliches Missverständnis?
Oder zeigt der Fall, wie schnell persönliche Frustration in Respektlosigkeit kippt, sobald eine Kamera läuft?
Muss man als Tourist jedes Wort auf die Goldwaage legen –
oder ist das Netz längst ein Tribunal ohne Pause-Taste?
Schreib offen:
Entschuldigung angenommen – oder zu spät?



