SURAT THANI, THAILAND – Auf der Ferieninsel Koh Phangan haben Behörden bei einer groß angelegten Razzia 35 Personen und Unternehmen wegen Verstößen gegen Einwanderungs-, Arbeits- und Handelsvorschriften angezeigt. Die Aktion fand am 22. Januar 2026 unter Leitung hochrangiger Provinz- und Regionalpolizisten statt und richtete sich gegen mutmaßlich illegale Beschäftigung und sogenannte Nominee-Konstruktionen in der Tourismusbranche.
Umfangreiche Razzia auf der Touristeninsel
Unter der Aufsicht von Pol. Maj. Gen. Narongrit Dansuwan, stellvertretender Kommandeur der Region-8-Polizei, durchsuchten rund 170 Einsatzkräfte insgesamt 25 Standorte auf Koh Phangan. Beteiligt waren Ermittler von Regional- und Provinzpolizei, örtliche Polizei, Immigrationspolizei, Touristenpolizei sowie Bezirksverwaltungen.
Die Beamten vollstreckten gerichtlich bewilligte Durchsuchungsbefehle in 22 Restaurants, einem Bekleidungs- und Souvenirgeschäft sowie zwei Hotels, wie die Polizei mitteilte. Koh Phangan gilt als einer der bekanntesten Urlaubsorte im Süden des Landes und zieht vor allem internationale Gäste an.
Festnahmen und Vorwürfe gegen ausländische Arbeitskräfte
Im Zentrum der Ermittlungen standen laut Polizei vor allem Verstöße ausländischer Arbeitskräfte gegen das Arbeits- und Einwanderungsrecht. Insgesamt wurden sieben Staatsangehörige aus Myanmar beschuldigt, außerhalb des ihnen gesetzlich erlaubten Rahmens gearbeitet zu haben.
Weitere vier Personen aus Myanmar sollen es versäumt haben, die Behörden innerhalb der vorgeschriebenen 15-Tage-Frist über ihren Beschäftigungsstatus zu informieren. Gegen eine weitere Person aus Myanmar wurde wegen illegaler Einreise ermittelt.
In einem zusätzlichen Fall nahmen die Beamten einen Verdächtigen fest, der ohne Genehmigung kontrollierte Kräuterprodukte, darunter Cannabis, verkauft haben soll.
Verfahren gegen Unternehmen wegen Nominee-Strukturen
Parallel dazu leiteten die Behörden Verfahren gegen mehrere Unternehmen ein. Fünf Firmen wurden beschuldigt, ohne erforderliche Genehmigung Geschäfte zu betreiben oder thailändische Staatsbürger als Strohmänner eingesetzt zu haben, um Anteile für ausländische Eigentümer zu halten.
In drei Fällen sollen ausländische Staatsangehörige über den zulässigen Umfang ihrer Arbeitsrechte hinaus tätig gewesen sein. Zwei Unternehmen wurden wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Hotelgesetz angezeigt.
Weitere acht Firmen sahen sich dem Vorwurf ausgesetzt, ausländische Beschäftigte in verbotenen Tätigkeiten einzusetzen. In vier Fällen sollen Unternehmen es unterlassen haben, neu eingestellte ausländische Arbeitskräfte rechtzeitig – ebenfalls innerhalb von 15 Tagen – bei den zuständigen Arbeitsregistern zu melden.
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Teil eines landesweiten Plans gegen grenzüberschreitende Kriminalität
Die Polizei ordnete die Aktion in eine langfristige Strategie ein. Die Razzien seien Teil eines nationalen Plans 2024–2030 zur Verhinderung und Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität, hieß es. Im Fokus stehen dabei insbesondere:
• illegale ausländische Arbeitskräfte
• der Einsatz thailändischer Nominee-Inhaber zum Erwerb von Land oder zum Betrieb von Firmen für Ausländer
• nicht genehmigte Tätigkeiten in bedeutenden Touristenzielen
Ziel der Maßnahmen sei es laut Behördenangaben, öffentliche Ordnung zu sichern und die wirtschaftlichen Interessen der lokalen Bevölkerung auf Inseln wie Koh Phangan zu schützen.
🗣 Wenn das Urlaubsparadies zur Schattenwirtschaft wird
Restaurants, Hotels, Souvenirshops – Orte, an denen Touristen entspannen sollen. Und dahinter ein Geflecht aus illegaler Arbeit, Scheinfirmen und Ausbeutung.
Wie viel davon ist Ausnahme – und wie viel längst Alltag auf Thailands Inseln?
Schützen diese Razzien wirklich Einheimische und ehrliche Unternehmer? Oder sind sie nur kurze Blitzlichter in einem System, das sich schnell neu organisiert?


