Haarausfall bei Frauen ist häufig, vielschichtig und emotional belastend. Eine Haartransplantation kann für einen Teil der Betroffenen eine Behandlungsoption sein – sie ist jedoch kein Standardverfahren für jede Form von Haarausfall. Der folgende Überblick erläutert verständlich, wie moderne Transplantationsmethoden funktionieren, welche Chancen und Grenzen bestehen und welche Aspekte für eine informierte Entscheidung in Deutschland relevant sind.
Haarausfall bei Frauen: medizinischer Kontext
Androgenetische Alopezie ist auch bei Frauen die häufigste Ursache von schütterem Haar, zeigt sich jedoch meist diffuser als bei Männern (Ausdünnung im Scheitelbereich statt klarer Geheimratsecken). Daneben kommen Telogeneffluvium, Alopecia areata, hormonelle Störungen, Eisenmangel oder narbige Alopezien in Betracht. Eine sorgfältige Diagnostik durch Dermatolog:innen ist entscheidend, weil eine Transplantation nur bei bestimmten, stabilen Formen von Haarausfall sinnvoll sein kann. Weitere Informationen zum Thema Haarausfall bei Frauen finden Sie im Artikel von Flymedica: https://flymedica.com/de/haartransplantation-frauen-methoden-kosten-ergebnisse/.
Was bedeutet „Haartransplantation“ eigentlich?
Unter einer Haartransplantation versteht man die chirurgische Verpflanzung eigener Haarfollikel von einem „Spenderbereich“ (meist Hinterkopf) in lichte oder kahle Areale. Verwendet werden in der Regel sogenannte Follikuläre Einheiten (1–4 Haare pro Einheit), da sie dem natürlichen Haarwachstum am nächsten kommen.
Wie funktioniert das biologisch?
Die meisten Haare am Hinterkopf sind genetisch weniger empfindlich gegenüber Dihydrotestosteron (DHT). Werden diese Follikel in andere Kopfbereiche verpflanzt, behalten sie diese Resistenz weitgehend bei. Entscheidend für das Anwachsen ist eine schonende Entnahme, kurze Zeit außerhalb des Körpers („ex vivo time“) und eine atraumatische Implantation mit korrektem Winkel und Dichte.
Gängige Methoden im Überblick
DHI (Direct Hair Implantation)
Bei DHI werden die Follikel meist mit einem stiftartigen Implanter (z. B. Choi-Pen) direkt in die Kopfhaut eingesetzt, ohne zuvor viele Kanäle zu öffnen.
Charakteristika:
- Hohe Präzision bei Winkel und Tiefe
- Potenziell kürzere Expositionszeit der Grafts
- Technisch anspruchsvoll und stark vom Erfahrungsgrad des Teams abhängig
FUE (Follicular Unit Extraction)
Einzelne follikuläre Einheiten werden mit feinen Hohlnadeln entnommen und anschließend in vorbereitete Kanäle eingesetzt. DHI gilt technisch als eine Variante der FUE mit anderem Implantationsschritt.
FUT (Streifenmethode)
Hier wird ein schmaler Hautstreifen aus dem Hinterkopf entnommen und mikroskopisch in Follikel zerlegt. Vorteil ist oft eine sehr gute Graft-Qualität; Nachteil ist eine lineare Narbe im Spenderbereich.
Robotik-unterstützte Systeme
Einige Zentren nutzen robotische Entnahmesysteme. Sie können die Entnahme standardisieren, ersetzen jedoch nicht die ärztliche Planung und Kontrolle.
Für wen kann eine Transplantation in Betracht kommen?
Neutral formuliert kann ein Eingriff eher erwogen werden bei:
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- Stabilisiertem, androgenetischem Haarausfall
- Ausreichender Spenderdichte am Hinterkopf
- Realistischen Erwartungen an das Ergebnis
- Bereits ausgeschöpften konservativen Therapien (z. B. Minoxidil, ggf. ärztlich verordnete Optionen)
Eine Haartransplantation kann für ausgewählte Frauen eine sinnvolle Option sein, ist jedoch kein Allheilmittel. Methodisch dominieren heute FUE-basierte Verfahren wie DHI; entscheidend bleiben sorgfältige Diagnostik, realistische Erwartungen und eine fachgerechte Durchführung nach anerkannten medizinischen Standards.
Literaturverzeichnis
- Garg A.K., Garg S. – Follicular Unit Extraction: A Review – Journal of Cutaneous and Aesthetic Surgery – 2018
- Flymedica – Haartransplantation Türkei – Istanbul – https://flymedica.com/de/haartransplantation-tuerkei/
- Sinclair R. – Female pattern hair loss: a clinical review – Australasian Journal of Dermatology – 2011
- Deutsches Ärzteblatt – Androgenetische Alopezie – 2019
International Society of Hair Restoration Surgery (ISHRS) – Follicular Unit Extraction (FUE) – Patient Information – fortlaufend aktualisiert

