BANGKOK – Der Traum vom Eigenheim am Stadtrand wird für viele zum Albtraum. Experten schlagen Alarm: In zahlreichen Vororten Bangkoks stürzen die Preise ab, Häuser stehen leer. Schuld sind überteuerte Projekte und fehlende Infrastruktur.
Die gefährlichen „Risiko-Zonen“ im Speckgürtel
Ein neuer Bericht der Agency for Real Estate Affairs (AREA) identifiziert klare „No-Go“-Gebiete für Käufer und Investoren. Während die Innenstadt stabil bleibt, kollabieren die nördlichen und östlichen Außenbezirke.
Der Präsident der AREA, Dr. Sopon Pornchokchai, warnt vor „gefährlich überteuerten“ Projekten, die nicht zur lokalen Nachfrage passen. Die Haupttreiber sind stagnierende Verkäufe und drastische Preiskorrekturen.
„Käufer sollten in diesen Gegend extrem vorsichtig sein“, rät der Report. Wer hier kaufe, riskiere stagnierende Wertentwicklung und eine Lebensqualität, die den Erwartungen nicht entspreche.
Der Nordkorridor: Luxus-Häuser, die niemand will
Im Norden, in Gebieten wie Navanakorn und Khlong Luang, stehen ganze Reihen teurer Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften leer. Der Preisbereich von 5 bis 10 Millionen Baht (ca. 123.000 bis 246.000 Euro) ist völlig lahmgelegt.
Die Entwickler haben sich fatal verrechnet: Die lokale Bevölkerung bevorzugt deutlich günstigere Reihenhäuser. Die teuren Anwesen passen nicht in die soziale und wirtschaftliche Struktur der Gegend.
Hier zeigt sich eine fatale Fehlplanung, die jetzt Käufer und Investoren teuer zu stehen kommt.
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Der Absturz im Osten: Bis zu 13,6% Wertverlust
Noch drastischer ist die Lage im Osten Bangkoks. In Chalong Krung sind die Preise für freistehende Häuser innerhalb eines Jahres um 13,6% eingebrochen – ein klares Zeichen für anfängliche maßlose Überbewertung.
Im Gebiet Srinakarin-Udomsuk drückt ein Überangebot an Kondominien großer Baufirmen die Preise um 12,4%. Auch Grundstücke im Bang Na-Trad Korridor (KM 10-30) sind eine „Todeszone“ für Investoren.
Die Preise sind zu hoch und die Banken verweigern Grundstückskredite. Der Markt steht komplett still.
Die fatale „Infrastruktur-Lücke“
Der Hauptgrund für den Crash ist die „Infrastruktur-Lücke“. Bauträger drängen immer weiter in die Peripherie, um von billigeren Grundstücken zu profitieren.
Die Ersparnisse geben sie aber nicht an die Käufer weiter. Stattdessen verlangen sie Premium-Preise für Projekte, die weitab von öffentlichen Verkehrsmitteln, Arbeitsplätzen und vollständiger Versorgung liegen.
„Ein Haus muss mehr bieten als nur einen niedrigeren Preis. Es muss vor allem Anbindung und eine realistische Bewertung bieten“, so das Fazit der Experten.
Thonburi: Die erstaunliche Ausnahme
Einzig auf der Thonburi-Seite des Chao-Phraya-Flusses gibt es keinen Grund zur Sorge. Die Nähe zum Stadtzentrum stützt hier weiterhin die Nachfrage.
Die Überquerung des Flusses sei ein geringeres Übel als die qualvollen Pendelstrecken aus den östlichen Außenbezirken. Diese Erkenntnis ist die zentrale Lehre für 2026.
Wer jetzt investiert, muss auf Konnektivität und realistische Preise achten. Alles andere ist ein finanzielles Risiko, das sich kaum noch tragen lässt.
🗣 Wenn Beton schneller wächst als echte Nachfrage
Jahrelang galt: weiter raus, billiger rein, später Gewinn.
Jetzt stehen ganze Zonen still – Häuser fertig, Käufer weg, Preise im Sinkflug.
Ist das nur eine Marktphase –
oder das Ergebnis eines Systems, das gebaut hat, ohne zu fragen, wer dort überhaupt leben will?
Sollte Thailand Bauprojekte stärker steuern?
Oder müssen Investoren endlich lernen, dass Quadratmeter ohne Infrastruktur wertlos sind?
Schreib offen:
Immobilienchance – oder tickende Zeitbombe?




Da wurde mal wieder nur von 12 Uhr bis mittags gedacht.
Aber das kennt man ja in Thailand : Man will einen schnellen Gewinn erzielen,
was danach geschieht interessiert keinen.