CHIANG MAI – In einer groß angelegten Razzia haben Einwanderungsbeamte ein Luxushotel im Herzen der Touristenstadt ausgehoben. Hinter der Fassade verbarg sich ein illegales Konstrukt chinesischer Investoren und einer thailändischen Strohfrau.
Die Festnahme im Vier-Sterne-Haus
Mit richterlichen Haftbefehlen stürmten Beamte der Chiang Mai Einwanderungsbehörde ein Hotel an der Chang Klan Road. Dort nahmen sie zwei chinesische Investoren, Herrn Ma und Herrn Mi, fest.
Ebenfalls in Handschellen: die Thailänderin Frau Jin. Ihr wird vorgeworfen, als Nominee-Aktionärin und Managerin das illegale Geschäft zu tarnen. Eine vierte Verdächtige, Frau Ma, konnte nach China fliehen und wird international gesucht.
So funktionierte das krumme Geschäftsmodell
Die Ermittlungen liefen bereits seit August 2025. Das vier Sterne Haus mit 22 Zimmern wurde de facto von den Chinesen kontrolliert – ein klarer Verstoß gegen thailändisches Recht.
„Die finanziellen Aufzeichnungen zeigen, dass das Hotel etwa 400.000 Baht (10.000 Euro) aus Übernachtungen und 1,5 Millionen Baht (37.500 Euro) von Reisebüros einnahm. Das Geld floss auf das Konto von Frau Ma“, so Polizeioberstleutnant Sutheethep Phonruenimit.
Die thailändische Strohfrau Jin hielt offiziell 55,56% der Anteile, die beiden Chinesen jeweils 22,22%. Die Gesamtinvestition betrug 4,5 Millionen Baht (112.500 Euro).
Anklagepunkte sind schwerwiegend
Gegen alle drei Festgenommenen wurden mehrere Anklagen erhoben. Im Zentrum steht der Vorwurf der illegalen Geschäftsführung durch Ausländer mittels einer Nominee-Struktur.
Thailändische Gesetze reservieren bestimmte Berufe und Unternehmenskontrollen strikt für thailändische Staatsbürger. Dies soll die heimische Wirtschaft schützen.
Die Polizei hatte nach einer ersten Anzeige im November 2025 monatelang Beweise gesammelt, bevor der Richter die Haftbefehle unterzeichnete.
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Einwanderungschef warnt vor den Folgen
Der Kommandeur der Einwanderungsabteilung 5, Generalmajor Sarawut Khon Yai, nutzte den Fall für eine klare Warnung. Solche Verstöße seien im Tourismussektor weit verbreitet.
„Wenn Ausländer in Thailand legal Geschäfte machen wollen, sind sie willkommen. Aber Nominee-Konstrukte leiten Geld aus dem Land ab und verletzen Gesetze, die bestimmte Berufe Thailändern vorbehalten“, sagte er.
Er appellierte eindringlich an Thailänder, nicht als Strohmänner zu agieren, und an Ausländer, die Rechtswege einzuhalten.
Parallelfall: Japaner verkauft Matcha-Eis ohne Arbeitserlaubnis
In einem separaten Vorfall nahmen Beamte einen Japaner fest. Er soll ohne Arbeitserlaubnis hausgemachtes Matcha-Eis vor einem Tempel verkauft haben.
Der Mann gestand, mit einem Nicht-Einwanderer-O-Visum (aufgrund seiner Ehe mit einer Thailänderin) im Land zu sein, aber keine Arbeitsgenehmigung beantragt zu haben.
Er wurde zur Anklageerhebung an die Stadtpolizei von Chiang Mai überstellt. Die Botschaft ist eindeutig: Thailand zieht die Schraube bei illegaler Arbeitsaufnahme an.
Das bedeutet das für Chiang Mais Tourismus
Der Skandal ist ein herber Rückschlag für das Image Chiang Mais als seriöses Reiseziel. Reisende könnten verunsichert sein, wer hinter ihren Unterkünften steckt.
Für die Behörden ist es ein Erfolg im Kampf gegen Schattenwirtschaft und Geldabflüsse. Sie signalisieren Null-Toleranz gegenüber solchen Praktiken.
Die Ermittlungen gehen weiter, um mögliche weitere Nominee-Firmen in der boomenden Tourismusregion aufzudecken.
🗣 Wer besitzt Thailand wirklich?
Luxushotel, Millionenumsätze – und doch angeblich in falschen Händen. Ist das ein Einzelfall oder nur die Spitze eines riesigen Systems aus Strohmännern und Schattenfirmen? Sollte der Staat härter eingreifen – oder schreckt das ehrliche Investoren ab? Schreib, was du wirklich darüber denkst.




Das unendliche Thema. Sache ist, der tailändische Markt ist von ausländischen Einflüssen stark abgeschirmt. Schon seit Jahrzehnten. Wer sich als Ausländer daran nicht hält und spätestens, falls sich ein Geschäftserfolg einstellen sollte, ist Schluss mit lustig. Das weiß jeder und trotzdem glauben immer wieder welche sich mit windigen Rechtskonstellationen durchschmuggeln zu können. Es funktioniert so gut wie nie. Der Protektionismus schützt die Einheimischen vor ausländischer Konkurrenz und lähmt dabei gleichzeitig die Weiterentwicklung im Land. Was dabei den Tourismus anbelangt, immer wieder zu werben nach dem Motto „kommt nur alle her, wir bieten was wir schon immer geboten haben und damit muss man auch zufrieden sein“ auf Dauer ausreicht um in SOA als Marktführer weiterhin zu bestehen ist die große Frage. Ich weiß es natürlich auch nicht. Aber das ist eben der Weg hierzulande und das entscheiden die Thailänder und ihre Regierungen ganz alleine. Meine eigene Entscheidung war hier leben ja, hier im Land arbeiten oder gar in eigene Geschäfte investieren ganz bestimmt nicht. Es wäre so gut wie immer illegal und würde meinen Aufenthalt gefährden. Dazu lebe ich zu gerne hier um solch ein Risiko einzugehen. Aber das muss jeder selber für sich entscheiden.
Dies ist nur die Spize vom Eisberg in Thailand. Würden sie mal Überall richtig kontrollieren, aber hat ja mit Arbeit zu tun. Diskos,Bars,Restaurants,Hotels etc. ohne gültige Lizenz,also auch keine Steuereinnahmen. Denke mal 30% könnten schließen.