CHIANG RAI, THAILAND – Ein Mann aus dem Bezirk Mae Fah Luang ist lebend nach Hause zurückgekehrt – zwei Wochen, nachdem seine Familie ihn bereits beerdigt hatte. Ein Verwechslungsfall bei der Identifizierung einer Leiche hat zwei Familien in der Provinz Chiang Rai schwer belastet und wirft Fragen zu behördlichen Abläufen auf.
Verwechslung nach Beerdigung aufgefallen
Der Fall kam ans Licht, als der Mann, der offiziell als verstorben galt, nach rund 14 Tagen plötzlich wieder vor seinem Haus in Mae Fah Luang stand. Seine Angehörigen hatten noch kurz zuvor Abschiedsrituale für ihn vollzogen, weil sie überzeugt waren, seinen Körper beerdigt zu haben.
Die eigentliche Leiche war bereits am 9. Januar beigesetzt worden. Erst als der vermeintlich Tote zurückkehrte, wurde klar, dass es sich um einen schweren Irrtum bei der Identifizierung des Toten gehandelt hatte.
Falscher Ausweis führte zu Fehlbestattung
Auslöser der Verwechslung war die nationale Identitätskarte des Mannes aus Mae Fah Luang, die an einer Leiche gefunden worden war. Der Tote stammte tatsächlich aus dem Bezirk Mae Suai, wurde aber aufgrund des Ausweises fälschlich den Angehörigen in Mae Fah Luang zugeordnet.
Da die Familie in Mae Fah Luang den Körper entgegennahm und ohne Zweifel an der offiziellen Dokumentation die Beerdigung organisierte, blieb der Fehler zunächst unentdeckt.
Exhumierung und zweite Beerdigung
Nach der Rückkehr des lebenden Mannes einigten sich beide Familien darauf, die Leiche zu exhumieren und der richtigen Familie zu übergeben. Am 23. Januar wurde die Thap Yang Public Rescue Association von Bewohnern in Mae Fah Luang um Hilfe gebeten.
Rettungshelfer fuhren zu der etwas abgelegenen Begräbnisstätte und öffneten das Grab. Die sterblichen Überreste wurden in frische Tücher gewickelt, in einen neuen Sarg gelegt und anschließend in den Bezirk Mae Suai transportiert, wo die eigentliche Familie den Körper übernahm und noch am selben Tag erneut beisetzte.
Rettungsorganisation spricht von einmaligem Fall
Der Leiter der Thap Yang Public Rescue Association erklärte, einen solchen Vorgang noch nie erlebt zu haben, zeigte jedoch Verständnis für die Entstehung des Fehlers. „Die Behörden müssen sich auf offizielle Dokumente verlassen, wenn das Gesicht einer Leiche so stark beschädigt ist, dass eine visuelle Identifizierung nicht möglich ist“, sagte er.
Ermittlungen deuten darauf hin, dass der Verstorbene und der lebende Mann befreundet waren und zuvor gemeinsam in Chiang Mai gearbeitet hatten.
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
Unklare Todesursache und laufende Ermittlungen
Der Verstorbene soll entweder Opfer eines Übergriffs geworden sein oder in einen schweren Unfall verwickelt gewesen sein. Die Verletzungen im Gesichtsbereich waren so massiv, dass eine Identifizierung ohne Papiere nicht möglich war. Die genaue Todesursache wird von den zuständigen Behörden weiter untersucht.
Laut dem Portal SiamNews haben die Behörden bislang keine disziplinarischen Maßnahmen angekündigt. Der Fall macht jedoch deutlich, welche Risiken entstehen können, wenn sich die Identifizierung ausschließlich auf Ausweisdokumente stützt.
Beide Familien sollen den Vorfall einvernehmlich geklärt haben und verzichten auf weitere öffentliche Stellungnahmen. Die Polizei führt eine laufende Ermittlung zum Tod des Mannes durch, und eine Überprüfung der Identifizierungsverfahren steht im Raum, um ähnliche Fälle künftig zu vermeiden.
Zentrale Punkte des Vorfalls
• Ein Mann aus Mae Fah Luang galt als tot und war bereits beerdigt, kehrte jedoch nach rund 14 Tagen lebend zurück.
• Die Fehlidentifikation beruhte auf seiner ID-Karte, die an einem anderen Toten gefunden worden war.
• Rettungskräfte exhumierten die Leiche und überführten sie zur richtigen Familie nach Mae Suai, wo eine zweite Beerdigung stattfand.
⚰️ Für tot erklärt – wie konnte das passieren?
Ein Mann wird für tot gehalten, begraben – und kehrt zwei Wochen später lebend nach Hause zurück. Zwei Familien stehen plötzlich vor einem Albtraum aus Irrtum, Trauer und Exhumierung.
Wie kann so ein Fehler überhaupt passieren? Und reicht es, sich nur auf Ausweise zu verlassen?
Schreib deine Meinung in die Kommentare.


