KUALA LUMPUR, MALAYSIA â Ein malaysischer Regierungsminister hat mit umstrittenen Aussagen ĂŒber angebliche Ursachen von LGBT-Lebensweisen eine breite Welle der Kritik ausgelöst.
Minister bringt Stress mit LGBT in Verbindung
Der fĂŒr religiöse Angelegenheiten zustĂ€ndige Minister im BĂŒro des Premierministers, Dr. Zulkifli Hasan, hatte in einer schriftlichen Antwort an das Parlament einen Zusammenhang zwischen Arbeitsstress und sogenanntem âLGBT-bezogenem Verhaltenâ hergestellt.
Er fĂŒhrte aus, unter mögliche Ursachen fielen âgesellschaftlicher Einfluss, sexuelle Erfahrungen, Arbeitsstress und andere persönliche Faktorenâ. Zugleich nannte er eine schwache religiöse Praxis als weiteren Einflussfaktor.
Parlamentarische Anfrage zu LGBT-Trends
Die Aussagen fielen im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage zu LGBT-Trends im Land. Abgeordnete wollten Informationen zu Alter, ethnischer Zugehörigkeit und möglichen Auslösern entsprechender Verhaltensweisen.
Adressatin der Antwort war die Oppositionsabgeordnete Siti Zailah Mohd Yusoff von der islamistischen Partei PAS, die nach HintergrĂŒnden und Entwicklungen gefragt hatte.
Kritik, Spott und Menschenrechtsbedenken
Die AusfĂŒhrungen des Ministers lösten in der Ăffentlichkeit und bei Rechts- und Menschenrechtsgruppen scharfe Reaktionen aus. Seine Thesen wurden in sozialen Netzwerken und in Stellungnahmen von Aktivisten deutlich zurĂŒckgewiesen und teils offen verspottet.
Kritiker warnten, solche Aussagen könnten Vorurteile verstĂ€rken und als Rechtfertigung fĂŒr restriktive MaĂnahmen gegen sexuelle Minderheiten dienen.
Rechtlicher Rahmen bleibt restriktiv
Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind in Malaysia weiterhin strafbar. Die Bemerkungen des Ministers haben die ohnehin kontroverse Debatte ĂŒber den staatlichen Umgang mit LGBT-Personen erneut angeheizt.
Zulkifli erklÀrte, zwischen 2022 und 2025 seien 135 FÀlle von Festnahmen oder Strafverfolgungen im Zusammenhang mit LGBT-AktivitÀten registriert worden.
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Menschenrechtsgruppen sehen in solchen Zahlen einen Hinweis auf den anhaltend hohen Druck auf Betroffene.
Debatte ĂŒber staatliche Verantwortung
Die Kontroverse wirft Fragen zur Rolle staatlicher Institutionen im Umgang mit sexueller Vielfalt auf. Besonders beanstandet wird, dass psychische Belastungen am Arbeitsplatz und vermeintlich mangelnde ReligiositĂ€t als Faktoren fĂŒr LGBT-Lebensweisen dargestellt wurden.
Beobachter betonen, dass eine solche Argumentation sowohl die Arbeitswelt als auch religiöse Praxis auf problematische Weise mit der Kriminalisierung von Minderheiten verknĂŒpfe.
âą Arbeitsstress wird als möglicher Auslöser fĂŒr LGBT-Verhalten dargestellt
⹠Schwache religiöse Praxis wird als zusÀtzlicher Faktor genannt
âą 135 FĂ€lle von Festnahmen oder Strafverfahren zwischen 2022 und 2025 registriert
Die politische und gesellschaftliche Debatte ĂŒber den Umgang mit sexuellen Minderheiten setzt sich nach den jĂŒngsten ĂuĂerungen des Ministers mit neuer IntensitĂ€t fort.
đ Stress im BĂŒro â plötzlich LGBT?
Wenn Ăberstunden angeblich die sexuelle Orientierung verĂ€ndern, mĂŒsste halb Kuala Lumpur queer sein.
Die Aussagen wirken weniger wie Politik â und mehr wie ein Lehrbuchbeispiel dafĂŒr, wie Vorurteile als Moral verkauft werden.
Die eigentliche Frage ist nicht, warum Menschen LGBT sind,
sondern warum Regierungen 2026 immer noch glauben, sie erklĂ€ren zu mĂŒssen, wer sein darf, wie er ist.


