Cyberpolizei sprengt Scam-Basis

Cyberpolizei sprengt Scam-Basis
Cyber Crime Investigation Bureau

PATTAYA – Mit einem gezielten Schlag hat die thailändische Cyber-Polizei ein mutmaßliches Drehkreuz für internationalen Betrug ausgehoben. In einem Appartement in Pattaya nahmen Beamte zwei Chinesen fest – und fanden ein ganzes Arsenal an Kriminal-Werkzeugen.

Kondomarkt: Das fanden die Ermittler im Appartement

Am Freitag stürmten Spezialisten des Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB) zusammen mit der Einwanderungsbehörde ein Condo in Bang Lamung. Sie hatten einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss in der Tasche.

Im sechsten Stock trafen sie auf die beiden Chinesen Liu Meng (39) und Shao Zhong (49). Die Ausbeute der Razzia war verblüffend: 26 Mobiltelefone, zwei Laptops, ein Router und vier Notizbücher mit Aufzeichnungen.

Dazu bargen die Beamten 103.400 Baht (etwa 2.585 Euro) in bar. Auf vielen Handys flimmerten ständig Nachrichten-Benachrichtigungen der App Telegram – alles auf Chinesisch.

So arbeitete die mutmaßliche Betrüger-Bande

Laut CCIB hatten die Ermittler Hinweise, dass sich eine chinesische Gruppe in Pattaya eingerichtet hatte. Ihr Ziel: Betrugsaktivitäten wie Call-Center-Scams und das Abfangen von Einmalkennwörtern (OTP).

Diese Codes sind der Schlüssel zu Konten und werden für viele Finanzbetrügereien benötigt. Die Bandenmitglieder gaben vor, die Geräte würden für Anlage- und Liebesbetrug an chinesische Opfer genutzt. Das erbeutete Geld sei direkt an einen chinesischen Boss überwiesen worden, so ihr Geständnis unter Verhör. Zu den Zugangscodes für die 26 Handys wollten sie jedoch nichts sagen.

Die dubiosen Aussagen der Festgenommenen

„Die Handys gehören uns nicht. Die Passwörter kennen wir nicht“, behaupteten die beiden Männer vor den Polizisten. Die Ermittler zeigten sich von dieser Aussage wenig überzeugt. Die umfangreiche Ausstattung sprach eine andere Sprache. Alle beschlagnahmten Geräte werden nun einer forensischen Untersuchung unterzogen.

Spezial-Tools sollen digitale Beweise sicherstellen. Man will die Kommunikation auf den Telefonen entschlüsseln und die gesamte kriminelle Struktur aufdecken.

Erste Anklagen sind schon sicher

Während die Hauptermittlungen zu den Betrugsvorwürfen laufen, stehen die Männer schon wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht vor Gericht. Liu Meng wird vorgeworfen, sein Visum um 260 Tage überzogen zu haben. Shao Zhong habe es versäumt, einen Wohnsitzwechsel zu melden.

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Beide wurden in Gewahrsam genommen. Die weiteren rechtlichen Schritte laufen. Die Polizei betont, dass dies erst der Anfang sei.

Jagd auf Komplizen und Geldströme

Die Cyber-Polizei setzt ihre Ermittlungen mit Hochdruck fort. Im Fokus stehen nun weiteren Mittäter und die Verbindungen zu anderen kriminellen Netzwerken. Parallel werden die Finanzströme analysiert. Ziel ist es, verdächtige Konten zu identifizieren und Vermögenswerte einzufrieren, die aus den Technologie-Verbrechen stammen könnten.

Pattaya bleibt ein Hotspot für internationale Cyber-Kriminelle. Dieser Schlag zeigt, dass die Behörden die Gefahr erkannt haben und aktiv werden.

Klares Signal an Ausländer-Mafia

Die thailändischen Behörden senden mit dieser Aktion eine unmissverständliche Botschaft. Das Land ist kein sicherer Hafen für ausländische Betrügerbanden. Die Zusammenarbeit zwischen Cyber-Polizei und Einwanderungsbehörde wird weiter intensiviert. „Wir werden nicht lockerlassen“, ist aus Kreisen der CCIB zu hören.

Für Touristen und Einwohner Pattayas ist dies eine beruhigende Nachricht. Der Kampf gegen die Schattenseiten des Massentourismus ist in vollem Gange.

💻 Hightech-Betrug – wird das Netz immer gefährlicher?

Dutzende Handys, verdächtige Nachrichten und der Verdacht auf organisierte Online-Scams. Ermittler gehen davon aus, dass hinter solchen Operationen oft größere Netzwerke stehen.
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Quelle: Bangkok Post

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