Familie trauert nach Horror-Crash (Video)

Familie trauert nach Horror-Crash (Video)
KhaoSod, Thai Examiner

CHON BURI, THAILAND – Ein mutmaßlicher Fall von Road Rage hat in der Provinz Chon Buri zum Tod eines 35-jährigen Motorradfahrers geführt und eine landesweite Debatte über aggressive Fahrweise ausgelöst. Die Polizei ermittelt, während die Familie des Opfers mit ihrer Trauer ringt.

Der Vorfall in der Nacht zum Sonntag

Der Vorfall ereignete sich nach Polizeiangaben in den frühen Morgenstunden des 25. Januar 2026 im Distrikt Phan Thong, Unterdistrikt Ban Kao, auf der Soi 12. Gegen 00.20 Uhr war Narongdet Somjit, 35 Jahre alt und Vater von zwei Kindern, mit seinem Motorrad unterwegs.

Dashcam-Aufnahmen zeigen, wie sich ein Pickup-Truck mit hoher Geschwindigkeit von hinten nähert und dem Motorrad folgt. Kurz darauf verlässt der Pickup abrupt die Fahrbahn nach rechts und kollidiert mit dem Zweirad. Narongdet verstarb infolge des Zusammenstoßes.

Verfolgte Motorradgruppe und aggressive Fahrweise

Ermittler erklärten, der Pickup habe unmittelbar vor dem Zusammenstoß eine Gruppe von etwa vier bis fünf Motorrädern verfolgt. Andere Fahrer konnten ausweichen, nur Narongdet entging dem Fahrzeug nicht.

Zeugen berichteten der Polizei von aggressiver Fahrweise des Pickup-Fahrers und wiederholtem Hupen während der Verfolgung. Der Pickup wurde bei der Kollision schwer beschädigt.

Verletzter Verdächtiger im Krankenhaus

Der Fahrer des Pickup wurde von der Polizei zunächst nur unter dem Pseudonym „Ek“ identifiziert. Er wurde bei dem Zusammenstoß verletzt und wird im Vibharam Amata City Hospital behandelt.

Nach Angaben von Polizeikolonel Chairatchakit Chaipatiwat, dem Leiter der Polizei von Phan Thong, ist der Verdächtige derzeit noch nicht vernehmungsfähig. Die Beamten sammeln daher zunächst Zeugenaussagen und werten die Videoaufnahmen aus. Der Verdächtige befindet sich weiterhin in stationärer Behandlung. Die Polizei prüft zudem mögliche Alkoholeinwirkung zum Zeitpunkt des Vorfalls, wobei die Ergebnisse von Bluttests noch ausstehen.

Bislang wurden keine Anklagen erhoben. Erst nach Vorliegen der medizinischen Ergebnisse und nach Abschluss der Erstermittlungen sollen die weiteren rechtlichen Schritte eingeleitet werden.

Dashcam-Video als zentrales Beweisstück

Die Aufnahmen stammen nach Behördenangaben aus einer Dashboard-Kamera und haben sich schnell in den sozialen Medien verbreitet. Die Polizei nutzt das Material nun als zentrales Beweisstück im laufenden Verfahren.

Stört Sie die Werbung?
JETZT den Wochenblitz WERBEFREI lesen!
ZUM ANGEBOT

Beamte betonten, man werde die Sequenzen Bild für Bild prüfen, um den genauen Ablauf und mögliche Vorsatzelemente zu klären. Die Videoaufnahmen sollen dabei helfen, die Abfolge der Ereignisse zu rekonstruieren und das Verhalten der beteiligten Fahrzeuge im Detail nachzuvollziehen.

Trauer und Forderung nach Gerechtigkeit im Tempel

Währenddessen wird der Leichnam von Narongdet im Wat Woraprot Sangkhawas im Unterdistrikt Bang Nang für die Bestattungsriten aufgebahrt. Familienangehörige und Verwandte versammelten sich dort nach seinem Tod.

Am Dienstagmorgen sprach seine Mutter, Sri-amphon Somjit, 53, unter Tränen mit den Medien. „Ich kann nicht akzeptieren, was geschehen ist“, sagte sie und schilderte ihren Sohn als Ernährer der Familie, der seine Kinder und Angehörigen unterstützt habe. Sie erklärte, sie könne das Dashcam-Video nicht ansehen und lehne jede Versöhnung mit dem Verdächtigen ab. Sie fordere, dass die Polizei den Fall vollständig nach dem Gesetz verfolge.

