Altes Video löst Panik am Airport aus

Altes Video löst Panik am Airport aus
Facebook/ Saowakorn Tiyaswatkul

BANGKOK, THAILAND – Der internationale Flughafen Suvarnabhumi hat Berichte über eine angebliche Flugzeugentführung als Falschinformation zurückgewiesen und prüft rechtliche Schritte gegen eine Facebook-Seite.

Altes Runway-Video neu verbreitet

Auslöser war ein Video, das auf der Facebook-Seite ข่าวสดช่อง 8 (Channel 8 News) am Montag, 26. Januar, veröffentlicht wurde. In der Bildunterschrift war von einer „angespannten Lage am Flughafen Suvarnabhumi“ und einem „drogenabhängigen Mann, der versucht habe, ein Flugzeug zu entführen“ die Rede.

Die Seite machte keine Angaben zum Zeitpunkt des Vorfalls und nannte weder Details zur Festnahme noch zum weiteren Verfahren. Der Beitrag verbreitete sich rasch: Mehr als 19.000 Reaktionen, knapp 1.000 Kommentare und über 1.400 geteilte Beiträge wurden registriert.

Chaotische Szenen auf dem Rollfeld

Das Video zeigt einen Mann, der mit einem Motorrad auf ein Rollfeld fährt, auf dem mehrere Flugzeuge abgestellt sind. Sicherheitskräfte des Flughafens verfolgen den Verdächtigen, der einen unbekannten Gegenstand bei sich trägt, der im Beitrag als mögliche Waffe beschrieben wird.

In der Aufnahme ist zu sehen, wie Flughafenmitarbeiter und Airport-Pick-up-Trucks den Mann über das Rollfeld jagen. Anschließend rennt er in Richtung Passagierterminal, kann das Gebäude jedoch nicht betreten, da die Türen verschlossen sind. Schließlich wird er von Flughafenbeamten überwältigt und festgenommen.

Kritik an Sicherheit, Flughafen widerspricht

Online-Nutzer kritisierten nach Veröffentlichung des Videos die Sicherheitsmaßnahmen am Airport. Einige warfen den Beamten vor, zu lange gebraucht zu haben, um den Mann zu stoppen. Andere äußerten Sorge darüber, wie eine unbefugte Person so leicht Zugriff auf das Rollfeld erhalten konnte.

Der offizielle Facebook-Auftritt des Flughafens Suvarnabhumi reagierte direkt in der Kommentarspalte. Dort stellte die Flughafenleitung klar, dass sich der Vorfall bereits 2022 ereignet habe und verwies zur Einordnung auf einen damaligen offiziellen Nachrichtenbericht.

Flughafen: Vorfall von 2022, keine Verletzten

In einer formellen Stellungnahme vom 27. Januar bestätigte der Flughafen, dass es sich um einen vier Jahre alten Fall handelt. Die Verantwortlichen betonten, das Sicherheitspersonal habe die Situation „schnell und effektiv“ unter Kontrolle gebracht, der Verdächtige sei festgenommen und strafrechtlich verfolgt worden.

Nach Angaben des Airports wurden weder Passagiere noch Mitarbeiter verletzt. Es habe zu keinem Zeitpunkt eine tatsächliche Flugzeugentführung gegeben.

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Drohung mit Computerstrafrecht

Gleichzeitig forderte der Flughafen die Betreiber der Facebook-Seite auf, das Video zu löschen. Die erneute Veröffentlichung habe unnötige Panik ausgelöst und das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Flughafen beschädigt.

Die Verantwortlichen verwiesen auf Section 14 des Computer Crime Act. Demnach kann die Verbreitung falscher oder irreführender Informationen, die öffentliche Beunruhigung auslöst, mit bis zu fünf Jahren Haft, einer Geldstrafe von bis zu 100.000 Baht oder beidem geahndet werden.
Falschinformation mit Panikfolge ist strafbar
• Es drohen Haftstrafen und Geldbußen
• Behörden prüfen rechtliche Schritte gegen Seitenbetreiber

Bis zum 28. Januar war der Beitrag nach Angaben des Flughafens weiterhin online.

Seite nutzt alte TV-Beiträge

Zusätzliche Recherchen ergaben, dass die betreffende Facebook-Seite mehrfach alte Nachrichtenvideos bekannter thailändischer Fernsehsender erneut gepostet hat. Zwar trägt die Seite den Namen „Channel 8“, sie steht jedoch in keinem Zusammenhang mit dem offiziellen Nachrichtenangebot des Senders.

Die Flughafenleitung rief Betreiber von Online-Plattformen zur Kooperation auf, um die Verbreitung irreführender Inhalte zu vermeiden und das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Sicherheit des Luftverkehrs zu schützen.

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Quelle: The Thaiger

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