BANGKOK, THAILAND – Binnen weniger als zwei Jahren ist das Land von einer ganzen Serie schwerer Naturkatastrophen, Unglücke und Sicherheitsvorfälle getroffen worden. Die Ereignisse fielen in die Regierungszeiten von Paetongtarn Shinawatra und Anutin Charnvirakul und stellten das Katastrophen- und Krisenmanagement auf eine harte Probe.
Überschwemmungen im Norden und Süden
Paetongtarn Shinawatra wurde am 18. August 2024 als 31. Premierministerin vereidigt. Bereits kurz nach Amtsantritt kam es von August bis Oktober 2024 zu heftigen Überschwemmungen in Chiang Rai, Chiang Mai und weiteren Teilen des Nordens. Anhaltender Starkregen führte zu Erdrutschen und richtete in 19 Provinzen große Schäden an, Zehntausende Haushalte waren betroffen.
In der Folge traf es den Süden: Von November bis Dezember 2024 wurden 11 Provinzen durch massiven Regen überflutet. Besonders Songkhla reagierte mit der Ausrufung des Notstands, zahlreiche Gemeinden standen unter Wasser. Zehntausende Menschen mussten aus den Gefahrenzonen evakuiert werden.
Erdbeben aus Myanmar und Einsturz der Prüfbehörde
Am 28. März 2025 erschütterte ein starkes Erdbeben in Myanmar die Region. Die Erdstöße waren auch im Inland deutlich zu spüren und verursachten schwere Schäden.
In Bangkok stürzte das Gebäude des State Audit Office (SAO) ein. Bei dem Einsturz kamen viele Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt.
Regierungswechsel und Unglück am Tag des Amtseids
Am 7. September 2025 übernahm Anutin Charnvirakul das Amt des 32. Premierministers. Nur wenige Wochen später ereignete sich am 24. September 2025 ein gravierender Zwischenfall im Zusammenhang mit einem U-Bahn-Bauprojekt.
Ein Teil der Samsen Road in der Nähe des Vajira Hospital brach ein. Der Einsturz beschädigte auch die Samsen-Polizeistation, Anwohner mussten vorsorglich ihre Häuser verlassen. Der Vorfall fiel auf den Tag, an dem der neue Regierungschef seinen Amtseid ablegte.
Grenzkonflikte mit Kambodscha
Im Oktober 2025 kam es in umstrittenen Gebieten entlang der Grenze zu Kambodscha zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Betroffen war unter anderem das Gebiet Ta Kwai–Ta Muen Thom. Die Lage verschärfte sich, als vom 7. bis 27. Dezember 2025 eine intensivere Militäroperation folgte.
• bewaffnete Zusammenstöße in Grenznähe
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• Fokus auf umstrittene Territorien
• längerer Einsatz im Dezember mit erhöhter Militärpräsenz
Extreme Fluten und Anschläge im Süden
Ende 2025 wurde die Stadt Hat Yai in der Provinz Songkhla von einer schweren Flut getroffen. Die Behörden stuften sie als eine der schlimmsten Überflutungen in der jüngeren Geschichte der Region ein, Verkehr und Versorgung waren erheblich beeinträchtigt.
Am 11. Januar 2026 folgte eine koordinierte Anschlagsserie in den südlichen Grenzprovinzen. Bei den Angriffen kam es zu Explosionen und Brandanschlägen auf 11 Tankstellen in drei Provinzen. Die Attacken richteten sich gegen zivile Infrastruktur und unterstrichen die anhaltende Sicherheitsproblematik im Grenzgebiet.
Tödliche Kranunfälle auf Großbaustellen
Nur wenige Tage später traf das Land eine weitere Katastrophe im Infrastrukturbereich. Am 14. Januar 2026 stürzte auf einer Baustelle für ein Hochgeschwindigkeitsbahn-Projekt in Nakhon Ratchasima ein Großkran ein. Dabei kamen 32 Menschen ums Leben, viele weitere wurden verletzt.
Am 15. Januar 2026 ereignete sich ein weiterer Kranunfall auf der Rama-II-Straße in Samut Sakhon. Beim Einsturz der Anlage wurden zwei Menschen tödlich verletzt. Die zeitliche Nähe der beiden Unfälle löste landesweit Diskussionen über Sicherheitsstandards auf Baustellen aus.
Bilanz: Druck auf Katastrophen- und Krisenmanagement
Die Aneinanderreihung von Naturkatastrophen, militärischen Spannungen und schweren Unfällen in kurzer Zeit zeigte die Verwundbarkeit zentraler Infrastrukturen und Grenzregionen.
• Flutrisiken in Nord- und Südregionen
• Erdbebenfolgen für Regierungsgebäude
• Bausicherheit bei Großprojekten
• Sicherheitslage in Grenzprovinzen
Die Regierung steht damit unter anhaltendem Druck, Katastrophenschutz, Bauaufsicht und Sicherheitsarchitektur weiter zu stärken und die Reaktionsfähigkeit staatlicher Stellen bei gleichzeitigen Krisen zu erhöhen.
🗣 Wenn Krisen zur neuen Normalität werden
Fluten im Norden. Verwüstung im Süden. Bomben, Grenzgefechte, einstürzende Baustellen. Kaum war eine Katastrophe vorbei, folgte die nächste.
Ist Thailand einfach vom Pech verfolgt? Oder zeigt diese Abfolge ein tieferes Problem bei Vorsorge, Kontrolle und Krisenmanagement? Wie viel ist Natur – und wie viel ist hausgemacht?
Schreib offen: Unglücksserie – oder Führungsversagen?



