PHUKET â Mit einem massiven Schlag hat die Polizei auf Thailands berĂŒhmtester Ferieninsel aufgerĂ€umt. In fĂŒnf spektakulĂ€ren FĂ€llen wurden internationale BetrĂŒgerbanden, mutmaĂliche GeldwĂ€scher und dreiste TrickbetrĂŒger ausgehoben. Die Ermittlungen enthĂŒllen das dunkle Gesicht des Tourismus-Paradieses.
Nominee-Schwindel bei Motorrad-Verleihern aufgedeckt
Im Visier der Ermittler stand ein Motorradverleih in Chalong. Hinter der Firma âBig Bike Rental and Sales Co Ltdâ verbarg sich ein klassisches Nominee-System.
AuslĂ€nder fĂŒhrten das GeschĂ€ft, wĂ€hrend ThailĂ€nder nur als StrohmĂ€nner auf dem Papier dienten. Zahlungen gingen direkt auf auslĂ€ndische Konten.
âDie thailĂ€ndischen AktionĂ€re hatten ĂŒberhaupt keine Rolle im Betriebâ, so Polizeichef Generalmajor Sinlert Sukhum. Das GeschĂ€ft ist jetzt geschlossen, gegen alle Beteiligten wird ermittelt.
Russischer Geldkurier fĂŒr Callcenter-Banden geschnappt
Kathu-Polizei nahm einen russischen StaatsbĂŒrger fest, der als Geldkurier fĂŒr eine internationale BetrĂŒgerbande agiert haben soll.
Bei ihm fanden Beamte 34 Handys, 27 Geldkarten und Bargeld. Er soll ĂŒber 110.000 Baht (ca. 2.750 Euro) an verschiedenen Geldautomaten abgehoben haben.
Der Mann wurde mit einem Haftbefehl des Lampang Provincial Court gesucht und ist jetzt in Untersuchungshaft. Ein wichtiger Geldfluss der Cyber-Gang ist unterbrochen.
Falsche Polizisten erpressen Restaurant-Besitzer
Besonders dreist ging eine andere Bande vor. Sie gab sich als Polizeibeamte aus und rief Restaurant- und GeschÀftsinhaber an.
Unter dem Vorwand, Grenzsicherheitshilfe zu leisten, erpressten sie ĂŒber 900.000 Baht (ca. 22.500 Euro). Die Opfer ĂŒberwiesen per PromptPay.
Die Ermittler verfolgten die Geldspur und schnappten die VerdĂ€chtigen in Surat Thani und Nong Bua Lamphu. Sie gestanden, fĂŒr eine kleine Provision als GeldempfĂ€nger gearbeitet zu haben.
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Gauner sammeln âSpendenâ bei auslĂ€ndischen Residenten
Eine weitere Masche: Zwei MĂ€nner fuhren in einem weiĂen Pickup durch Rawai und gaben sich als hohe Polizeioffiziere aus.
Sie baten auslĂ€ndische Residenten um Spenden fĂŒr Soldaten und Polizisten. Nach Medienberichten meldeten sich weitere Opfer.
Die Gauner wurden schlieĂlich in der Provinz Chumphon festgenommen. Sie hatten gezielt Gebiete mit hohem AuslĂ€nderanteil ausgewĂ€hlt.
GeldwĂ€sche-Netzwerk fĂŒr Online-Scammer gesprengt
Den vielleicht gröĂten finanziellen Schaden richtete ein GeldwĂ€sche-Ring an. Bankangestellte wurden stutzig, als ein Mann 500.000 Baht (12.500 Euro) abheben wollte.
Die Fahnder nahmen vier VerdĂ€chtige fest und beschlagnahmten Dutzende BankbĂŒcher und Handys. Die Bande hatte Konten speziell fĂŒr Online-BetrĂŒger geöffnet.
Das Geld wurde zur thailĂ€ndisch-laotischen Grenze transportiert. Der Gesamtschaden aus fĂŒnf damit verbundenen BetrugsfĂ€llen liegt bei ĂŒber 9,3 Millionen Baht (232.500 Euro).
Polizei warnt alle Touristen und Residenten
Die Phuket Provincial Police warnte eindringlich vor solchen Betrugsmaschen. âGeben Sie niemals Geld oder Daten, wenn Sie unsicher sindâ, so die offizielle Stellungnahme.
Die groà angelegte Razzia zeigt: Auch im Paradies lauern Gefahren. Doch die Polizei zeigt mit dieser koordinierten Aktion, dass sie den Kriminellen keinen Raum lÀsst.
đŁ Ist das AufrĂ€umen â oder nur ein Kratzer an der OberflĂ€che?
Nominee-Firmen, Callcenter-Banden, falsche Polizisten, GeldwĂ€schenetze â alles in einer einzigen Pressekonferenz.
Doch was sagt es ĂŒber eine Stadt aus, wenn so viele schwere Verbrechen parallel florieren konnten?
Erleben wir gerade einen Wendepunkt â oder nur eine Phase, bis neue Netzwerke nachrĂŒcken?
Was glaubst du: echte Zeitenwende oder reines Schadensmanagement?


