BANGKOK – Die Feinstaub-Krise in Thailand spitzt sich zu. Jetzt greift die Schulbehörde OBEC durch. Sie gibt allen Schulen im Land strikte Anweisungen: Bei hoher PM2.5-Belastung soll sofort geschlossen oder auf Online-Unterricht umgestellt werden.
So funktioniert der neue Drei-Stufen-Plan
Die stellvertretende OBEC-Generalsekretärin Pattriyawan Phannoi hat einen klaren Handlungsplan vorgelegt. Basis ist die offizielle Air4Thai-App.
Bei gutem Wetter (blau/grün) läuft der Unterricht normal. Risikoschüler werden jedoch besonders überwacht.
Bei moderater Belastung (orange) müssen alle Aktivitäten im Freien reduziert oder gestrichen werden. Risikoschüler bleiben in „staubfreien Klassenzimmern“.
Ab Stufe „Rot“ droht Unterrichtsausfall
Die schärfste Maßnahme gilt bei schwerer Belastung (rot). Dann dürfen Schulen vorübergehend schließen oder komplett auf Online-Lernen umstellen.
Diese Entscheidung liegt in der Verantwortung der Schulleitung, gestützt auf die Verordnungen des Bildungsministeriums.
„Die Sicherheit der Schüler hat oberste Priorität“, betont Pattriyawan. Bei schweren Symptomen muss sofort medizinische Hilfe organisiert werden.
Warum die Anweisung jetzt kommt
Die Luftqualität in vielen Regionen Thailands, besonders in Bangkok und dem Norden, verschlechtert sich saisonal dramatisch. Der gefährliche Feinstaub PM2.5 erreicht gesundheitsschädliche Werte.
Kinder gehören zu den gefährdetsten Gruppen. Die Behörde will mit der klaren Richtlinie Zögern und Uneinheitlichkeit beenden.
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Schulen sollen nicht mehr selbst entscheiden müssen, sondern einen klaren, behördlichen Rahmen haben.
Das sind die langfristigen Ziele
Neben der akuten Gefahrenabwehr fördert OBEC langfristige Strategien. Dazu gehört die Förderung öffentlicher Verkehrsmittel für den Schulweg.
Schulen sollen mehr Grünflächen schaffen und Umwelterziehung fest in den Lehrplan integrieren. Das Bewusstsein für den Klimawandel soll wachsen.
Ein tägliches PM2.5-Meldesystem für Risikogebiete ist in der Diskussion, um Schulen bei ihren Entscheidungen noch besser zu unterstützen.
Wie Eltern und Schüler reagieren müssen
Eltern werden aufgefordert, die Air4Thai-App ebenfalls zu nutzen und die Lage selbst zu verfolgen. Die Kommunikation zwischen Schule und Elternhaus ist entscheidend.
Schulkinder mit Asthma oder anderen Vorerkrankungen stehen im besonderen Fokus. Für sie können schon bei mittlerer Belastung Ausnahmen gelten.
Die Anweisung bedeutet mehr Flexibilität, aber auch mehr Verantwortung für jede einzelne Schule. Der Schutz der Gesundheit geht vor.
Landesweiter Schritt in die richtige Richtung
Experten begrüßen die einheitliche Linie. Bisher reagierten Schulen sehr unterschiedlich auf die Smog-Gefahr, was zu Verwirrung führte.
Jetzt haben alle einen klaren Fahrplan. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die junge Generation vor den Folgen der Luftverschmutzung zu schützen.
Die Wirksamkeit der Maßnahmen hängt nun von der konsequenten Umsetzung in allen 20.000 Schulen des Landes ab.
🗣 Wenn Lernen zur Gesundheitsfrage wird
Was bedeutet Schule, wenn schon der Weg ins Klassenzimmer krank machen kann? Masken statt Pausenhof. Apps statt Atemluft. Online-Unterricht statt Spielen im Freien.
Ist das nur eine saisonale Krise – oder der neue Normalzustand für eine ganze Generation? Und wer schützt Kinder wirklich, wenn Umweltprobleme schneller wachsen als Lösungen?



