KRABI, THAILAND – Behörden in der Provinz Krabi haben eine israelisch betriebene Cannabis-Farm durchsucht und den ausländischen Eigentümer wegen mutmaßlich illegaler Firmenkonstruktionen und Verstößen gegen Auflagen festgenommen.
Großeinsatz mehrerer Behörden in Sai Thai
Die Razzia fand am 21. Januar 2026 gegen 9.30 Uhr auf dem Gelände von Cannazon Co. Ltd. im Dorf Moo 4, Unterbezirk Sai Thai im Bezirk Mueang Krabi statt.
Angeführt wurde der Einsatz von Gouverneur Angkul Silathevakul und Maj Gen Sukkasem Nakvilai, dem Kommandeur der Provinzpolizei Krabi. Vor Ort waren rund 50 Einsatzkräfte aus verschiedenen Behörden, darunter Provinz- und lokale Polizei, Einwanderungspolizei, Central Investigation Bureau, Touristenpolizei, Verwaltungsbehörden, Gesundheitsamt und Arbeitsbehörde.
Festnahme eines israelischen Eigentümers
Auf Grundlage von Durchsuchungsbeschlüssen des Provinzgerichts Krabi durchsuchten die Beamten die Firmenräume und nahmen den als Mose Yamin identifizierten israelischen Eigentümer fest. Vor der Durchsuchung wurden ihm die Beschlüsse mit Hilfe eines Dolmetschers erläutert, Yamin kooperierte nach Behördenangaben mit den Ermittlern.
Die Ermittler werfen dem Unternehmen vor, thailändische Staatsbürger als Scheinaktionäre eingesetzt zu haben, um einem Ausländer die faktische Kontrolle über ein gesetzlich beschränktes Geschäftsfeld zu ermöglichen. Dies verstoße unter anderem gegen Section 8(3) des Foreign Business Act.
Hightech-Anlage und mehrere mutmaßliche Verstöße
Im Gebäude fanden die Beamten eine Indoor-Cannabisanlage mit kontrollierter Bewässerung, Beleuchtung und Temperatur sowie Geräte zur Verarbeitung der Pflanzen. Das Gelände soll zudem zum Verkauf von Cannabisprodukten und für den Konsum vor Ort genutzt worden sein.
Laut den Behörden wurden weitere mögliche Verstöße festgestellt:
• Online-Verkauf und Lieferung von Cannabisprodukten
• Farmtouren für Touristen
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• Zulassung von Konsum auf dem Gelände entgegen gesetzlicher Auflagen
• Extraktion von Cannabiswirkstoffen mit einem THC-Gehalt über 0,2 %, womit das Produkt nach geltendem Recht als Betäubungsmittel gilt
Das Gesundheitsamt der Provinz Krabi setzte die Geschäftslizenz für 60 Tage außer Kraft, bis weitere Ermittlungen abgeschlossen sind.
Behörden warnen vor „Nominee“-Konstruktionen
Gouverneur Angkul erklärte, den Behörden seien Informationen zugegangen, dass ausländische Investoren Thais als Strohleute in Cannabisunternehmen einsetzten. Die Kontrolle zeige, dass der Eigentümer Israeli sei und auf dem Gelände mehrere illegale cannabisbezogene Aktivitäten stattgefunden hätten.
Er betonte, Krabi werde keine illegalen Geschäftsmodelle aus dem Ausland dulden. Alle zuständigen Stellen arbeiteten zusammen, um die öffentliche Ordnung zu sichern und das Image der Provinz als sicheres Reiseziel zu schützen.
Ermittlungen gegen vier Thais und „graues Kapital“
Maj Gen Sukkasem sagte, die Polizei habe die Firma über mehr als zwei Monate beobachtet. Es gebe Hinweise, dass ein israelischer Investor Thais angeworben habe, zunächst 100 % der Anteile auf ihren Namen zu halten. Später sei das Kapital erhöht und die Beteiligung in eine 49–51-Struktur zugunsten ausländischer Kontrolle umgewandelt worden.
Dokumente belegten, dass es sich um eine Scheinbeteiligung gehandelt habe, die er mit der Nutzung von „Maultier“-Bankkonten verglich. Strafanzeigen seien gestellt, nach vier thailändischen Staatsbürgern als mutmaßlichen Strohleuten werde gefahndet.
Mom Luang Phuthong Thongyai, Vizedirektor der Business Development Department, sprach von Hinweisen auf „graues Kapital“. Man habe ein Muster erkannt, bei dem Firmen zunächst mit thailändischen Anteilseignern registriert, nach drei bis vier Monaten aber in ausländische Kontrolle überführt würden. Die Ermittlungen sollen nun auf weitere verdächtige Unternehmen ausgeweitet werden.
🗣 Wo endet Investition – und wo beginnt Unterwanderung?
Ausländisches Geld, thailändische Strohmänner, ein legales Produkt – und plötzlich steht der Vorwurf „graues Kapital“ im Raum.
Ist das die Kehrseite der Cannabis-Öffnung? Und wie viele solcher Konstruktionen existieren, ohne dass jemand hinsieht?
Sollte Thailand den Markt wieder härter regulieren – oder endlich radikal kontrollieren, wer hier wirklich Geschäfte macht?


