Studie schlägt Alarm: Arbeit macht krank und arm

Studie schlägt Alarm: Arbeit macht krank und arm
Bangkok Post
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BANGKOK – Eine brisante Analyse zeigt das ganze Ausmaß der Misere: Über 40 Millionen Arbeiter in Thailand stecken in schlecht bezahlten, unsicheren Jobs fest. Experten fordern die Politik zum sofortigen Handeln auf.

Die alarmierenden Zahlen hinter der Krise

Auf einem Forum der Thammasat Universität präsentierten die Thai Health Promotion Foundation (ThaiHealth) und ein Netzwerk aus über 50 Organisationen erschütternde Daten.

Die Realität für Millionen: unzureichende Gesundheitsvorsorge, kaum soziale Absicherung und ein ständiges Leben in Unsicherheit. „Die Arbeitsgesetze hinken der Realität massiv hinterher“, so die einhellige Kritik.

Besonders betroffen ist die wachsende Zahl älterer Arbeitnehmer. Schon jetzt sind über 20% der informell Beschäftigten 60 Jahre oder älter.

Drei Forderungen an die Politik

Die Expertenallianz legte den politischen Parteien vier konkrete Maßnahmen auf den Tisch. Diese sollen noch vor der nächsten Wahl umgesetzt werden.

Erstens: Die gesetzliche Definition des „Arbeitnehmers“ muss dringend modernisiert werden, um neue Arbeitsformen wie Plattform-Jobs einzubeziehen.

Zweitens: Rechte und Leistungen müssen an die tatsächlichen Arbeitsbedingungen angepasst werden. Drittens: Die Gesundheitsförderung muss massiv ausgeweitet werden.

Warum das System Millionen im Stich lässt

Asst. Prof. Krissada Teerakosolpong von der Thammasat Universität erklärt das Kernproblem: Wirtschaftlicher, technologischer und demografischer Wandel laufen den veralteten Gesetzen davon.

Das Ergebnis: Geringes Einkommen, keine Verhandlungsmacht und ständige Existenzangst für einen Großteil der Bevölkerung. Die alternde Gesellschaft verschärft die Krise zusätzlich.

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Poranee Pupprasert von ThaiHealth warnte: Die Zahl der über 60-Jährigen werde in 20 Jahren um 32% steigen. Das aktuelle System ist darauf nicht vorbereitet.

Die große Wahl-Baustelle: Wer schützt die Arbeiter?

Die Initiatoren des Forums machen die anstehende Wahl zur entscheidenden Weichenstellung. Die Arbeitnehmerrechte müssten endlich ganz oben auf die Agenda.

Es geht um die Zukunft von Millionen Familien, die von prekären Jobs abhängen. Die vierte Forderung zielt darauf ab, freiwillige Verlängerungen der Arbeitszeit zu unterstützen – aber nur unter fairen Bedingungen.

Die Botschaft an die Parteien ist klar: Wer die Stimmen dieser 40 Millionen Menschen will, muss konkrete und umsetzbare Pläne für ihren Schutz vorlegen.

Ein System am Limit – und was jetzt passieren muss

Die Studie ist ein deutliches Alarmsignal für die gesamte thailändische Wirtschaft und Gesellschaft. Die soziale Sprengkraft der prekären Beschäftigung wächst.

Die Experten fordern einen sozialen Neueinstieg. Nur durch mutige Reformen können Gesundheit, Sicherheit und Fairness für alle Arbeiter gewährleistet werden.

Die Wahl wird zeigen, welche Partei den Ernst der Lage erkannt hat und bereit ist, die Weichen für eine gerechtere Arbeitswelt zu stellen.

🗣 Wer trägt Thailand – und wer trägt die Last?

Über 40 Millionen Menschen arbeiten – und doch reicht es oft nicht zum Leben, nicht für Sicherheit, nicht für Gesundheit. Ist das noch wirtschaftliche Entwicklung – oder längst ein System, das von Unsicherheit lebt?
Und wird sich im Wahlkampf wirklich etwas ändern, oder bleiben Arbeiter wieder nur eine Zahl in Reden?
Was müsste deiner Meinung nach sofort passieren, damit Arbeit in Thailand nicht krank macht?

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Quelle: Bangkok Post

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