Auch Narongdets Ehefrau, Nattha Khajornmaneechot, 34, äußerte sich öffentlich. Sie habe das Video gesehen und sei zutiefst erschüttert. „Selbst wenn es einen Streit im Verkehr gegeben hätte, hätte es nicht so enden dürfen“, erklärte sie. Sie sei nicht am Unfallort gewesen und wisse von keinem schwerwiegenden Streit im Vorfeld. Seit dem Vorfall habe die Gegenseite keinen Kontakt zu ihr aufgenommen; ein Ausgleich komme für sie nicht in Frage.

Tempel-Abt würdigt bekanntes Gemeindemitglied

Der Abt des Wat Woraprot Sangkhawas, Phra Khru Thawon Sathakun, bestätigte, dass Narongdet in der Gemeinde bekannt gewesen sei. Er habe regelmäßig Verdiensthandlungen im Tempel durchgeführt und für seine Familie gearbeitet. Die Nachricht über seinen Tod habe viele im Umfeld des Tempels betroffen gemacht. Der Verstorbene hinterlässt seine Ehefrau und zwei minderjährige Kinder.

Ermittlungen laufen weiter

Die Polizei in Phan Thong führt ihre Ermittlungen fort. Beamte nehmen weitere Aussagen auf, analysieren das Videomaterial und warten auf die medizinische Freigabe, um den Verdächtigen vernehmen zu können. Im Fokus der Untersuchung steht die Frage, ob es sich um einen fahrlässigen Unfall oder um eine vorsätzliche Handlung gehandelt hat.

Die Behörden kündigten an, weitere Informationen zu veröffentlichen, sobald die Untersuchung vorangeschritten ist und die ausstehenden Bluttestergebnisse vorliegen. Auch die genauen Umstände, die zu der Verfolgungsfahrt führten, werden derzeit noch ermittelt.

Road Rage als wachsendes Problem im Straßenverkehr

Der Vorfall hat eine Debatte über aggressives Verhalten im Straßenverkehr ausgelöst. Experten weisen darauf hin, dass solche Eskalationen durch deeskalierende Maßnahmen und Verkehrserziehung vermieden werden können. Zu den empfohlenen Präventionsmaßnahmen gehören erstens die Sensibilisierung von Verkehrsteilnehmern für die Gefahren aggressiver Fahrweise, zweitens die Förderung von Gelassenheit im Straßenverkehr und drittens die konsequente Ahndung von Verkehrsdelikten.

Psychologen betonen, dass emotionale Selbstkontrolle im Straßenverkehr von entscheidender Bedeutung ist. Verkehrsteilnehmer sollten Konfliktsituationen möglichst vermeiden und sich bewusst sein, dass aggressive Reaktionen zu unvorhersehbaren und tragischen Folgen führen können.

Rechtliche Konsequenzen bei Verkehrsdelikten mit Todesfolge

In Thailand können Verkehrsdelikte mit Todesfolge je nach Schweregrad unterschiedlich geahndet werden. Bei nachgewiesener Fahrlässigkeit drohen Freiheitsstrafen und Geldstrafen. Kann der Behörde nachweisen, dass Vorsatz vorlag, können die Strafen deutlich härter ausfallen und bis zu lebenslangen Freiheitsstrafen reichen. Auch der Entzug der Fahrerlaubnis ist in solchen Fällen üblich.

Die endgültige rechtliche Einordnung des aktuellen Falls wird davon abhängen, welche Erkenntnisse die Ermittlungen zutage fördern. Insbesondere die Auswertung der Dashcam-Aufnahmen und die Zeugenaussagen werden dabei eine zentrale Rolle spielen.

Video

Newsletter abonnieren

Newsletter auswählen:
Abonnieren Sie den täglichen Newsletter des Wochenblitz und erhalten Sie jeden Tag aktuelle Nachrichten und exklusive Inhalte direkt in Ihr Postfach.

Wir schützen Ihre Daten gemäß DSGVO. Erfahren Sie mehr in unserer Datenschutzerklärung.
Quelle: Thai Examiner

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert