BANGKOK – Eine brisante Umfrage des privaten Wirtschaftsverbands JSCCIB behauptet, der Stimmenkauf vor den Wahlen habe ein neues Level erreicht. Demnach sollen bis zu 7.500 Baht pro Wähler gezahlt werden. Die Wahlkommission wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe.
Wirtschaftsverband schlägt Alarm
Der gemeinsame Ausschuss des privaten Sektors (JSCCIB) hat mit einer internen Umfrage für Aufsehen gesorgt. Die Ergebnisse deuten auf einen intensivierten Stimmenkauf hin.
Die genannte Summe von 7.500 Baht pro Person (ca. 185 Euro) sei eine Schätzung. Wahlkommissions-Generalsekretär Sawang Boonmee reagierte umgehend auf die Vorwürfe.
„Die Wahlkommission muss auf solche Informationen reagieren“, sagte Sawang. Gleichzeitig betonte er, der Fokus liege auf Prävention und Abschreckung.
Wahlkommission setzt auf Schnell-Einsatzteams
Sawang räumte ein, dass die eigenen Geheimdienste der Kommission zwar Informationen hätten, aber nicht über konkrete Beträge. Die genannte Summe könnte eine Schätzung oder eine akademische Meinung sein.
„Unabhängig davon sollte es nicht passieren“, so Sawang entschieden. Es sei die Pflicht der EC, sicherzustellen, dass solche Praktiken das Wahlergebnis nicht beeinflussen.
Die Kommission setzt nun auf konkrete Maßnahmen: „Wir setzen Schnell-Einsatzteams in Gebieten ein, die wir kategorisiert haben – ob rot, gelb oder weiß.“
Rote Hochrisiko-Gebiete im ganzen Land
Auf die Frage, wo sich die meisten dieser „roten“ Hochrisiko-Gebiete befänden, antwortete Sawang, dass es sie in jeder Region des Landes gebe.
Die Einstufung hänge vom Wettbewerbsniveau in jedem Wahlkreis ab. „Intensität“ bedeute nicht zwangsläufig Gewalt, sondern wie hart umkämpft ein Gebiet sei.
„Jeder kann Straftaten begehen – Kandidaten selbst, Mitglieder der Öffentlichkeit oder sogar EC-Mitarbeiter“, warnte Sawang. Dies wolle man verhindern, da es das Wahlergebnis unakzeptabel mache.
Appell für eine saubere Wahl
Sawang bestätigte Berichte, dass er in einer internen Nachrichtengruppe die Mitarbeiter der EC aufgefordert habe, sich gegen Stimmenkauf einzusetzen.
„Ich wollte eine Wahl, die akzeptiert wird, in einer positiven Atmosphäre abläuft und auf sauberen Stimmen basiert“, erklärte er sein Motiv. Saubere Stimmen spiegelten die Qualität der Wahl wider.
Die Wahlkommission wünsche sich zwei Dinge: eine hohe Wahlbeteiligung – die erwartet werde – und Stimmabgaben, die auf Politik basieren, nicht auf anderen Gründen.
Vertrauen in den demokratischen Prozess
Abschließend bekräftigte Sawang, dass die EC eine Wahl wolle, die von der Öffentlichkeit akzeptiert wird und als Startpunkt für die Entwicklung des Landes dienen kann.
Die aktuellen Vorwürfe stellen eine Herausforderung für das Vertrauen in den Prozess dar. Die schnelle Reaktion der Behörden soll nun Zweifel ausräumen.
Ob die eingesetzten Teams den mutmaßlichen Praktiken Herr werden, wird die heiße Phase des Wahlkampfs zeigen.
🗳 Wenn Stimmen einen Preis bekommen
Was ist eine Wahl wert, wenn Stimmen wie Ware gehandelt werden?
Reichen Einsatzteams, Warnungen und Farbzonen, um ein System zu stoppen, das seit Jahrzehnten im Schatten läuft?
Oder ist Stimmenkauf längst so normalisiert, dass er nur noch den Preis, nicht mehr das Gewissen ändert?
Und was entscheidet am Ende wirklich: Programme – oder Umschläge?



