PATTAYA – Ein Hoffnungsschimmer für den Artenschutz: Marineforscher haben eine Gruppe von über 40 seltenen Irrawaddy-Delfinen entdeckt. Die Behörden starten nun einen Rettungsplan mit Hightech-Geräten.
Sensationsfund vor der Bang-Pakong-Mündung
Bei einer systematischen Suche vom 12. bis 16. Januar machten Forscher eine unglaubliche Entdeckung. Vor der Mündung des Bang Pakong Flusses tummelten sich 35 bis 40 Irrawaddy-Delfine.
Die vom Aussterben bedrohten Tiere zeigten Gruppen-Futterverhalten. Besonders erfreulich: Schätzungsweise 5 bis 18 Tiere zeigten bereits Balz- und Fortpflanzungsverhalten.
„Dies ist ein sehr positives Zeichen für den Zustand des Küstenökosystems“, kommentierte Dr. Pinsak Suraswadi, Generaldirektor der Meeresbehörde.
So sollen die Delfine jetzt geschützt werden
Die größte Gefahr für die sanften Riesen sind Fischernetze, in denen sie sich verfangen und ertrinken. Hier kommt eine neue Technologie zum Einsatz: „Pinger“.
Diese akustischen Warnsender arbeiten im Frequenzbereich von 50–120 kHz und sollen die Delfine von Netzen fernhalten. Die ersten Reaktionen der Tiere werden gerade getestet.
Zusätzlich überwachen Drohnen rund um die Uhr die Bewegungen der Gruppe, um ihre Routen und Verhaltensmuster besser zu verstehen.
Umweltsünde Mikroplastik unter der Lupe
Parallel zum Delfin-Monitoring läuft eine großangelegte Umweltstudie. An sechs Flussmündungen von Bangkok bis Phetchaburi wurden Wasser- und Sedimentproben genommen.
Das Ziel: Die Belastung durch Mikroplastik und die allgemeine Wasserqualität zu überprüfen. Erste Ergebnisse sind überraschend positiv.
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Die Wasserqualität entspricht größtenteils den nationalen Standards für Aquakultur und Freizeitnutzung. Einzig an der Mündung des Tha Chin Flusses ist der Sauerstoffgehalt zu niedrig.
Warum dieser Fund so wichtig ist
Der Irrawaddy-Delfin ist auf der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft. Jedes einzelne Tier ist ein Schatz. Eine Gruppe dieser Größe ist eine Sensation.
Sie zeigt, dass die Schutzmaßnahmen der letzten Jahre erste Früchte tragen könnten. Die Tiere finden noch geeignete Lebensräume und genug Nahrung.
Die gesammelten Daten sind Gold wert für die langfristige, nachhaltige Schutzplanung. Sie helfen, Schutzzonen genau zu platzieren.
Die nächsten Schritte der Behörden
Die Behörden werden das Gebiet nun intensiv überwachen. Die akustischen Abschreckungsgeräte (Pinger) sollen flächendeckend an gefährlichen Stellen getestet werden.
Gleichzeitig wird die Sauerstoffproblematik am Tha Chin Fluss intensiv untersucht, um die Ursache zu finden und zu beheben.
Der Fund ist ein großer Erfolg, aber der harte Arbeit für den Erhalt dieser faszinierenden Tiere geht weiter. Jetzt gilt es, ihren Lebensraum dauerhaft zu sichern.
🗣 Sind das letzte Boten – oder der Anfang einer Wende?
Über 40 seltene Delfine tauchen dort auf, wo sonst oft nur Netze, Boote und Plastik dominieren.
Ist das ein stilles Zeichen, dass Schutz wirkt – oder ein letzter Zufluchtsort, den wir gerade noch rechtzeitig bemerken?
Wie viel ist uns ein lebendiges Meer wirklich wert, wenn es um Wirtschaft, Fischerei und Bequemlichkeit geht?



