BANGKOK, THAILAND – Der Luftverkehr im Königreich hat 2025 mit rund 145 Millionen Fluggästen erneut zugelegt, bleibt aber weiter unter dem Vorkrisenniveau.
Passagierzahlen steigen – Vor-Covid-Niveau noch nicht erreicht
Nach Angaben von ACM Manat Chuaprayoon, Gouverneur der Civil Aviation Authority of Thailand (CAAT), wurden im Jahr 2025 insgesamt 145,1 Millionen Passagiere abgefertigt. Davon entfielen 67 Millionen auf den Inlandsflugverkehr und 78 Millionen auf internationale Reisende. Gegenüber 2024 entspricht dies einem Plus von 4,9 Millionen Passagieren oder 3,54 %.
Im Vergleich zum Vor-Covid-Rekordjahr 2019 mit 161,81 Millionen Passagieren blieb das Aufkommen jedoch deutlich niedriger. Damals sorgte vor allem ein höherer Anteil chinesischer Touristen für Spitzenwerte.
Neue Wachstumsmärkte kompensieren schwächere China-Nachfrage
Die weiter verhaltene Nachfrage aus China wurde laut Manat teilweise durch starke Zuwächse in anderen Regionen ausgeglichen. Besonders Zentralasien, der Nahe Osten und klassische Langstreckenmärkte hätten deutlich zugelegt.
„Das Wachstum in neuen und weit entfernten Märkten hat einen Teil der Lücke kompensiert, die durch den Rückgang chinesischer Fluggäste entstanden ist“, erklärte Manat. In der Hochsaison am Jahresende erreichten chinesische Passagiere etwa 75 % des Vor-Covid-Niveaus. Damit bleibt China ein wichtiger, aber noch nicht vollständig erholter Quellmarkt.
Konflikte, Luftraumbeschränkungen und Druck auf Airlines
Das Jahr 2025 war für Airlines weltweit von internationalen Konflikten und verschärften geopolitischen Spannungen geprägt. Manat verwies auf Luftraumbeschränkungen infolge von Streitigkeiten, darunter:
• Pakistan–Indien
• Israel–Iran
• Russland–Ukraine
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Diese Faktoren hätten den globalen Luftverkehr zusätzlich belastet und die Planungssicherheit reduziert.
Indien, Russland und Ozeanien als Wachstumstreiber
Trotz dieser Rahmenbedingungen zeigte sich der Sektor im Königreich widerstandsfähig. Nach dem Rückgang von 161,81 Millionen Passagieren 2019 auf 140,6 Millionen im Jahr 2024 stieg die Zahl 2025 wieder auf 145,1 Millionen und bestätigte damit einen aufwärts gerichteten Trend.
Besonders dynamisch entwickelten sich:
• Ozeanien, insbesondere Australien, mit 1,77 Millionen Passagieren
• neue Direktverbindungen zu pazifischen Inselstaaten
• Indien mit 5,95 Millionen Passagieren, deutlich über dem Wert von 4,85 Millionen im Jahr 2019
• Russland mit 4,22 Millionen Passagieren
„Indien und Russland bleiben zentrale Märkte für den thailändischen Luftverkehr“, betonte Manat.
Weniger Flugzeuge, hohe Auslastung im Inland
Thai Airlines betrieben 2025 zusammen 238 Flugzeuge – deutlich weniger als die 279 Maschinen im Jahr 2019.
Trotz dieser reduzierten Flotte konnten die Gesellschaften 92 % des inländischen Passagieraufkommens von vor Covid bewältigen. Dies deutet auf Effizienzsteigerungen und eine gezieltere Einsatzplanung der verfügbaren Kapazitäten hin.
Branche rückt Klimaschutz stärker in den Fokus
Für das laufende Jahr kündigte Manat einen klaren Schwerpunkt auf Umwelt- und Klimaschutz an. Die Branche orientiert sich dabei an den Vorgaben der International Civil Aviation Organization (ICAO).
Konkret soll die Einhaltung des Carbon Offsetting and Reduction Scheme for International Aviation (Corsia) forciert und der Einsatz von Sustainable Aviation Fuel (SAF) ausgeweitet werden.
„Die thailändische Luftfahrt wird die Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe erhöhen und sich stärker an internationalen Klimastandards ausrichten“, sagte der CAAT-Chef.
🗣 Wenn der Himmel die Wirtschaft spiegelt
145 Millionen Menschen im Flugzeug – trotz Kriegen, Sperrgebieten und globaler Unsicherheit.
Ist das ein echtes Zeichen wirtschaftlicher Stärke – oder nur aufgeschobene Reiselust nach Jahren der Einschränkungen?
Soll Thailand jetzt aggressiver expandieren – oder zuerst Infrastruktur, Umweltstandards und Sicherheit neu denken?
Schreib, was du darüber denkst. Denn Luftverkehr ist mehr als Transport – er ist ein Seismograf der Gesellschaft.


