BANGKOK, THAILAND – Zwei chinesische Investoren haben die thailändische Sonderermittlungsbehörde DSI eingeschaltet, weil sie sich bei einem Erdbeerfarmen-Projekt um mehr als 20 Millionen Baht betrogen fühlten.
Anzeige bei der Sonderermittlungsbehörde
Die Beschwerde wurde nach Angaben der Beteiligten am Hauptsitz der Department of Special Investigation (DSI) an der Chaeng-Watthana-Straße in Bangkok eingereicht.
Der Anwalt Kritsada Intamara erschien dort gemeinsam mit den Investoren, die als Chun (36) und Laila (60) identifiziert wurden. Sie forderten, dass der Fall als Spezialfall eingestuft wird.
Begründet wurde dies mit dem Vorwurf eines organisierten Betrugs, in den einflussreiche Kreise verwickelt seien und bei dem rechtliche Verfahren gezielt missbraucht worden seien.
Versprochene Erdbeerfarm mit politischer Rückendeckung
Nach Darstellung der Anzeige begann das Projekt im Jahr 2024: Ein thailändischer Geschäftsmann, in den Unterlagen als „Mr T“ bezeichnet, soll die Investoren überzeugt haben, sich an einer Erdbeerfarm in einer Küstenprovinz zu beteiligen.
Er habe behauptet, über 100 Rai Land zu verfügen und politische Unterstützung für das Vorhaben zu haben. Die chinesischen Geldgeber brachten daraufhin nach eigenen Angaben Agrartechnik aus Singapur ein und investierten insgesamt mehr als 20 Millionen Baht.
Kontrollverlust durch Firmenstruktur
Trotz der hohen Einlage seien Chun und Laila gezwungen worden, die Firma so zu registrieren, dass „Mr T“ 51 Prozent der Anteile hielt. Damit lag die Mehrheit und finanzielle Kontrolle bei dem thailändischen Partner.
Die Investoren verfügten über keine entscheidende Kontrolle mehr über Kapitalströme und Vermögenswerte des Projekts.
Produzierende Farm plötzlich per Klage gestoppt
Im Jahr 2025, als die Erdbeerfarm nach Angaben der Gruppe bereits Erträge lieferte, soll sich die Situation abrupt geändert haben.
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„Mr T“ habe sich laut Beschwerde mit dem Eigentümer des Grundstücks abgesprochen, um eine Klage wegen Landfriedensbruchs zu inszenieren. Über ein gerichtliches Vergleichsverfahren seien die Betriebsaktivitäten eingestellt worden.
Die Investoren berichten, sie seien vom Gelände vertrieben worden. Maschinen und proprietäre Technologie seien einbehalten worden.
Anwalt warnt vor systematischem Wirtschaftskriminalfall
Anwalt Kritsada bezeichnete den Vorgang als organisierte Wirtschaftskriminalität, die weit über einen zivilrechtlichen Streit hinausgehe.
Er hob mehrere zentrale Punkte hervor:
• Schaden für den Ruf des Standorts gegenüber ausländischen Investoren
• Erschütterung des Vertrauens internationaler Geldgeber
• Ausnutzung rechtlicher Schlupflöcher, um Gerichtsverfahren als Werkzeug des Betrugs zu nutzen
• Hinweise auf mögliche Geldwäsche durch systematische Vermögensverschiebung und -verschleierung
Nach seinen Worten stelle der Fall „eine ernsthafte Gefahr für die Wirtschaft“ dar. Die DSI müsse das mutmaßliche Netzwerk zerschlagen und das Vertrauen von Investoren wiederherstellen.
DSI nimmt Petition entgegen
Somkiat Phetpradap, Direktor der Beschwerdeprüfung bei der DSI, nahm die Petition offiziell entgegen.
Er erklärte, er werde die Unterlagen an höhere Entscheidungsträger innerhalb der Behörde weiterleiten. Über eine mögliche Einstufung als Spezialfall ist bislang nicht entschieden worden.
💸 Investieren in Thailand – Chance oder Risiko?
Zwei chinesische Investoren sprechen von organisiertem Betrug, juristischen Tricks und einem Schaden von über 20 Millionen Baht. Jetzt soll die DSI ermitteln.
Ist das ein Einzelfall – oder ein Warnsignal für ausländische Investoren?
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