Schock in Pattaya: Anzeige nach Bar-Eskalation

Schock in Pattaya: Anzeige nach Bar-Eskalation
The Pattaya News

PATTAYA, THAILAND – Zwei junge Frauen haben der Polizei gemeldet, dass sie in Süd-Pattaya von einem chinesischen Staatsbürger in einem Ausgehlokal angegriffen worden seien. Sie erstatteten daraufhin Anzeige wegen Körperverletzung.

Vorfall in der Nacht

Der Vorfall soll sich in der Nacht des 12. Januar 2026 im Ausgehviertel von South Pattaya ereignet haben. Die 21-jährige Phakwan Kutthae und die 22-jährige Sirithon Madhuek schilderten den Hergang später in ihrer Unterkunft an der Thepprasit Road gegenüber Reportern.

Nach Angaben von Phakwan arbeitete sie im Bereich Public Relations und war mit zwei älteren Freundinnen in einer Bar unterwegs, als sie den chinesischen Mann kennenlernten. Er habe die Gruppe eingeladen, in einem nahegelegenen Pub weiterzutrinken.

Eskalation nach Alkoholkonsum

Im Inneren des Pubs sei eine der älteren Begleiterinnen stark betrunken gewesen und in einen verbalen Streit mit dem Mann geraten. Sirithon habe versucht, die Situation zu beruhigen und zwischen beiden zu vermitteln.

Als die Gruppe das Lokal verlassen wollte, kam es laut Darstellung der Frauen zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Beide Frauen geben an, dabei Verletzungen erlitten zu haben. Der Chinese und seine Begleiter seien danach vom Ort des Geschehens geflüchtet.

Forderung nach Kostenübernahme

Beide Frauen erklärten, sie verlangten kein Schmerzensgeld. Nach ihren Angaben gehe es ihnen darum, dass der Mann für ihre medizinische Behandlung und den Verdienstausfall aufkomme, da sie wegen gesundheitlicher Beeinträchtigungen derzeit nicht arbeiten könnten.

Die Betroffenen erstatteten bereits Anzeige auf der Pattaya City Police Station und ließen sich ärztlich untersuchen. Die entsprechenden medizinischen Befunde sollen als Beweismittel im Verfahren dienen.

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Medizinische Dokumentation als Beweismittel

Die medizinische Dokumentation spielt eine zentrale Rolle in den Ermittlungen. Beide Frauen wurden auf der Polizeistation zur körperlichen Untersuchung geschickt, um die gesundheitlichen Folgen des Vorfalls offiziell feststellen zu lassen. Diese Untersuchungsergebnisse sind ein wichtiger Bestandteil der Beweissicherung und werden im weiteren Verfahren berücksichtigt.

Warnung in sozialen Medien löst Gegenreaktion aus

Nach dem Vorfall veröffentlichte Phakwan Fotos des mutmaßlichen Täters auf ihrem Facebook-Profil mit der Absicht, andere Frauen vor ähnlichen Situationen zu warnen. Diese Veröffentlichung führte zu einer unerwarteten Wendung.

Der Mann habe sie daraufhin über einen Messaging-Dienst kontaktiert und laut Darstellung der Frau gedroht, über einen Anwalt Anzeige gegen sie nach dem Computer Crime Act zu erstatten. Er werfe ihr vor, seinem Ruf geschadet zu haben, und forderte die Löschung der Beiträge. Phakwan sieht sich damit nun zusätzlich mit einem möglichen strafrechtlichen Vorwurf konfrontiert.

Polizei ermittelt Identität des Verdächtigen

Pol Lt Col Thanongsak Inphadung, ermittelnder Beamter auf der Pattaya City Police Station, bestätigte, dass der Fall offiziell aufgenommen worden sei. Die Frauen kennen den vollständigen Namen oder die Identität des Verdächtigen nicht, was die Ermittlungen erschwert.

Die Polizei habe Ermittler beauftragt, den chinesischen Staatsbürger zu identifizieren und Beweise am Tatort zu sichern. Sobald der Mann festgestellt sei, solle er vorgeladen und zu den Vorwürfen vernommen werden. Die Behörden prüfen auch mögliche Videoaufzeichnungen aus dem Bereich des Pubs.

Rechtliches Verfahren nach thailändischem Recht

Laut Polizei sollen die weiteren Schritte gemäß geltendem thailändischem Recht erfolgen, sobald die Identität des Verdächtigen und alle relevanten Beweise vorliegen. Das Verfahren wird nach den üblichen rechtlichen Standards abgewickelt, wobei sowohl die Aussagen der Beteiligten als auch die gesicherten Beweise berücksichtigt werden.

Die Ermittlungen konzentrieren sich derzeit darauf, den Mann ausfindig zu machen und seine Version der Ereignisse anzuhören. Erst dann kann die Polizei eine vollständige Bewertung des Vorfalls vornehmen und über weitere rechtliche Konsequenzen entscheiden. Der Verdächtige genießt wie jeder Beschuldigte die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung.

Rechtliche Grauzone bei Online-Warnungen

Der Fall wirft grundsätzliche Fragen zum Umgang mit mutmaßlichen Straftaten in sozialen Medien auf. Während die betroffenen Frauen argumentieren, andere warnen zu wollen, sieht sich eine von ihnen nun mit rechtlichen Drohungen wegen möglicher Rufschädigung konfrontiert.

Diese Situation verdeutlicht die komplexe rechtliche Lage zwischen dem Bedürfnis nach Selbstschutz und Warnung einerseits und den Persönlichkeitsrechten sowie der Unschuldsvermutung andererseits. Der Computer Crime Act in Thailand regelt unter anderem die Veröffentlichung von Informationen im Internet und kann bei vermeintlicher Rufschädigung zur Anwendung kommen, selbst wenn die veröffentlichenden Personen sich als Opfer einer Straftat sehen.

Gesellschaftliche Debatte über Opferrechte

Der Vorfall hat in sozialen Medien eine Diskussion darüber ausgelöst, welche Rechte mutmaßliche Opfer haben, um sich selbst und andere zu schützen. Befürworter der Frauen argumentieren, dass öffentliche Warnungen legitim seien, wenn staatliche Stellen nicht schnell genug handeln. Kritiker verweisen hingegen auf die Gefahr von Rufschädigung und digitaler Selbstjustiz.

Rechtexperten weisen darauf hin, dass die Balance zwischen Opferschutz und Täterschutz eine der schwierigsten Herausforderungen im digitalen Zeitalter darstellt. Während traditionelle Rechtssysteme auf die Unschuldsvermutung und geordnete Verfahren setzen, ermöglichen soziale Medien eine unmittelbare öffentliche Anklage ohne rechtliche Prüfung.

Zwei junge Frauen erheben schwere Vorwürfe. Sie erstatten Anzeige. Und plötzlich steht nicht mehr nur die mutmaßliche Tat im Raum, sondern auch die Frage, ob man einen Verdächtigen öffentlich benennen darf.

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Wo endet legitimer Selbstschutz, wo beginnt rechtlich problematische Rufschädigung? Schützt das Gesetz hier die richtigen Personen oder verhindert es notwendige Warnungen? Diese Fragen berühren grundsätzliche Abwägungen zwischen Opferschutz, Meinungsfreiheit und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft.

Sag offen: Sollten mutmaßliche Opfer öffentlich warnen dürfen, oder gehört alles ausschließlich vor Gericht?

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Quelle: The Pattaya News

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