PATTAYA – Die Partymetropole Pattaya war am Samstagabend wie ausgewechselt. Statt lauter Musik in den Bars herrschte gespenstische Stille. Grund ist das thailändische Wahlgesetz, das die Stadt in einen Ausnahmezustand versetzte.
Das Gesetz: Warum die Musik abrupt stoppte
Gemäß dem thailändischen Wahlgesetz ist der Verkauf von Alkohol am Vorabend einer Wahl streng reguliert. Die Sperrstunde begann pünktlich um 18:00 Uhr am Samstag. Sie galt bis zum Ende des Wahltages am Sonntag um 18:00 Uhr. Betroffen waren alle Vergnügungsstätten, Bars und Restaurants, die alkoholische Getränke ausschenken.
Die Konsequenz: Die meisten Lokale blieben komplett geschlossen. Es gab schlichtweg nichts zu verkaufen, was den Betrieb rentabel gemacht hätte.
Das Bild: Geisterstadt statt Party-Meile
Die sonst vibrierenden Straßen von Walking Street und Soi Buakhao lagen ungewöhnlich still und leer da. Die grellen Neonlichter waren ausgeschaltet. Statt in überfüllten Clubs drängten sich Massen von thailändischen und ausländischen Touristen am Pattaya Beach. Sie breiteten Decken aus, plauderten und genossen die Meeresbrise.
„Es ist surreal. Man hört das Meer rauschen, nicht die Bassboxen“, kommentierte ein britischer Urlauber die ungewohnte Atmosphäre.
Die Kontrollen: Beamte patrouillieren am Strand
Die örtlichen Behörden waren gut vorbereitet. Streifen der Stadtpolizei und Ordnungskräfte patrouillierten entlang der Strände.
Ihre Aufgabe: Die strikte Einhaltung des Alkoholverbots in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Auch das Trinken aus mitgebrachten Flaschen sollte unterbunden werden. Die Stimmung blieb dabei weitgehend friedlich und entspannt. Die Touristen schienen die ungewollte „Zwangspause“ gelassen hinzunehmen.
Die Reaktion: Gelassenheit statt Frust bei den Besuchern
Trotz des ungeplanten Programmwechsels herrschte bei den meisten Strandbesuchern gute Laune. Viele nutzten die Gelegenheit für ein ruhiges Picknick oder einen langen Strandspaziergang unter Sternenhimmel.
Einige Hotels richteten alkoholfreie Cocktailbars in ihren Außenbereichen ein, um den Gästen ein alternatives Angebot zu machen. Die Situation zeigte eine andere, ruhigere Seite Pattayas, die sonst oft im Rampenlicht der Partyszene untergeht.
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Der Hintergrund: Ein altes, aber strenges Gesetz
Das Alkoholverbot am Wahltag ist in Thailand eine alte und etablierte Regelung. Sie soll sicherstellen, dass die Wählerinnen und Wähler einen nüchternen und klaren Kopf für ihre demokratische Entscheidung bewahren.
In Touristenzentren wie Pattaya, Phuket oder Bangkok trifft dieses Gesetz jedoch auf eine völlig andere Realität und sorgt regelmäßig für überraschte Gäste.
Für viele ausländische Besucher ist diese strikte Vorgehensweise ein unerwarteter Einblick in die thailändische Rechtskultur.
Die Normalisierung: Am Sonntagabend geht das Leben weiter
Pünktlich um 18:00 Uhr am Wahl-Sonntag endete die Zwangspause. Die ersten Rolltore der Bars gingen wieder hoch, die Musik begann zu spielen. Für die Wirtschaft in Pattaya bedeutete das verlorene Wochenende jedoch einen spürbaren finanziellen Einbruch. Ein notwendiges Opfer für den demokratischen Prozess, wie die Behörden betonen.
Die Nacht zeigte eindrücklich: In Thailand hat die Wahl Vorrang vor dem Vergnügen – selbst in der Partymetropole Nummer eins.
🍹 Kein Alkohol, keine Party – gut für Ordnung oder schlecht fürs Geschäft?
Wenn Bars schließen, verändert sich das Stadtbild sofort. Statt Partys herrscht Ruhe, viele weichen auf den Strand aus. Für Sicherheit vielleicht ein Vorteil – für Betreiber ein harter Einschnitt.
Sind solche Wahlregeln notwendig – oder schaden sie Tourismus und Nachtleben zu stark?
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